Städtevergleich der Consorsbank: Deutschlands beste Anleger

Wo wohnen Deutschlands vermögendste private Investoren? Sind sie eher jünger oder älter, männlich oder weiblich? Wie aktiv handeln sie? Auf welche Wertpapiere setzen sie? Und wie haben sich ihre Depots zuletzt entwickelt? Die Consorsbank hat anonym Daten ihrer volljährigen Kunden in den zehn größten Städten der Bundesrepublik ausgewertet für den Zeitraum 2021 bis 2025 – auf der Suche nach Deutschlands besten Anlegern.

Betrachtet wurden aktive Anleger, die in den untersuchten Jahren jeweils mindestens einmal einen Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers ausgeführt haben und / oder über einen Sparplan verfügten, in den mindestens eine Einzahlung floss.

 

München hat die meisten und vermögendsten Wertpapierbesitzer

München verzeichnet gemessen an der Einwohnerzahl die höchste Dichte an Anlegern, die in Aktien, ETFs & Co. investieren. Der Wertpapierbesitzer-Index liegt dort bei 92,1. Er errechnet sich wie folgt: Auf München entfallen 12,7 Prozent aller Einwohner der zehn untersuchten Städte und 24,4 Prozent aller aktiven Trader in den zehn Metropolen.

Der Trader-Anteil übertrifft den Bevölkerungsanteil somit um 92,1 Prozent. In Dortmund, dem Schlusslicht im Ranking, dagegen macht die Bevölkerung einen Anteil von 5,1 Prozent aus, die Trader dort stellen aber nur einen Anteil von 2,5 Prozent. Entsprechend liegt der Wertpapierbesitzer-Index bei -51,0.

 

Wertpapierbesitzer-Index 2025

Quellen: Statistisches Bundesamt, Consorsbank; Sortierung nach Index-WertStand: Bevölkerung 31.12.2024, Trader 31.12.2025

Quellen: Statistisches Bundesamt, Consorsbank; Sortierung nach Index-Wert Stand: Bevölkerung 31.12.2024, Trader 31.12.2025

 

Spitzenplatz und rote Laterne gehen an München und Dortmund auch in der Rangliste der Städte nach dem Wertpapiervermögen pro Kopf. So lag der Median* Ende 2025 in München bei fast 50.200 Euro, während die Anleger in Dortmund im Mittel auf rund 22.300 Euro kamen. Dafür verbuchten die Dortmunder mit 77,6 Prozent den größeren Vermögenszuwachs gegenüber dem Jahr 2021. In München legte das mittlere Vermögen im gleichen Zeitraum um 71,5 Prozent zu.

 

Entwicklung des Wertpapiervermögens (Median*) 2021 bis 2025 in EUR

Quelle: Consorsbank; Stand: jeweils zum 31.12.; Sortierung nach Vermögen 2025*Der Medien teilt die Datenreihe in zwei gleich große Hälften. Eine Hälfte der Daten liegt unterhalb und die andere Hälfte oberhalb des Medians. Mit dieser Betrachtung fallen Extremwerte weniger ins Gewicht als beim arithmetischen Mittel.

Quelle: Consorsbank; Stand: jeweils zum 31.12.; Sortierung nach Vermögen 2025 *Der Medien teilt die Datenreihe in zwei gleich große Hälften. Eine Hälfte der Daten liegt unterhalb und die andere Hälfte oberhalb des Medians. Mit dieser Betrachtung fallen Extremwerte weniger ins Gewicht als beim arithmetischen Mittel.

 

 

Stuttgart hat den größten Anteil junger Anleger

Stuttgart weist den größten Anteil junger Anleger im Alter bis 35 Jahr auf. Er liegt bei rund einem Viertel. Berlin kommt unterdessen nur auf etwa 18 Prozent. Bei den älteren Anlegern ab 51-Jahren ist Bremen der Spitzenreiter mit einem Anteil von knapp 51 Prozent. Leipzig kommt in dieser Generation nur auf einen Anteil von rund 36 Prozent.

 

Anteile der Altersgruppen aktiver Kunden 2025 in Prozent

Quelle: Consorsbank; Stand: 31.12.2025; Sortierung alphabetisch

Quelle: Consorsbank; Stand: 31.12.2025; Sortierung alphabetisch

 

Betrachtet man die Geschlechter-Verteilung bei den aktiven Anlegern, ist das Feld recht eng beieinander. Die Männer stellen insgesamt rund zwei Drittel, die Frauen ein Drittel. München verzeichnet beim Frauenanteil den höchsten Wert mit 33,5 Prozent, Dortmund mit 28,3 Prozent den niedrigsten.

