Clinton! Trump! Der US-Senat und das hohe Haus sind entscheidend
ETX Capital: Der US-Aktienkursentwicklung der letzten Wochen zufolge scheint für die
Investorenwelt Hillary Clintons Sieg im Rennen um das Weiße Haus schon so
gut wie entschieden zu sein. Vor allem in der politischen Berechenbarkeit
der Demokratin könnte der Grund für die positive Kursentwicklung der letzten
Wochen an der Wall Street liegen. Niemand kann sagen, was passiert, sollte
Donald Trump der nächste US-Präsident werden, und Unsicherheit ist Gift für
die US-Börsen. Demzufolge können Trader und Investoren davon ausgehen, dass
ein Sieg der Demokratin schon in den Kursen eskomptiert ist. Ein
unerwarteter Sieg Trumps könnte dieser Argumentation zufolge einen kleinen
Aktien-Crash auslösen.
Doch was passiert, wenn das erwartete Szenario eingetreten ist und Hillary
Clinton zur ersten US-Präsidentin gewählt wurde? Ein Blick über den
Tellerrand der US-Präsidentschaftswahl könnte zu dem Schluss führen, dass
Hillary Clinton zwar das kleinere Übel für die Kurse an der Wall Street
wäre, doch zu viel demokratische Politik könnte den Wall Street-Kapitalisten
ebenfalls die Suppe versalzen. Denn das könnte heißen, dass es zu mehr
Regulation und Staat in der Wirtschaft kommt. Hier kommt es vor allem darauf
an, wie sich der US-Senat und das Repräsentantenhaus in Zukunft
zusammensetzen. Mit einer Mehrheit in beiden Häusern kann ein US-Präsident
"durchregieren".
Der Umfrageseite von FiveThirtyEight zufolge liegt die Chance, dass die
Demokraten die Mehrheit im US-Senat zurückerobern können, bei 71 Prozent.
Weniger gut liegen die Chancen bei einer Rückeroberung der Mehrheit im
Repräsentantenhaus, nämlich bei nur sechs Prozent, wenn man den politischen
Voraussagen von CNN Glauben schenken mag. Sollte die momentan noch
vorhandene Mehrheit der Republikaner im US-Senat kippen, dann könnte sich
langsam aber beständig der politische Kurs durchsetzen, den die Wall Street
fürchtet, nämlich eine Politik, die auf gesellschaftlichen Ausgleich in
Bezug auf Chancengleichheit, Vermögens- und Einkommensverteilung setzt. Das
könnte in erster Linie auf eine höhere Besteuerung für Vermögende und
Investoren hinauslaufen.
Im Falle eines US-Präsidentschaftswahlsieges von Hillary Clinton könnte
demnach nicht von einer Fortsetzung der Kursrallye ausgegangen werden. Denn
nachdem das größere Übel Trump abgewendet wurde, könnten sich die Investoren
darauf fokussieren, dass der Schuss auch nach hinten losgehen kann. Für die
Kurse an der Wall Street könnte dies bedeuten, dass sie sich sowohl kurz-
als auch mittelfristig schwächer zeigen.
Von Oliver Bossmann
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