Sonderbericht: Welche Aktienindizes sind am attraktivsten?

XTB: Der Marktcrash hat viele Anleger überrascht. Ein starker Rückgang der Aktienkurse könnte jedoch auch als eine Anlagechance gesehen werden, insbesondere angesichts der hohen Bewertungen der letzten Jahre. In dieser Analyse bewerten wir, wie bestimmte Aktienindizes im Vergleich zueinander stehen und untersuchen, wie sich die vergangenen Bärenmärkte in den USA abgespielt haben.

Welche Märkte bieten einen besseren Wert?

Die Coronavirus-Pandemie hat an den weltweiten Aktienmärkten massive Einbrüche verursacht. Einige wurden härter getroffen als andere, aber niemand wurde verschont. Als sich die Situation jedoch beruhigte, begann man sich zu fragen, welche Märkte zu den Gewinnern gehören könnten, wenn die Erholung einsetzt. Die Anleger versuchen oft Aktien herauszufiltern, die während der Krise oder in der anfänglichen Erholungsphase eine Outperformance erzielen könnten, aber ebenso gut könnte diese Logik auf die gesamten Märkte (Indizes) angewendet werden.

Unser Ansatz bestand darin, die aktuellen Kennzahlen – KGV und KUV – zu betrachten und mit dem 10-Jahresdurchschnitt zu vergleichen.

Offensichtlich werden sich die Unternehmensergebnisse im Laufe des nächsten Jahres erheblich verschlechtern, sodass Anleger mit einem erheblichen Abschlag vom Durchschnitt rechnen müssen.

Dies wird auf der horizontalen Achse der beiden folgenden Diagramme dargestellt.

Aber auch hier sollte differenziert werden.

 


 

Einige Märkte könnten anhaltend höhere KGVs haben oder KGVs, die mehr wachstumsorientierte Aktien haben.

Märkte, in denen die Unternehmen ihre Ergebnisse verbessern konnten, könnten auch einen geringeren Abschlag im Vergleich zu den Märkten bieten, in denen die Ergebnisse stagnierten (oder sogar zurückgingen).

Dies ist die vertikale Achse.

 

Der MEXComp, der RUS50 und der W20 sehen attraktiv aus, wenn man den KGV-Abschlag und ihr Wachstum in der Vergangenheit betrachtet. Von den entwickelten Märkten sehen der NED25 und der FRA40 relativ gut aus. Quelle: Bloomberg, XTB Research

Der MEXComp, der RUS50 und der W20 sehen attraktiv aus, wenn man den KGV-Abschlag und ihr Wachstum in der Vergangenheit betrachtet. Von den entwickelten Märkten sehen der NED25 und der FRA40 relativ gut aus. Quelle: Bloomberg, XTB Research

 

In der obigen Grafik haben wir die Daten für einige wichtige Aktienindizes bereitgestellt. Die Gewinnwachstumsraten der letzten fünf Jahre wurden mit den aktuellen Abweichungen von dem 10-Jahres-KGV-Durchschnitt grafisch verglichen. Die allgemeine Idee ist, dass Indizes, die über der blauen Linie liegen, attraktiver bewertet werden. Warum ist das so? Weil sie mit einem größeren Abschlag auf ihre historischen Gewinnmultiplikatoren gehandelt werden und höhere Gewinnwachstumsraten aufweisen.

Hier können Sie sehen, dass nach der Erholung am Quartalsende einige Märkte nicht einmal mehr einen Abschlag bieten. Dies gilt insbesondere für den südkoreanischen KOSP200, aber auch für den technologielastigen US100 sowie den Favoriten der Anleger: Der DE30.

Am anderen Ende des Spektrums sieht man vor allem die Schwellenländer: MEXComp (Mexiko), RUS50 (Russland) und W20 (Polen).

Seien Sie vorsichtig mit dem RUS50, da ein großer Abschlag nicht einmal den starken Rückgang der Ölpreise widerspiegeln könnte. Aus dem Bereich der entwickelten Märkte scheinen der NED25 und der FRA40 mit dieser Methode einen besseren Wert zu bieten.

 

Der ähnliche Chart mit den KUV-Daten und den Umsatzwachstumsraten unterstreicht ebenfalls die relative Attraktivität von dem RUS50. Quelle: Bloomberg, XTB Research

Der ähnliche Chart mit den KUV-Daten und den Umsatzwachstumsraten unterstreicht ebenfalls die relative Attraktivität von dem RUS50. Quelle: Bloomberg, XTB Research

 

Wie man sieht, sind die Indizes jedoch weniger stark verstreut. Die meisten europäischen Indizes liegen nahe an der blauen Linie, aber der FTSE 100 (UK100) scheint etwas besser positioniert zu sein, als die anderen Indizes.

