Gold: Chancen nach der Pandemie!

Helaba: So sehr Gold als sicherer Anlagehafen in der Pandemie gefragt war, so sehr ist es mit der Hoffnung auf deren Überwindung in den Hintergrund gerückt. Für das Edelmetall bieten sich aber auch Chancen nach der Pandemie.

Die weltweit gestiegene Staatsverschuldung wird den Notenbanken keinen schnellen Ausstieg aus ihrer Krisenpolitik eröffnen. Eine fortgesetzt negative Realverzinsung dürfte sich positiv auf den Goldpreis auswirken.

Glanzloses Gold

Nachdem Gold im Sommer letzten Jahres ein Allzeithoch über 2.000 US-Dollar je Feinunze (Uz.) (1.734,45 Euro/Uz.) erreicht hatte, ging es stetig bergab. Wachstumshoffnungen beförderten die Risikofreude der Anleger, anziehende Inflationserwartungen und steigende Anleiherenditen setzten dem zinslosen Edelmetall seit Anfang dieses Jahres darüber hinaus deutlich zu.

Das hatte zur Folge, dass Aktien von einem Hoch zum nächsten eilten. Hingegen gab der Preis für eine Feinunze Gold bis auf ein Tief Anfang März von 1.681 US-Dollar bzw. 1.418 Euro nach.

Seitdem allerdings hat sich das Edelmetall wieder etwas erholen können. So erreichte der Goldpreis zwischenzeitlich wieder die Marke von 1.800 $/Uz., auch wenn dieser Wert aufgrund steigender Anleiherenditen nicht gehalten werden konnte.

Seit Jahresbeginn verbleibt für Goldanleger in Euro ein Verlust von etwa 5 %, während der deutsche Leitindex DAX ein stattliches Plus von über 10 % erzielte.

 

 

Auf die Realverzinsung kommt es an

Doch entscheidend für die Entwicklung des Goldpreises sollte im weiteren Jahresverlauf weniger die Nominalverzinsung, sondern vielmehr die Realverzinsung sein – die Verzinsung der 10-jährigen Staatsanleihe nach Abzug der Inflationsrate.

Von diesen dürften die maßgeblichen Impulse auf den Goldpreis ausgehen. Schließlich ist die Bekämpfung der Pandemie mit einer gigantischen Ausweitung der Verschuldung erkauft worden.

Die Staatsverschuldung im Euroraum wird sich 2021 auf über 100 % des Bruttoinlandsproduktes belaufen, während mit einem Haushaltsdefizit von gut 10 % zu rechnen ist. Die Frage, wie sich die Staaten im Euroraum ihrer Schuldenlasten wieder entledigen können, wird in den Fokus rücken.

Dabei dürfte der gegenwärtig zu beobachtende Inflationsdruck bereits ein Vorbote sein.

 


 

In diesem Jahr wird sich die durchschnittliche Preisteuerung im Euroraum von 0,3 % auf knapp 2 % beschleunigen. Damit geht eine Niveauverschiebung auf rund 2 % einher, d.h. die Inflation wird sich nicht mehr wie in den Vorkrisenjahren unter 1 % bewegen. Inflationserwartungen und implizit die Anleiherenditen drängen damit ebenfalls nach oben.

Für die Realverzinsung muss das aber nicht gelten. Schließlich will sich die Europäische Zentralbank einem Anstieg der langfristigen Zinsen mit Anleihekäufen entgegenstellen, im Notfall sogar die Zinskurve direkt steuern. Damit möchte die EZB sicherstellen, dass das Finanzierungsumfeld für Unternehmen und Staaten auch in der Nachkrisenära günstig bleibt.

Dank dieser geldpolitischen Unterstützung dürfte sich der Preis für eine Feinunze Gold bis Jahresende wieder in Richtung 2.000 US-Dollar bzw. 1.600 Euro verteuern. Für Gold eröffnen sich also Perspektiven über die Pandemie hinaus.

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