Ratenkauf – Erfolgsstrategie für den Vermögensaufbau?

Helaba: Nach einer fulminanten Kursentwicklung in den ersten beiden Monaten des Jahres legten Aktien im März eine Verschnaufpause ein. Gewinnmitnahmen sind nach solchen dynamischen Erholungen alles andere als ungewöhnlich.

Immerhin konnten Anleger in dieser kurzen Zeit mit Aktien bereits eine Performance erzielen, für die normalerweise ein ganzes Jahr benötigt wird. Wie geht es nun an den Aktienmärkten weiter? Wir haben in der DAX-Historie sechs vergleichbar ausgeprägte Kursanstiege während der ersten beiden Monate gefunden.

Nimmt man die durchschnittliche Performance dieser Jahre als Indikator für den weiteren Kursverlauf, wäre für die kommenden Wochen zwar mit einer Seitwärtsbewegung zu rechnen. Danach würde sich der Aufwärtstrend allerdings fortsetzen.

Bis Jahresende ergäbe sich eine Performance von insgesamt rund 25%, was zu unserem DAX-Ziel von 13.200 Punkten passt. Allerdings können solche historischen Muster nur eine erste Indikation für einen „normalen“ Verlauf liefern, die es durch fundamentale und marktpsychologische Faktoren zu erhärten gilt.

 

Historie spricht für weiter steigenden DAX

 

Verschiedene Stimmungsindikatoren deuten darauf hin, dass Aktienanleger zum Jahreswechsel 2018/19 angesichts enormer politischer Unsicherheit und zunehmender Wachstumsängste kapituliert hatten. Inzwischen antizipieren Aktien eine konjunkturelle Erholung.

Indessen wurden die Schätzungen für das Wirtschaftswachstum von vielen Prognostikern und den Notenbanken nach unten revidiert. Auch wenn die sehr lockere Geldpolitik mittelfristig weiter für Aktien spricht, so verunsichern kurzfristig die darin zum Ausdruck kommenden Wachstumszweifel die Anleger.

Es ist jedoch völlig normal, dass im Vorfeld konjunktureller Wendepunkte die Unsicherheit an den Kapitalmärkten am größten ist. Schließlich laufen Aktien der Konjunktur rund ein halbes Jahr voraus. Dieses Muster war auch in diesem Zyklus zu beobachten: Als der DAX Ende Januar 2018 seinen Gipfel erreichte, schien konjunkturell noch alles in Ordnung zu sein.

Erst Mitte Juni setzten bei den Wachstumserwartungen für Deutschland die Abwärtsrevisionen ein. Sein bisheriges Tief in diesem Zyklus erreichte der DAX Ende Dezember 2018. Zur fundamentalen Untermauerung des Kursanstiegs müssten die Wachstumserwartungen somit etwa zur Jahresmitte – wie von uns erwartet – wieder anziehen.

Immerhin ist der Anteil negativer Konjunkturüberraschungen bereits rückläufig. Natürlich ist während dieser Phase das Risiko besonders hoch. Dafür locken im Vorfeld konjunktureller Wendepunkte bei Aktien aber auch die höchsten Renditen.

 

 

Wer dieses Risiko scheut, ist dennoch nicht zur Untätigkeit verdammt. Die Geldanlage ist schließlich keine Alles-oder-nichts-Entscheidung. In Aktien kann mit relativ geringen Einsätzen investiert werden. Legt man einen gleichbleibenden Betrag über einen längeren Zeitraum an, werden bei fallenden Kursen mehr und bei steigenden Kursen weniger Anteile gekauft.

Im Gegensatz zur Einmalinvestition ergibt sich ein Mischkurs. Man reduziert damit das Risiko, einen besonders ungünstigen Einstiegszeitpunkt zu erwischen. Allerdings vergibt man natürlich auch die Chancen, die sich aus dem richtigen Timing ergeben.

Ein Beispiel soll die Unterschiede der Strategien verdeutlichen: Der EURO STOXX 50 erreichte unter Einbeziehung der Dividenden auf Basis von Monatsschlusskursen im April 2000 ein Zwischenhoch. Ein Anleger, der damals mit einer Einmalanlage eingestiegen wäre, hätte bis Ende März 2019 eine magere Rendite vor Transaktionskosten und Steuern von rund 5% erzielt.

Dagegen käme ein Anleger, der monatlich einen gleichbleibenden Betrag in den EURO STOXX 50 investiert hätte, immerhin schon auf gut 43%. Die beste Strategie wäre aber gewesen, zunächst abzuwarten und erst am Tiefststand im März 2003 einzusteigen. Dies hätte einen Gesamtertrag von 161% ergeben.

 

 

Richtiges Timing zahlt sich aus

 

Aktienkauf auf Raten ist sicherlich nur die zweitbeste Lösung. Das perfekte Timing für den Ein- und Ausstieg erwischen zu können, dürfte sich allerdings meist als illusorisch erweisen. Vielmehr verleitet uns die menschliche Natur zu prozyklischem Verhalten.

Im Extremfall wird die alte Börsenregel “Buy low, sell high!” sogar ins Gegenteil verkehrt: Man springt zu spät noch auf den fahrenden Zug auf, verpasst es rechtzeitig auszusteigen und verliert kurz vor Erreichen des Kursbodens die Nerven und verkauft. In unserem Beispiel hätte dies einen Verlust von 60 % eingebracht.

Aktiensparen ist eine gute Möglichkeit, solche “Timing-Fehler” zu minimieren – nicht mehr, aber auch nicht weniger! Wer seine Renditechancen erhöhen möchte, sollte diese Strategie um gezielte Aktienkäufe bzw. -verkäufe ergänzen. Empfehlungen für die taktische Asset-Allokation erhalten Sie regelmäßig in unseren Research-Publikationen.

 

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