DAX30-Index – Wie nachhaltig ist die Kursrallye?
ETX Capital: Nach der US-Präsidentschaftswahl bleiben für die Börsianer diesseits und
jenseits des Atlantiks mehr Fragen offen, als beantwortet wurden. Denn mit
dem Sieg von Donald Trump kann keiner so genau sagen, wie die Wirtschafts-
und Finanzpolitik der USA in Zukunft aussehen wird.
Was man aufgrund seiner Aussagen im Wahlkampf aber schon sagen kann ist,
dass er für mehr Protektionismus und weniger Liberalisierung der heimischen
Wirtschaft steht. Weiterhin könnte feststehen, dass der Staat verstärkt in
die Infrastruktur des Landes investieren will. Dies will Trump laut seinen
Wahlkampfparolen mit neuen Schulden finanzieren. Dazu könnten mit ihm als
Präsident Steuersenkungen für Bürger und Unternehmen kommen, die ebenfalls
über neue Staatsanleihen finanziert werden sollen.
.
Doch wie sicher können Investoren in diesen Tagen ihre Entscheidungen auf
Basis von Wahlkampfaussagen treffen? Die Börsianer zumindest gehen erst
einmal bullish an die neue Präsidentschaft heran und sorgen, entgegen den
Erwartungen vor der Wahl, für steigende Kurse. Für den DAX30-Index bedeutet
dies, dass wir heute schon fast das Jahreshoch bei 10.828 Punkten erreicht
hatten. Das Tageshoch liegt bislang bei 10.794 Punkten.
Ein Blick auf den mittelfristigen Tageschart des deutschen Börsenbarometers
zeigt, dass nach dem fulminaten Reversal von gestern das übergeordnete
Chartbild für einen Ausbruch nach oben, über die Widerstandszone um die
Marke von 10.800 Punkten, zu sprechen scheint. Fast punktgenau konnte der
DAX30-Kurs an der wichtigen Unterstützungslinie bei 10.190 Punkten drehen
und notiert nun wieder an der oberen Begrenzung der breiten
Seitwärtsbewegung, die schon seit Monaten anhält.
Für die Bullen stellt sich aktuell die Frage, wie nachhaltig die erste
Reaktion auf den Ausgang der US-Wahl ist? Denn solange keine Klarheit über
die zukünftige Wirtschafts- und Finanzpolitik herrscht, solange könnte der
Kursanstieg nur eine Art Erleichterungsrallye sein, dass die Wahl endlich
vorbei ist. Erste Analystenstimmen aus den USA, wie etwa die von Morgan
Stanley, raten Anlegern defensiv zu agieren. Sie erwarten kurzfristig keine
Fortsetzung des Kursanstiegs an der Wall Street.
Von Oliver Bossmann
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