Rohstoffe: Vertrauen auf Gold – egal was kommt

Börse Frankfurt: Unabhängig vom Ausgang der US-Wahl dürfte Gold Analysten zufolge gefragt bleiben. Einen preistreibenden oder senkenden Einfluss könnte die Wahl aber auf den Ölpreis haben.

Anders als nach der US-Präsidentschaftswahl vor vier Jahren erwarten Analysten von der Wahl diesmal keinen großen Effekt auf den Goldpreis. Entscheidender Preistreiber blieben die Corona-Krise und die Nullzinspolitik der Notenbanken, heißt es.

2016 war der Goldpreis nach der Wahl von Donald Trump innerhalb weniger Wochen um rund 13 Prozent gefallen. Derzeit pendelt die Notierung weiter um 1.900 US-Dollar die Feinunze, am Donnerstagmorgen sind es 1.918 US-Dollar. Damit bleibt das Allzeithoch von 2.069,22 US-Dollar vom August weit entfernt. Seit Jahresanfang ist der Preis aber immer noch um knapp 27 Prozent gestiegen.

 


 

Gold-ETCs: Weiter beliebt

Anleger kaufen weiter ETCs, wie Carsten Schröder von der Société Générale berichtet. Zugegriffen wird dem Händler zufolge vor allem beim Xtrackers IE Physical Gold EUR Hedged. Florian Lenhart von der Unicredit Group meldet vor allem Interesse an Xetra-Gold.

Xetra-Gold blieb in den vergangenen vier Wochen umsatzstärkster ETC im Handel an der Börse Frankfurt. Viel um ging außerdem im Xtrackers Physical Gold mit und ohne Währungsabsicherung, im Invesco Physical Gold, im WisdomTree Physical Gold und im Amundi Physical Gold. Der Bestand von Xetra-Gold verharrt auf hohem Niveau von 222 Tonnen.

Auch die Preise der Edelmetalle Silber und Platin haben sich von ihren Höchstständen entfernt. Hohe Umsätze gab es vor allem im WisdomTree Physical Silver und im Xtrackers Physical Silver. Schröder beobachtet viele Käufe von Platin-ETCs.

Öl-Freund Trump versus Erneuerbare Energien-Anhänger Biden

Ungewöhnlich weit oben auf der Umsatzliste der Börse Frankfurt finden sich diesmal Öl-ETCs. Anders als bei Gold dürfte die US-Wahl für Öl durchaus eine Rolle spielen: Wie Eugen Weinberg von der Commerzbank feststellt, ist Trump für die Ölmärkte der Favorit.

Trump habe sich für die Ölbranche eingesetzt und zudem das Atomabkommen mit dem Iran gekündigt. Damit habe er die Rückkehr des Landes auf den Weltmarkt behindert. Bidens Fokus auf alternative Energien werten Analysten für die Ölmärkte eher negativ.

Zuletzt ist der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent wieder etwas gestiegen und liegt aktuell bei 40,87 US-Dollar. Anfang des Jahres waren es 70 US-Dollar, im März-Tief 21 US-Dollar.

Umsatzstärkste ETCs an der Börse Frankfurt sind der WisdomTree Brent Crude Oil, der WisdomTree WTI Crude Oil 2x Daily Leveraged, der WisdomTree WTI Crude Oil und der Xtrackers Brent Crude Oil Optimum Yield EUR Hedged. Die UniCredit Group registriert vor allem Zuflüsse in den WisdomTree WTI Crude Oil.

Kupferpreis auf Zweijahreshoch

Deutlich gestiegen sind in den vergangenen Monaten die Preise einiger Industriemetalle. Der Kupferpreis kletterte vor zwei Wochen sogar über 7.000 US-Dollar die Tonne, das war der höchste Preis seit mehr als zwei Jahren. Jetzt sind es immer noch 6.801 US-Dollar.

Mobeen Tahir von WisdomTree sieht immer noch Potenzial: Der deutliche Kursanstieg von Kupfer sei zwar teilweise auf COVID-bedingte Versorgungsstörungen zurückzuführen. Kupfer profitiere aber sowohl von zyklischem als auch von strukturellem Rückenwind.

„Kupfer ist in drei Schlüsselbereichen der Elektromobilität verbreitet: Energiespeicherung; Ladeinfrastruktur sowie der Produktion von Fahrzeugen“, erläutert Tahir. Durch die starke Leitfähigkeit sei es zudem unverzichtbarer Bestandteil von Stromerzeugungssystemen für erneuerbare Energien.

ETFs auf Abgabelisten

Rohstoff-ETFs werden laut Schröder derzeit eher abgegeben, etwa der BNP Paribas Easy Energy & Metals Enhanced Roll-ETF. „Gerade im Hinblick auf Energie sind Anleger wegen der US-Wahl wohl vorsichtiger“, meint der Händler. Ebenfalls eher abgegeben werde der ComStage Bloomberg Equal-weight Commodity ex-Agriculture. Der bildet die Wertentwicklung von 12 Rohstoffen durch Terminkontrakte ab.

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