Nervosität am Hexensabbat

Bernstein Bank: Ein Schritt vor, einer zurück: Die Anleger sondieren am Freitag die Richtung. Und hinter den Kulissen ziehen und schieben große Anleger die Kurse. Denn es ist großer Verfallstag an der Börse. So kommt der DAX nicht über sein gerade markiertes Jahreshoch hinaus. Zumal die Spannungen im Persischen Golf zunehmen.

Leichtes Plus in Frankfurt
Bis zum Freitagmittag hielt sich der deutsche Leitindex mit 0,3 Prozent im Plus knapp unter 12.400 Zählern. Im heutigen Handel ist Volatilität garantiert, was alle freut, die CFD handeln– denn sie können auch das kleinste Hin und Her für Gewinne nutzen und haben damit höhere Rendite-Chancen als Anleger im Online-Aktienhandel.

Am Hexensabbat laufen Terminkontrakte auf Aktien und Indizes an den Terminbörsen aus. Vom „großen Verfall“ sprechen Broker immer dann, wenn der letzte Handelstag aller vier Derivate-Typen, also von Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien, auf denselben Tag fällt.

Da große Adressen häufig versuchen, über die Schwergewichte die Indizes in ihre Richtung zu steuern, ist Chartanalyse sinnlos.

 


 

Doppelhoch im DAX
Und so hat das gerade markierte Doppelhoch im DAX zunächst wenig Aussagekraft. Am gestrigen Feiertag Fronleichnam hatte der deutsche Leitindex bei 12.438 Punkten ein neues Jahreshoch markiert. Richtig überzeugend war dies aber nicht – zum einen war das Volumen niedrig, zum anderen lag der neue Gipfel nur zwei Punkte über der bisherigen Bestmarke von Anfang Mai.

Ein Doppelhoch markiert häufig den Beginn einer Baisse.

 

Kriegsgefahr im Persischen Golf
Bestimmendes Thema auf dem Parkett war ansonsten der offenbar in letzter Minute abgeblasene Angriff der USA gegen den Iran. Laut der „New York Times“ hatte US-Präsident Donald Trump als Vergeltung für den Abschuss einer US-Drohne Militärschläge die Attacke aus der Luft und von der See gegen das Mullah-Regime zunächst genehmigt, dann aber doch noch gecancelt.

Wir fragen uns, ob aufgeschoben auch aufgehoben ist.

 

Öl, Gold und Treasuries gefragt
Angesichts der sich zuspitzenden Krise zog der Ölpreis kräftig an, bevor er wieder etwas zurücksetzte. Zudem flohen Investoren in amerikanische Staatsanleihen. Die Rendite der zehnjährigen US-Bonds rutschte erstmals seit Ende 2016 unter 2 Prozent und erreichte 1,99 Prozent.

Und was kaufen risikoscheue Anleger sonst, wenn die Zinsen wahrscheinlich weiter sinken und die Kriegsgefahr wächst?

Genau: Gold.

 


 

Der August-Kontrakt stieg erstmals seit 2013 bis auf 1.415,40 US-Dollar, bevor Verkäufe einsetzten.
Die Federal Reserve hatte am Mittwochabend zwar die Zinsen zwar unverändert gelassen, jedoch Handlungsbereitschaft und Zinssenkungen im weiteren Jahresverlauf signalisiert.

Der Greenback war nach dem Zinsentscheid deutlich unter Druck geraten, was das gelbe Metall attraktiver macht.

 

Vorsicht in Asien
In Asien waren die Anleger am Morgen auf Nummer sicher gegangen. Zudem flohen sie in den Yen, was die Exportchancen vieler Konzerne verringert. So schloss der Nikkei in Tokio mit einem Minus von rund 1 Prozent bei 21.259 Punkten. In Hongkong gab der Hang-Seng-Index um 0,5 Prozent auf 28.409 Zähler nach.

 

Rekordjagd in New York
Die amerikanischen Aktien profitierten von der Hoffnung auf niedrigere Zinsen. Der S&P 500 markierte am Donnerstag im Verlauf ein neues Allzeithoch bei rund 2958 Punkten. Zum Schluss stand er rund ein Prozent höher bei 2.954 Punkten. Der Dow Jones Industrial verbuchte zur Schlussglocke einen Gewinn von 0,9 Prozent auf 26.753 Zähler, damit ist er noch knapp 1 Prozent von seinem Allzeithoch entfernt. Der Nasdaq 100 schloss ebenfalls 0,9 Prozent fester bei 7.738 Stellen.

 

Das bringt der Tag
Im Fokus steht heute die Deutsche Bank. Denn die Federal Reserve veröffentlicht nach US-Börsenschluss den ersten Teil des jüngsten Stresstests der Großbanken. Sollte die Deutsche Bank wie schon 2015, 2016 und 2018 den Test nicht bestehen, drohen ihr Einschränkungen des US-Geschäftsbetriebes.

 


 

Zudem dürften Meldungen vom EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs über die Ticker laufen, was Trader im Euro und in europäischen Staatsanleihen interessieren könnte.

Um 15.45 Uhr läuft der Markit PMI für das Verarbeitende Gewerbe und Dienstleister im Juni ein.
Und um 16.00 Uhr werden die Zahlen für die Verkäufe von gebrauchten Immobilien in den USA genannt.
Die Bernstein-Bank wünscht erfolgreiche Trades und ein sonniges Wochenende!

 

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