Wir nennen den Dienstag “May Day” | Investoren nervös vor Theresa Mays Rede

ThinkMarkets:

Es wirkt als wäre das Brexit Votum des Vereinigten Königreichs schon lange her, und doch ist uns die britische Regierung noch Antworten auf einige Fragen schuldig. Dies wird sich allerdings am Dienstag ändern. An diesem Tag dreht sich alles um Theresa May, da sie die Absichten des Vereinigten Königreichs endlich ankündigen wird. Ihre Worte haben das Potential den Markt über die folgenden Monate hinweg zu beeinflussen. Wir nennen diesen Tag "May Day" da die Wichtigkeit dieses Ereignisses nicht unterschätzt werden sollte. Dies ist das erste Mal, dass die Regierung des Vereinigten Königreichs zeigen wird, dass es keine Lockente ist, sondern tatsächlich einen Plan für den Brexit hat.


Bis jetzt hat May die Idee eines harten oder weichen Brexit eindeutig verworfen und auch klar darauf hingewiesen, dass das Vereinigte Königreich neue Deals mit der EU abschließen muss, die für beide Seiten vorteilhaft sind. All dies wird ihr zwar leicht von den Lippen gehen, doch ohne einen soliden Plan wird der Markt es ihr nicht abkaufen.

Am Dienstag hat sie also die Möglichkeit zu zeigen was sie meint, sowie dass sie das Zeug zu einer großartigen Führungspersönlichkeit hat. Die Nation ist gespalten was langfristig nicht gut für die Wirtschaft ist. Sie muss sicherstellen, dass zuerst jeder an Board ist, bevor sie das Vereinigte Königreich tatsächlich vom Schiff springen lässt.

Ein Faktor der ihr wohl helfen wird den Markt zu beruhigen, sind Donald Trumps neueste Aussagen über die Bereitschaft der USA neue Handelsabkommen mit dem Vereinigten Königreich abzuschließen. Sie wird sich dies mit Sicherheit zu Nutze machen und Investoren beteuern, dass nicht nur die USA einen Deal mit dem Vereinigten Königreich abschließen möchte, sondern dass es in der Tat eine Menge an wichtigen führenden Wirtschaftsnationen gibt, die dasselbe Bestreben haben.

Natürlich wird ihre Nachricht am Dienstag sehr wichtig für Brüssel sein und den Ton für Verhandlungen angeben. Zudem wird die EU wird nicht besonders erfreut sein mit dem Vereinigten Königreich zu verhandeln, dennoch sind die Themen Reisepasse und Immigration heikle Angelegenheiten, die innerhalb der kommenden Wochen und Monate in vielen Verhandlungen vorhanden sein werden.

Die Trennung des Vereinigten Königreich und der EU könnte ganz leicht zu der heftigsten und teuersten aller Zeiten werden. Im Markt herrschen weit verbreitete Spekulationen dass Theresa May in ihrer Herangehensweise zu einem harten Brexit tendiert. Sie wird wohl ihren Slogan "Brexit bedeutet Brexit" zur Realität machen. Allerdings wird die deutsche Kanzlerin Angela Merkel dem Vereinigten Königreich nicht kampflos Zugang zu Unternehmen innerhalb der Grenzen Deutschlands gewähren. Sie wird sicherstellen, ihre eigenen Ziele bezüglich Immigration zu erreichen.

In der Zwischenzeit erwarten wir, dass die Volatilität des Sterlings hoch bleiben wird und gehen davon aus, dass es am Dienstag große Bewegungen für die Währung geben wird. Eine der wichtigsten Zahlen ist der Support von 1,18 gegen den Dollar. Sollte diese Zahl durchbrochen werden, kann man getrost davon ausgehen, dass das Potential zur Erreichung der 1,15 Marke gegen den Dollar besteht.

Der FTSE wird seine langandauernden Rekordhochs eventuell nicht länger fortführen können, da sich ab Dienstag die Grundlagen der Wirtschaft ändern könnten. Der Irrtum dass Brexit die Wirtschaft des Vereinigten Königreichs beeinflusst hat, wird aufgehoben werden. Die Schwäche der Währung könnte den FTSE 100 Index eventuell nicht weiterhin antreiben, da Trader das Gesamtbild betrachten werden in welchem die Wirtschaft des Vereinigten Königreichs wohl wirkt, als würde sie leiden. Man sollte also wohl keine Long Position in einem Markt haben, in dem die Aussichten auf Aufwärtsbewegungen laufend rasch geringer werden.

Autor: Naeem Aslam

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