Iran-Krieg: Schweizer Franken und Öl-Währungen profitieren – Euro-Dollar-Kurs fällt
Die Safe-Haven-Währungen US-Dollar und Schweizer Franken profitieren von Risikoaversion. Der Ölpreis wirkt sich positiv auf die Währungen von Erdölexporteuren aus.
Klassische Safe-Haven-Währungen wie der US-Dollar und der Schweizer Franken profitierten, während der Euro und andere europäische Währungen an Wert verloren.
Nachdem der US-Dollar in den letzten Monaten noch unter Trumps handelspolitischem Hin und Her und seinen Kommentaren zu einem möglichen Kauf Grönlands und den damit einhergehenden Unsicherheiten litt, ist nun der „normale Status“ des Dollars als sicherer Hafen wiederhergestellt.
Geopolitische Risiken führen häufig dazu, dass Anleger die Rolle des Dollars als Reservewährung schätzen, während sie kleinere Währungen meiden.
Dadurch fiel der Euro-Dollar-Kurs von über 1,18 vergangenen Freitag auf teilweise unter 1,16.
EUR/USD Chart
Die Bewegung des Dollars gegenüber dem Euro scheint deutlich stärker von der Risikostimmung als von fundamentalen Faktoren beeinflusst zu sein.
Zwar sind die am Markt eingepreisten Inflationserwartungen im Euroraum gestiegen, aber auch für den Dollar haben sie zugenommen.
Der Unterschied ist nicht groß genug, um damit eine Bewegung an den Devisenmärkten zu erklären.
Und auch wenn sich die Renditen verändert haben, liegen die Zinsdifferenzen nahezu auf demselben Niveau wie vor einer Woche.
Das zum Jahresende eingepreiste Leitzinsniveau in den USA legte von 3,07 % auf 3,25 % und im Euroraum von 1,85 % auf 2,10 % zu.

Somit stiegen die Erwartungen Hand in Hand und lassen nur wenig Spielraum für eine fundamentale Neubewertung des Euro-DollarKurs. Auch die Zinsdifferenzen von zehnjährigen Staatsanleihen sprechen nicht für eine Aufwertung des Dollars.
Im Gegenteil, die Renditen in Europa sind etwas stärker gestiegen.
Der Schweizer Franken konnte von der gestiegenen Risikoaversion profitieren.
EUR/CHF Chart
Im Gegensatz zum US-Dollar befindet sich die Schweizer Währung aber schon lange im Aufwärtstrend. Seit Jahresanfang hat sie gegenüber dem Euro um 2,6 % an Wert gewonnen. Das dürfte den Währungshütern der „Schweizerischen Nationalbank“ nicht gefallen.
Exporte werden für Schweizer Unternehmen dadurch erschwert und die Wirtschaft gebremst.
Deviseninterventionen der Zentralbank sind ein denkbares Mittel, um die Aufwertung zu stoppen.
Signale in diese Richtung wurden von Notenbankmitgliedern auch schon ausgesendet.
Die Aufwertung des Franken dürfte daher begrenzt bleiben.
Der stark gestiegene Ölpreis machte sich zudem bei Rohstoffwährungen bemerkbar
Der Kurs des Kanadischen Dollars hängt aufgrund des großen Gewichts der dortigen Ölindustrie eng mit dem Ölpreis zusammen. Etwa 20 % der Exporte des Landes entfallen auf Öl und Gas. Die Währung legte zusammen mit den Ölnotierungen deutlich zu.
Auch andere Währungen von Ölexportländern, wie die Norwegische Krone, profitierten.
Der Russische Rubel hingegen verlor an Wert.
Sollte der Krieg auf einige Wochen begrenzt bleiben, wird sich der Devisenmarkt im Jahresverlauf wieder anderen Themen widmen. Die Risikostimmung wird bei einem Waffenstillstand oder einem anderweitigen Ende des Krieges zwar nicht von einem Tag auf den anderen ausgepreist werden.
Nach und nach dürfte sich der Fokus dann jedoch wieder auf die Themen richten, die zuvor an den Devisenmärkten wichtig waren. Fundamental sind die Zinsdifferenzen der wichtigste Treiber der Währungsmärkte.
Auch die Handelspolitik Trumps dürfte erneut in den Fokus rücken.
Bei diesen Themen wird der Dollar Gegenwind erfahren.
Disclaimer & Risikohinweis
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