Interview mit Markus Kegler zum neuen Preismodell für ETF-CFDs bei CMC Markets

Markus Kegler, Geschäftsführer CMC Markets Germany GmbH

Markus Kegler, Geschäftsführer CMC Markets Germany GmbH

Broker-Test sprach mit Markus Kegler, Geschäftsführer der CMC Markets Germany GmbH, über das spektakuläre erste Börsenhalbjahr und das neue ETF-CFDs Preismodell.

 

Das erste Börsenhalbjahr 2020 war eines der spannendsten überhaupt. Erst Corona, dann Wirecard – um nur zwei Top-Themen zu nennen. Wie hat sich die hohe Volatilität auf Ihr Geschäft ausgewirkt?

Schnell und flexibel auf starke Kursschwankungen reagieren zu können, ohne dass Transaktionskosten die Rendite auffressen – gerade das macht CFDs sowohl für kurzfristige Daytrader als auch Anleger mit „Buy& Hold“-Strategien attraktiv. Das steigende Interesse spüren wir mit zunehmender Volatilität sowohl beim Handelsvolumen als auch in den Kundenzahlen.

In der im Dezember neu gegründeten CMC Markets Germany GmbH verzeichneten wir in den turbulenten Börsenmonaten März und April vier Mal so viele Kontoeröffnungen wie im Schnitt der drei Monate zuvor.

Und was die gesamte Gruppe angeht, sind wir weiter auf der Erfolgsspur unterwegs. Auch durch die höhere Handelsaktivität unserer Kunden im Schlussquartal Januar bis März konnten wir die Nettoerlöse im Gesamtjahr gegenüber 2018/19 auf 252 Millionen Britische Pfund nahezu verdoppeln. Dies führte auch zu einem Gewinnsprung vor Steuern auf 98,7 Millionen Pfund, nach 6,3 Millionen Pfund noch ein Jahr zuvor.

 


 

Das zweite Thema war und ist immer noch: Wirecard. Unglaublich wie es dort hoch und runter geht. Mittlerweile natürlich vor allem runter. Was können und sollten Trader und Anleger aus dem Aufstieg und Fall des DAX-Unternehmens lernen?

Das Beispiel Wirecard hat wieder einmal gezeigt: Wer an der Börse alles auf eine Karte setzt, ist selbst dann nicht vor dem annähernden Totalverlust geschützt, wenn er eine DAX-Aktie im Portfolio hat. Hier war mutmaßlich viel kriminelle Energie im Spiel, um eine Super-Story am Aktienmarkt zu verkaufen.

Aber es gibt viele andere spannende Trends und attraktive Unternehmen, die die Finger von der Bilanz lassen. Und da sind CFDs ein wunderbares Vehikel, um von den Erfolgsstorys wegen des Hebels auch noch überproportional profitieren zu können. Dennoch sollten CFD-Trader die Positionsgrößen immer so wählen, dass sie ein Absturz wie bei Wirecard nicht das ganze Kontoguthaben kostet.

Auch wer kurzfristig agiert, sollte sein Risiko streuen. Für „Buy and Hold“-Anleger gilt aber umso mehr: Man ist an der Börse nie vor dem unternehmerischen Versagen einzelner Akteure gefeit. Daher gilt es, sein Portfolio zu diversifizieren.

Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man nimmt die Auswahl mehrerer Aktien selbst vor oder man entscheidet sich für ein Produkt, in dem mehrere Unternehmen einer Branche, einer Region oder auch die Profiteure bestimmter Trends enthalten sind. Und da werden nicht umsonst die Exchange Traded Funds, kurz ETFs, immer beliebter. Über 900 ETFs der weltweit größten Anbieter können bei uns auf der Plattform via CFDs gehandelt werden.

Nun sind CFDs und ETFs auf den ersten Blick aber Produkte aus zwei verschiedenen Welten, wie passen sie dennoch zusammen?

Das erinnert mich an viele Gespräche über die Börse, in denen mich Leute immer wieder fragten, was sie denn nun handeln sollten: Aktien, Rohstoffe, ETFs oder CFDs. Und ich antwortete in der Regel: Aktien, Rohstoffe, ETFs, aber mithilfe von CFDs. Denn sie sind eine sehr effiziente und flexible Möglichkeit, an den Kursentwicklungen der verschiedensten Anlageklassen zu partizipieren.

Wer einmal verstanden hat, wie CFDs funktionieren und sich mit unserer Handelsplattform mit einem Demo-Konto vertraut gemacht hat, der lernt schnell die Vorteile von CFDs zu schätzen. CFDs sind übrigens neben Futures das einzige Instrument mit einem über die gesamte Laufzeit konstanten Hebel, während sich dieser bei börsennotierten Hebelprodukten immer verändert, wenn sich der Kurs bewegt.

Und was die ETFs angeht, haben wir sie schon sehr lange auf der Plattform, was viele vielleicht gar nicht wissen. Mit unseren neuen und durchaus revolutionären Preismodell sollte sich das aber sehr schnell ändern.

Sie sprechen hier von einer Revolution, worin besteht die genau?

Alle CFDs auf ETFs können bei uns mit einem Hebel von 5:1 gehandelt werden. Dieser wirkt natürlich in beide Richtungen, verstärkt also Gewinne und Verluste gleichermaßen. In der Regel fallen für das Halten der CFD-Position über Nacht Finanzierungskosten an, weil man ja nur eine Sicherheitsleistung von 20 Prozent hinterlegt und die restlichen 80 Prozent der Broker quasi fremdfinanziert.