Wie man sehen kann, scheint der Dow Jones (US30) der attraktivste unter den US-Indizes zu sein.

Der russische RTS-Index (RUS50) sieht auf beiden Charts attraktiv aus.

 


 

Die chinesische Aktien scheinen nach beiden Bewertungsmethoden weniger attraktiv zu sein.

 

Timing als Schlüssel: Können wir aus der Vergangenheit lernen?

 

 

Vergleich verschiedener Bärenmarkt-Perioden (100 = Hoch vor dem Crash). Quelle: Macrobond, XTB Research

Vergleich verschiedener Bärenmarkt-Perioden (100 = Hoch vor dem Crash). Quelle: Macrobond, XTB Research

 

Nach einem Börsencrash fragt sich jeder: Ist es bereits ein guter Zeitpunkt, um Aktien zu kaufen? Die Frage ist derzeit besonders knifflig zu beantworten, da wir vor einer Krise von beispiellosem Ausmaß stehen. Wir können uns jedoch an der historischen Performance der Aktienmärkte in Krisenzeiten orientieren.

Wie man in dem obigen Chart sehen kann, ähnelt der anhaltende Ausverkauf sehr stark dem Börsencrash von 1987.

Die wirtschaftliche Situation könnte jedoch nicht unterschiedlicher sein als zwischen diesen beiden Ereignissen.

 


 

Dennoch dienten die Niveaus, die Rückgänge von 35%, 45% oder 55% gegenüber dem Hoch vor der Krise ausmachten, oft als Wendepunkte bei anderen Ausverkäufen.

Da niemand weiß, wie tief der Markt fallen wird, könnte ein kluger Ansatz darin bestehen, das Kapital und die Einstiegsniveaus aufzuteilen, anstatt zu versuchen, den Tiefpunkt zu finden und entweder zu früh mit dem gesamten Kapital einzusteigen oder die Gelegenheit ganz zu verpassen.

 

Es ist gut, einen Plan zu haben

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der RUS50 sowohl hinsichtlich der Erträge als auch des Umsatzes vielversprechend aussieht, aber auch andere Schwellenländer und einige Industrieländer sind attraktiver als der Durchschnitt und haben keine Belastung durch die niedrigen Ölpreise. Niveaus wie -35%, -45% oder -55% gegenüber dem Hoch dienten in der Vergangenheit als Wendepunkte, und obwohl jeder Bärenmarkt anders ist, könnte diese Erfahrung bei dem Timing helfen.

Es sollte jedoch angemerkt werden, dass vor weniger als 50 Tagen das Hoch ausgebildet wurde.

Während einiger Ausverkäufe, wie zum Beispiel 2000-2002, hat der Markt erst anderthalb Jahre nach dem Hoch seinen Tiefpunkt erreicht.

Dies könnte darauf hindeuten, dass die Bewegung nach unten oft durch Mini-Rallyes wie diejenige, die wir gegen Ende März gesehen haben, abgefangen werden könnte.

 

Der US500 stieg um rund 20% von seinem am 23. März erreichten Tief. Der Index steckt jedoch in einem Konsolidierungsbereich zwischen den Fibonacci-Retracements von 23,6% und 38,2% (2.470 bis 2.635 Punkte) fest. Da die Neugewichtung am Quartalsende aus dem Weg geräumt ist, könnte der Index nun die wirtschaftliche Realität besser widerspiegeln. Sollte sich die Lage verschlechtern, ist die Unterstützung bei 2.400 Punkten die nächste, die man im Auge behalten sollte. Quelle: xStation 5

Der US500 stieg um rund 20% von seinem am 23. März erreichten Tief. Der Index steckt jedoch in einem Konsolidierungsbereich zwischen den Fibonacci-Retracements von 23,6% und 38,2% (2.470 bis 2.635 Punkte) fest. Da die Neugewichtung am Quartalsende aus dem Weg geräumt ist, könnte der Index nun die wirtschaftliche Realität besser widerspiegeln. Sollte sich die Lage verschlechtern, ist die Unterstützung bei 2.400 Punkten die nächste, die man im Auge behalten sollte. Quelle: xStation 5

 

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