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SMI: Schweiz unter Druck!
Das Kürzel SMI steht für Swiss Market Index und damit für den Leitindex der Schweizer Börse. 1988 erstmals mit 1.500 Punkten und den 30 größten und liquidesten Einzelwerten der Schweizer Börse aufgelegt, wurde der Index in 2007 auf 20 Titel reduziert. Gelistet sind Unternehmen wie Nestlé, UBS, Novartis oder die Swatch Group. Traditionell ist der SMI dem DAX immer ein paar Punkte voraus gewesen. So fand er in 2007 sein Hoch bei über 9.000 Punkten, bevor die Kurse erst bei 4.234 Punkten im März 2009 wieder drehten. Das aktuelle Jahreshoch wurde Mitte April bei 6.990 Punkten aufgestellt. Während der DAX seither einigermaßen konstant blieb, gab der SMI hingegen in der Spitze über 1.000 Punkte auf 5.942 Punkte ab und erreichte damit das aktuelle Jahrestief. Das ist eine ungewöhnliche Erscheinung bei der sonst so intakten Korrelation. Der Schweizer Markt ist offensichtlich isoliert unter Druck geraten.
Ausschlaggebend für diese Entwicklung ist der beinahe schon unheimlich starke Schweizer Franken. Die Nachfrage nach Franken ist aufgrund der Schwäche der anderen Währungen gestiegen, da der Franken als krisenfest gilt. Vor allem große private Vermögen haben sich zu deren Sicherung teilweise in Franken diversifiziert. Hier galt die Schweiz ja schon immer als eine Zuflucht. Weiterhin ist eine Spirale bei Fremdwährungskrediten entstanden. Manche europäische Nachbarn hatten sich in den ruhigen Zeiten vor der Krise Geld in der Schweiz zu attraktiven Konditionen geliehen und umgingen so den höheren Zins im Inland. Dies traf nicht nur auf den Euro-Raum zu, sondern beispielsweise auch auf Ungarn und die dortige Währung Forint. Der Preis für den günstigeren Zins ist jedoch die weniger offensichtliche Wette auf den Wechselkurs gewesen. Wenn Sie beispielsweise einen Kredit in Schweizer Franken bedienen müssen und für eine konstante Rate von X Franken nun aber immer mehr Euro, Zloty oder Forint auf den Tisch legen müssen, können Sie sich ausmalen, was das für Ihren Geldbeutel bedeutet. Dabei ist der Wechselkurs zuletzt um schon fast 20 Prozent weggeklappt. Im Zuge dieser Entwicklung fließen nun große Ströme an Geldern aufgrund dieser Rückzahlungen in den Frankenraum (Repatriierung) und tragen zu dessen Aufwertung bei. Die Schweizer Nationalbank SNB hat mehrfach durch große Zukäufe von Euro interveniert und dadurch bereits hohe Buchverluste in Kauf genommen. Der Effekt dieser Aktionen blieb bis dato allerdings – anhand des Wechselkurses kaum sichtbar – marginal! Somit ächzt die Schweizer Wirtschaft, die in einer globalen Welt ihre Gewinne zum Großteil im Ausland, also durch den Export, Beispiel Nestlé, erwirtschaftet, unter der starken Heimatwährung, da auch diese Gewinne in nun deutlich billigeren anderen Währungen anfallen. Dies erschwert den Wettbewerb drastisch. Auch fielen Schweizer Anlagen, aus Sicht des Auslands betrachtet, im Wert. Bisher hat diese Geschichte ihren Weg in die Medien noch nicht gefunden. Vielleicht steht also noch Schlimmeres bevor. Besserung ist beileibe nicht in Sicht.
Aktuell ist der SMI in einen volatilen Abwärtstrend übergegangen. Die großen Punktverluste wurden bereits angesprochen. Nach einem nur kurzen Dive unter die Marke von 6.000 konnte sich diese zwar behaupten, fraglich bleibt, ob sie einem zweiten drohenden Anlauf standhält. Hier liegt der aktuell spannendste Punkt. Behält der Trend seine Intensität bei, wird diese Marke früher oder später fallen. Danach betritt er einen weiten Raum ohne signifikante Unterstützungen und könnte bis auf vorerst 5.500 Punkte weiter fallen. Hier scheint eine neue nationale Krise zu warten – mit umgekehrten Vorzeichen.
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SMI im Tageschart mit RSI und MACD, Fibonacci Retracements und Pivots
Wie sieht es derzeit charttechnisch betrachtet beim SMI aus?
Für den Freitag als Handelstag generiert der SMI folgende Unterstützungen und Widerstände im Tageschart:
Unterstützungen S1/S2/S3 6.245,59/6.200,12/6.140,55 und Widerstände R1/R2/R3 6.350,63/6.410,20/6.455,67
Der SMI notiert zum Zeitpukt der Analyse mit 6.287,27 Punkten und einem RSI-Wert auf Basis des Tagescharts bei 52,1266.
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