Vier Jahre Ukraine-Krieg: Rohstoffmärkte zwischen Schock, Anpassung und Risiko

Am Dienstag jährte sich der Beginn des Krieges in der Ukraine zum vierten Mal. Der Konflikt löste 2022 einen der größten Rohstoffpreisschocks der vergangenen Jahrzehnte aus, mit direkten Auswirkungen auf Energie, Nahrungsmittel und Industriemetalle.

Auf den anfänglichen Schock folgte eine teilweise Normalisierung, doch geopolitische Risiken bleiben in den Preisen eingepreist.
  • Rohöl der Sorte Brent überschritt 2022 nach Beginn des Konflikts die Marke von 130 US-Dollar.
  • Europäisches Erdgas (TTF) überstieg auf dem Höhepunkt der Energiekrise 300 €/MWh.
  • Die Inflation in der Eurozone kletterte 2022 auf über 10%.
  • Europas Energieabhängigkeit von Russland wurde seither deutlich reduziert.
  • Metalle und Gold verzeichneten im gesamten Zeitraum eine hohe Volatilität.

 

Vermögenswert / Rohstoff Kriegsbeginn (Feb 2022) Aktueller Preis (Feb 2026) Ungefähre Veränderung
Brent-Öl ~$94 – $97 / Barrel ~$71,76 / Barrel -25%
Erdgas (TTF) ~$84,50 / MWh ~$32,00 / MWh -62%
Gold ~$1.808 / Unze ~$5.035 / Unze +178%
Weizen ~$8,00 / Scheffel ~$5,70 / Scheffel -28%
Nickel ~$24.015 / Tonne ~$17.155 / Tonne -28%

 

Energie: Vom historischen Schock zur relativen Stabilisierung

Unmittelbar nach Beginn der Invasion preiste der Markt das Risiko von Lieferunterbrechungen aus Russland ein – einem der weltweit größten Exporteure von Öl und Gas. Brent-Öl überschritt im März 2022 die Marke von 130 US-Dollar pro Barrel, während europäisches Erdgas (TTF) im Sommer desselben Jahres über 300 €/MWh notierte.

Vier Jahre später liegen die Preise deutlich unter den historischen Höchstständen. Europa hat seine Abhängigkeit von russischem Gas drastisch reduziert und einen erheblichen Teil der Importe durch Flüssigerdgas (LNG) aus den USA und dem Nahen Osten ersetzt. Trotz der Preiskorrektur bleibt jedoch eine geopolitische Risikoprämie in den Energiemärkten bestehen.

 

Brent Öl Chart

 

Agrarrohstoffe: Lebensmittelinflation und logistische Anpassungen

Vor dem Krieg entfielen rund 30% der weltweiten Weizenexporte auf Russland und die Ukraine. 2022 schossen die Agrarpreise in die Höhe und trugen maßgeblich zur globalen Lebensmittelinflation bei.

Mit der teilweisen Wiedereröffnung von Exportkorridoren im Schwarzen Meer und der Anpassung globaler Lieferketten korrigierten die Preise im Laufe der Jahre 2023 und 2024. Dennoch bleibt die Volatilität höher als im Vorkriegszeitraum.

 

Weizen Chart

 

Industriemetalle und Gold: Volatilität und Diversifikation

Der Nickelmarkt erlebte 2022 extreme Preisbewegungen, die zeitweise zur Aussetzung des Handels an der London Metal Exchange führten. Dieses Ereignis verdeutlichte die Verwundbarkeit globaler Lieferketten.

Gold profitierte von der erhöhten geopolitischen Unsicherheit und dem Inflationsumfeld und festigte seine Rolle als sicherer Hafen. In den vergangenen Jahren haben Zentralbanken ihre Goldreserven als Diversifikationsmaßnahme weiter ausgebaut.

 

Gold Chart

 

Makroökonomische Auswirkungen

Der Energieschock trug dazu bei, dass die Inflation in der Eurozone 2022 auf über 10% stieg. In der Folge leiteten die Europäische Zentralbank (EZB) und die US-Notenbank (Fed) einen aggressiven Zinserhöhungszyklus ein. Der ursprünglich geopolitische Konflikt hatte damit nachhaltige Auswirkungen auf das globale makroökonomische Umfeld.

 

Ausblick für Investoren

Trotz der teilweisen Normalisierung der Rohstoffpreise gegenüber den Höchstständen von 2022 bleibt das geopolitische Risiko ein struktureller Faktor bei der Preisbildung von Energie und bestimmten Metallen. Zudem dauert der Krieg weiterhin an, ohne dass ein absehbares Ende erkennbar ist. Verschärfend kommt ein neuer Konflikt zwischen den USA und dem Iran hinzu, der die Preise für Energierohstoffe erneut belastet.

Für Investoren hat diese Phase die Bedeutung von Diversifikation sowie die systematische Berücksichtigung geopolitischer Risiken als zentrale Variable in der Asset-Bewertung deutlich unterstrichen.

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