Diese „Zinsen“ können bei längerer Haltedauer die Rendite schmälern, was viele bislang davon abgehalten hat, ETF-CFDs bei uns zu handeln. Aber darüber muss sich nun ein mittel- bis langfristig orientierter Anleger keine Gedanken mehr machen, denn mit unserem neuen Preismodell haben wir die Finanzierungskosten für ETF-CFDs abgeschafft. Der Kunde zahlt keine Zinsen mehr für die Position, egal wie lang er sie im Portfolio belässt.

Den Hebel gibt’s damit quasi kostenlos – und eine fixe Kommission – zehn US-Dollar für US-ETFs und 5 Euro für ETFs aus Deutschland – unabhängig vom Handelsvolumen noch dazu. Transparenter kann ein Preismodell nicht sein.

Was versprechen Sie sich von dem neuen Angebot?

CFDs bieten durch ihre Flexibilität und Kostenstruktur in erster Linie viele Vorteile für Trader, die sehr kurzfristig an den Märkten agieren wollen. Wer ETFs handelt, will diese Positionen aber in der Regel über mehrere Wochen, gar Monate halten und ist bislang noch gar nicht auf die Idee gekommen, seine Strategien mit CFDs umzusetzen. Das wollen wir ändern.

Mit unserem neuen Preismodell für ETF-CFDs sind wir nun mehr als konkurrenzfähig und denken, dass wir den Markt damit ganz schön in Bewegung bringen können. Wir erweitern unsere Zielgruppe über den klassischen kurzfristig orientierten CFD-Trader hinaus auf Anleger, die mittel- bis langfristige Anlagestrategien nicht nur mit Aktien umsetzen, sondern auch auf ETFs zurückgreifen wollen. Davon kommen übrigens über 500 aus den USA, die bei vielen Online-Brokern gar nicht mehr gehandelt werden können.

 


 

Und dann haben Sie im Frühjahr noch Aktien-Baskets ins Angebot genommen, was verbirgt sich dahinter?

Neben den klassischen ETFs, die wir über CFDs zugängig machen, haben wir eigene Aktien-Baskets entwickelt, mit denen Anleger und Trader die Möglichkeit haben, sich in bestimmten Sektoren, Regionen oder auch Trends zu engagieren – long und short und mit Hebel.

Statt Tesla kann man in den Trend „Autonomes Fahren“ investieren, statt Netflix den Basket „Streaming-Dienste“ traden oder das Risiko der chinesischen Alibaba-Aktie reduzieren und sich lieber im CFD auf den Sektor „China Tech“ engagieren.

Inzwischen haben wir 21 solcher Baskets auf der Plattform. Sie sind eine gute Möglichkeit, sich mit nur einem Trade in einem ganzen Trendmarkt zu engagieren und so sein Risiko besser zu streuen. Und wie wichtig Diversifikation ist, hat der Fall Wirecard ja eindrucksvoll gezeigt. Unser Aktien-Basket „Mobile Payments“ mit zahlreichen Unternehmen wie Paypal, Visa und Mastercard ist hier eine gute Alternative.

Nach dem turbulenten ersten Halbjahr ist ja eigentlich noch keine Ruhe an den Märkten eingekehrt. Was erwarten Sie in der zweiten Jahreshälfte?

Zunächst könnte aufgrund der zahlreichen Unsicherheiten die Sommerpause in diesem Jahr ihrem Namen eher weniger gerecht werden, vielleicht sogar ganz ausfallen. Die Börse wird auch in den kommenden Monaten sehr sensibel sowohl auf die weltweite Entwicklung der Infektionszahlen als auch auf sämtliche Konjunkturdaten reagieren. Die Volatilität dürfte hoch bleiben.

Das aber ist zum einen die Chance für eher kurzfristig orientierte Trader, zum anderen wird es dadurch aber auch immer wieder gute Einstiegsmöglichkeiten für Anleger geben, die einen eher längeren Zeithorizont haben.

Und was können Trader in 2020 noch von CMC Markets erwarten?

Auf jeden Fall bleiben wir weiter sehr innovativ unterwegs und hören mit den neuen Aktien-Baskets und dem attraktiven Preismodell für ETFs nicht auf, unser Angebot vor allem auf die Wünsche unserer Kunden auszurichten. Genauso viel Wert legen wir auf unseren Service rund ums Trading mit CFDs, was zum Beispiel Ausbildung und das Training unserer Kunden, aber auch die Begleitung durch den Handelstag angeht.

Unser Analysten-Duo Jochen Stanzl und Konstantin Oldenburger kommentiert jetzt schon börsentäglich auf unserem eigenen Kanal CMC TV nahezu alles, was an der Börse passiert und diskutiert mögliche Strategien mit den Tradern. Das werden wir weiter ausbauen.

Passend zu den Marktturbulenzen gehen wir in unserem aktuellen Projekt zum Beispiel der Frage nach, wie wichtig die Psychologie im Trading ist und wie Trader und Anleger die größten Fehler vermeiden können. Andere Themen sind in Planung. Und der nächste Trend, von uns verpackt als Aktien-Basket, dürfte auch nicht lange auf sich warten lassen.

Disclaimer

CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 79% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren. Anlageerfolge in der Vergangenheit garantieren keine Erfolge in der Zukunft.

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