 

Kölner haben als einzige mehr ETFs als Aktien im Depot

In den Depots der Anleger dominieren in allen zehn untersuchten Städten Aktien und Exchange Traded Funds (ETFs) – allerdings mit unterschiedlichem Gewicht. Aktien-Hauptstadt ist Berlin. Hier entfallen 54 Prozent des Wertpapiervermögens auf Anteile an Einzelunternehmen. In Köln sind es dagegen nur 43 Prozent. Die Domstädter sind im Städtevergleich auch die einzigen, bei denen mehr Vermögen in ETFs lagert als in Aktien.

Gemanagte Fonds landen in allen Städten mit weitem Abstand hinter Aktien und ETFs auf Rang drei im Depot-Mix. Mit 9,7 Prozent ist der Anteil in Leipzig noch am größten. Die Sachsen leben bei der Anlage in Fonds auch das Thema Nachhaltigkeit am stärksten. Der Anteil nachhaltiger Fonds und ETFs nach Artikel 8 und 9 der EU-Offenlegungsverordnung beläuft sich dort auf 13,5 Prozent des gesamten Wertpapiervermögens. In Stuttgart auf Rang zwei sind es 11,2 Prozent. Schlusslicht ist München mit 9,8 Prozent.

 

Depotzusammensetzung nach Wertpapierart 2025 in Prozent

Quelle: Consorsbank; Stand: 31.12.2025; Sortierung alphabetisch

Quelle: Consorsbank; Stand: 31.12.2025; Sortierung alphabetisch

 

Münchner traden am fleißigsten

Die höchsten Trading-Umsätze verbuchen die Münchner Anleger. Sie tätigten 2025 im Mittel (Median*) Käufe und Verkäufe im Wert von rund 18.800 Euro. Abermals am Ende des Rankings findet sich Dortmund. Dort lag der Median bei den Trading-Umsätzen zuletzt bei rund 9.800 Euro.

 

Trading-Umsatz pro Kunde (Median) 2025 in EUR

Quelle: Consorsbank; Stand: 31.12.2025; Sortierung nach Umsatz *Der Medien teilt die Datenreihe in zwei gleich große Hälften. Eine Hälfte der Daten liegt unterhalb und die andere Hälfte oberhalb des Medians. Mit dieser Betrachtung fallen Extremwerte weniger ins Gewicht als beim arithmetischen Mittel.

Quelle: Consorsbank; Stand: 31.12.2025; Sortierung nach Umsatz *Der Medien teilt die Datenreihe in zwei gleich große Hälften. Eine Hälfte der Daten liegt unterhalb und die andere Hälfte oberhalb des Medians. Mit dieser Betrachtung fallen Extremwerte weniger ins Gewicht als beim arithmetischen Mittel.

 

Die Geschmäcker bei den am meisten gehandelten Aktien sind durchaus unterschiedlich. Während die Anleger bei Rheinmetall und Nvidia im Jahr 2025 noch mehr oder weniger gleichermaßen zugriffen bzw. verkauften, wird es danach schnell diverser: So landet etwa Siemens Energy in Düsseldorf auf Platz 3, kommt in Stuttgart aber nur auf Rang 25. Das Rüstungs-Unternehmen Renk Group war in Dortmund der am zweithäufigsten gehandelte Wert im vergangenen Jahr, findet sich in Hamburg aber erst auf Platz 25.

 

 

Top-Aktien nach Handelsumsatz 2025

Quelle: Consorsbank; Stand: 31.12.2025; Ranking nach durchschnittlicher Platzierung über alle Städte hinweg Farbmarkierungen: Aktien, bei denen mehr als 10 Plätze Abstand zwischen der höchsten (grün) und niedrigsten (rot) Platzierung liegen Hinweis: Die Tabelle gibt lediglich eine Übersicht und stellt keine Kaufempfehlung dar

Quelle: Consorsbank; Stand: 31.12.2025; Ranking nach durchschnittlicher Platzierung über alle Städte hinweg Farbmarkierungen: Aktien, bei denen mehr als 10 Plätze Abstand zwischen der höchsten (grün) und niedrigsten (rot) Platzierung liegen Hinweis: Die Tabelle gibt lediglich eine Übersicht und stellt keine Kaufempfehlung dar

 

Im Depotbestand – gemessen am Anlagevolumen – stehen Allianz, Apple und Nvidia ganz vorne. Lediglich Bremen schert deutlich aus. Dort landet der Chip-Konzern Nvidia nur auf Rang 15, während er sich in allen anderen Städten unter den Top-3 findet. Dafür schafft es die Münchener Rückversicherung (Munich Re) in Bremen auf Platz drei.

