USD/JPY: Kommt nun die Trendwende?

Es ist noch nicht lange her, da habe ich in einem Währungsbericht auch auf die bedeutenden Schuldenstände von Japan und den USA hingewiesen. Gerade die USA sind in den letzen Wochen wieder in den Fokus der Devisentrader und Spekulanten geraten. Die totgesagte Missgeburt namens Euro feierte seitdem ein fulminantes Comeback. Ich erinnere mich noch deutlich an Kurse unterhalb der Marke von EUR/USD 1,2000. Viele “Experten” sprachen da schon von Parität und den Tod des Euros, dem Auseinanderfallen der Währungsunion. Nichts davon ist eingetreten. Trotz einiger verbaler Entgleisungen von Politikern, die nicht sehr viel von Märkten und schon gar nicht viel von den Devisenmärkten verstehen, ist die europäische Gemeinschaftswährung in beeindruckender Manier zurückgekehrt. Dies hat sie nicht nur konzertierten Rettungsaktionen der Teilnehmerländer und der EZB zu verdanken, sondern auch weiteren Reservekäufen und Anleihekäufen der Chinesen und Japaner. Durch diese Entwicklung kam der Greenback auch wieder etwas unter die Räder, weil man weiter wirtschaftlich betrachtet nicht so weit vorankommt, wie vor allem Deutschland und besonders der nördliche Teil Europas. Auch die desolate Finanzsituation der USA verhalf dem US-Dollar bei weitem nicht zu weiterer Stärke. Und sind wir doch einmal ehrlich – den Amerikanern kann dies doch nur geradezu passen. Durch einen günstigeren US-Dollar können sie ihr Vorhaben der Steigerung des Exportes und der Ausweitung der Exportwirtschaft doch viel leichter umsetzen, als mit einem US-Dollar, der 1:1 zum Euro notiert.

Euro hat sich prächtig erholt

Die Chinesen und Japaner investieren auch nicht ohne Grund in Euro-Anleihen und in den Euro. Gerade diese exportorientierten Volkswirtschaften haben ein starkes Interesse am weiteren Bestand der Euro-Zone und am Bestand ihrer sehr starken Konsumentenmärkte.

Schuldenkönig Japan

Japan ist ebenfalls wieder ins Visier der Devisenmärkte gelangt. Ich berichtete in vorherigen Ausgaben ja bereits über die enorme Schuldenstandsquote der Japaner. Die japanischen Staatsschulden türmen sich im Land der aufgehenden Sonne. Die Japaner, die weltweit die drittgrößte Volkswirtschaft stellen, zeigen auch bisher nicht einen Weg auf, der zum Ende der Schuldenmisere führen kann. Obendrein geben die politischen Gegebenheiten auch nicht gerade Anlass zur Freunde – Japans Politik ist schon seit mehreren Legislaturperioden immer wieder von Lagerwechseln geplagt. Immer neue Köche rühren an dem weiter aufquellendem Brei des Schuldenbergs mit immer anderen Rezepten herum – das schmeckt dem Markt bei weitem nicht!

Rating-Agantur stuft Japan herab

Die Rating-Agentur Standard & Poor´s hat Japan nun einen Dämpfer versetzt und die Keditwürdigkeit des Landes im aktuellen Rating um eine Note (Notch) auf AA- herabgesetzt. Innerhalb weniger Sekunden nach Bekanntgabe dieser Meldung stieg USD/JPY bereits an und erholte sich über den ganzen Donnerstag teils zu Kursen über USD/JPY 83,10.

Das Timing war auch ganz nett – knapp 15 Minuten vor der europäischen Markteröffnung kam schon die Initialzündung für die zwei aufeinanderfolgenden 40-Pip-Kerzen. Mit dem neuen Rating müssen sich die Japaner aber erst anfreunden. Das alles bringt ja nicht nur einen vielleicht günstigeren japanischen Yen, sondern auch sich verteuernde Ausfallversicherungen (CDS) für die Neuemission japanischer Staatsanleihen. So etwas kann auch nach hinten losgehen und Japan in einen weiteren Strudel ziehen. Japans Politiker werten solche Schritte immer negativ – man verliert in Asien nun mal sehr schnell sein Gesicht.

Japans Schulden sind anders!

Mit einem Punkt muss man aber bei den Japanern die Situation völlig anders bewerten. Die Lage Japans ist von der der USA strikt zu unterscheiden. Die größten Gläubiger der USA sind die Chinesen und Japaner. Bei Japans Staatsschulden ist das Schuldenportfolio im eigenen Land beheimatet. Japan hat folglich nur zu knapp fünf Prozent seiner Staatsanleihen in ausländischer Investorenhand. Die restlichen 95 Prozent der Schulden sind in Japans Depots verteilt. Dies ist natürlich eine besondere Situation, die man in keinem Griechenland, Irland, Portugal, USA und Großbritannien vorfindet. Gegenüber den anderen Schuldenkönigen aus Europa und Übersee ist Japan aber mit dem doppelten seiner Wirtschaftsleistung verschuldet!

Die Japaner haben nun einen Berg von Aufgaben zu bewältigen, um aus der jetzigen Rating-Klasse wieder aufzusteigen. Die Bevölkerung schrumpft, wird stets älter (ähnlich der Situation Deutschlands und anderen westeuropäischen Staaten) und kostet schon jetzt horrende Beträge im Bereich von Sozialabgaben. Seit den Neunzigern ist Japan wie gelähmt und kommt nicht aus seiner Situation der Niedrigzinsen und der Deflation deutlich heraus. Es muss sich langsam was tun – sonst kanns schnell mal “sayonara” heißen!

USD/JPY im Tageschart mit RSI, MACD, Pivotpunkten und Fibonacci-RetracementsKlicken Sie hier, um eine grafische Darstellung zu erhalten:

USD/JPY im Tageschart mit RSI, MACD, Pivotpunkten und Fibonacci-Retracements

Wie könnte es bei USD/JPY weitergehen?

Zum Zeitpunkt der Analyse liegt der Kurs des US-Dollar bei 82,9750 Yen (Donnerstag/18:58 Uhr).

Im 60min-Chart generiert USD/JPY folgende Werte: Unterstützungen S1/S2/S3 81,9425/81,6450/81,3150 und Widerstände R1/R2/R3 82,5700/82,9000/83,1975.

Der RSI notiert mit einem Wert von 52,2143 im neutralen Bereich.

USD/JPY generiert für den Freitag als Handelstag weiterhin folgende Fibonacci-Daten im 4h-Chartbild:

100% – 94,9985 / 61,8% – 89,3710 / 50% – 87,6326 / 38,2% – 85,8942 / 23,6% – 83,7434 /0% – 80,2667

Derzeit sieht es nach einer stabilen Bodenbildung aus. Auch durch die neue Siatuation rund um die hohe Schuldenstandsquote ist USD/JPY nun einer Neubewertung zu unterziehen. Zumindest zum japanischen Yen sollte der Greenback leichte Erholung zeigen!

Dirk Friczewsky, Chefanalyst Devisen-Alarm

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