
Volkswirt Hüfner: Verbesserte Konjunkturaussichten
- Bessere Perspektiven in den USA und in Europa
- Lage bei Staatsschulden entspannter, andererseits mehr Inflation
- Gute Nachrichten für Aktien, schlechte für Renten.
Martin Hüfner, volkswirtschaftlicher Berater der österreichischen Vermögensanlagebank direktanlage.at, sieht bessere Perspektiven für die Konjunktur 2011. Sowohl in den USA als auch in Europa habe sich die Lage in den letzten Wochen zum Positiven verändert, viele Experten sehen schon ein „Jahr des Aufschwungs“. Gute Nachrichten für Aktien, schlechte für Renten, meint Hüfner.
„Bisher waren wir davon ausgegangen, dass sich das hohe Wachstum der Weltwirtschaft von 2010 im Jahr 2011 verlangsamen würde“, sagt Hüfner. „Der Internationale Währungsfonds rechnete in seiner Prognose mit einer Abschwächung von 4,8 auf 4,2 Prozent. Jetzt sieht es so aus, als ob 2011 doch nicht so viel schlechter ausfallen würde.“ Die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs spreche für 2011 von einem „Jahr des Aufschwungs“ nachdem 2010 für sie noch das „Jahr des Zweifelns“ war.
Was ist passiert? „In den USA war entscheidend, dass der Kongress die Steuersenkungen aus der Bush-Ära nicht zum Jahresende auslaufen ließ. Er hat sie noch einmal um zwei Jahre verlängert“, erklärt der Volkswirt. „In Europa betraf die Veränderung vor allem Deutschland. Jetzt setzt sich bei vielen die Ansicht durch, dass es sich bei dem Aufschwung nicht nur um eine zyklische sondern um eine strukturelle Erholung handelt.“
„Geldentwertung wird wohl zunehmen“
Die Wirtschaft sei besser aufgestellt, so Hüfner. Sie profitiere nicht nur von den günstigeren Bedingungen auf den Weltmärkten sondern habe auch einen stabilen Konsum und eine hohe inländische Investitionsneigung. „Diese guten Nachrichten haben positive Wirkungen auf die Schuldenproblematik in der Welt. Je höher das Wachstum, umso höher auch die Steuereinnahmen und umso geringer die konjunkturbedingten Staatsausgaben.“ Negative Auswirkungen sieht der Experte dagegen bei der Inflation.
Hüfner vermutet, dass die Geldentwertung bei besserem Wachstum im Laufe des Jahres noch zunehmen wird: „Damit steigt der Druck auf die Geldpolitik, die Zügel anzuziehen. Die Liquidität muss verringert, die Zinsen müssen erhöht werden. Die Schwellenländer haben damit schon angefangen. Die Europäische Zentralbank wird handeln, sowie sich die Nervosität an den Kapitalmärkten legt.“
Was heißt das für den Anleger? „Die Nachrichten vom höheren Wachstum der Weltwirtschaft sind gut für Aktien und schlecht für Renten“, so der direktanlage.at-Berater. „Einerseits steigen die Gewinne der Unternehmen. Das dürfte vor allem den US-Märkten zugute kommen. Sie hatten sich im letzten Jahr verhaltener entwickelt. Andererseits haben Bondinvestoren Angst vor Zinssteigerungen und halten sich mit Käufen trotz der hohen Liquidität zurück. Freilich ist immer zu bedenken, dass die Entwicklung an den Märkten nicht nur von der Konjunktur abhängt. Sie entscheidet über nicht mehr als das allgemeine ‚Grundrauschen‘.“
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