 

Top-Aktien nach Bestandsvolumen 2025

Quelle: Consorsbank; Stand: 31.12.2025; Ranking nach durchschnittlicher Platzierung über alle Städte hinwegFarbmarkierungen: Aktien, bei denen mehr als 10 Plätze Abstand zwischen der höchsten (grün) und niedrigsten (rot) Platzierung liegen
Hinweis: Die Tabelle gibt lediglich eine Übersicht und stellt keine Kaufempfehlung dar

Quelle: Consorsbank; Stand: 31.12.2025; Ranking nach durchschnittlicher Platzierung über alle Städte hinweg Farbmarkierungen: Aktien, bei denen mehr als 10 Plätze Abstand zwischen der höchsten (grün) und niedrigsten (rot) Platzierung liegen Hinweis: Die Tabelle gibt lediglich eine Übersicht und stellt keine Kaufempfehlung dar

 

Schaut man sich die regionale Verteilung der Aktienbestände an, gibt es einen Home-Bias in Richtung deutsche Titel. In allen Städten haben zwischen zehn und zwölf der Unternehmen, die unter den Top-20 landen, ihren Stammsitz hierzulande. Hier finden sich nahezu ausschließlich Schwergewichte aus dem Dax. Ausländische Titel im Bestand stammen überwiegend aus den USA. Es dominieren die großen Tech-Marken wie Nvidia, Apple, Meta, Alphabet oder Microsoft.

Nur in Bremen, Düsseldorf und Hamburg gesellen sich noch andere Länder hinzu. Den ausgeprägtesten regionalen Mix weisen die Bremer Anleger auf. Dort finden sich neben elf deutschen und sechs US-Titeln auch noch jeweils eine Aktie aus Frankreich, der Schweiz und den Niederlanden unter den Top-20.

 

Bremer verbuchen die beste Depot-Performance

Wer hatte das beste Händchen beim Anlegen in den zurückliegenden fünf Jahren? And the winner is… Bremen! Die Anleger in der Hansestadt verbuchten über den Zeitraum von 2021 bis 2025 eine Depot-Performance von 29,6 Prozent und liegen damit knapp vor den Dortmundern, die sich über ein Plus von 29,1 Prozent freuen konnten. Schlusslicht im Ranking der zehn größten Städte in Deutschland ist Stuttgart. Auch dort kann sich die Rendite von 19,1 Prozent, die aktive Anleger erzielten, aber noch sehen lassen.

 

Depot-Performance 2021 bis 2025 in Prozent

Quelle: Consorsbank; Stand: 31.12.2025; Sortierung nach PerformanceHinweis: Frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Investitionen in Wertpapiere unterliegen Kurs- und Verlustrisiken.

Quelle: Consorsbank; Stand: 31.12.2025; Sortierung nach Performance Hinweis: Frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Investitionen in Wertpapiere unterliegen Kurs- und Verlustrisiken.

 

Zugrunde liegt eine vereinfachte Performance-Berechnung. Dabei werden die Depotsalden zu Anfang und zu Ende des Untersuchungszeitraums unter Herausrechnung von Zu- oder Abflüssen beispielsweise durch Wertpapierüberträge und unterjährigen Käufen und Verkäufen betrachtet. Dividendenzahlungen, sofern sie nicht automatisch wiederangelegt wurden, finden ebenso wenig Berücksichtigung wie Gebühren. Insofern handelt es sich um Annäherungswerte, die nichtsdestotrotz einen Vergleich erlauben.

Woher rührt der Vorsprung der Bremer? So richtig will kein Faktor ins Auge springen. Beim Trading gibt es keinen großen Ausschlag in Richtung einer Wertpapiergattung. Der Mix der Wertpapierarten im Depot ist ebenfalls wenig auffällig. Allenfalls die regionale Verteilung des Aktienbestandes hebt sich vom Rest des Feldes etwas ab.

Hier ist eher noch verwunderlich, dass die Aktie von Nvidia bei den Bremern deutlich unterrepräsentiert ist im Vergleich zu den anderen Städten, legte sie doch mit einem Plus von rund 1500 Prozent in den zurückliegenden fünf Jahren eine außergewöhnliche Performance hin.

Vielleicht sind genau die Unauffälligkeit und die Haltung, nicht jedem Trend zu folgen, das Geheimnis. Möglicherweise spielt es auch eine Rolle, dass Bremen den höchsten Anteil älterer Trader ausweist, die entsprechend über mehr Erfahrung verfügen. Stuttgart am Ende des Perfomance-Rankings hat den größten Anteil junger Anleger. Es darf spekuliert werden…

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