Aktie im Fokus: Nvidia auf der Überholspur – Warum die Aktie auch nach der Kursrally spannend bleibt
Von Jahresanfang bis Ende August hat die Aktie des amerikanischen Herstellers von Chips und Grafikkarten um mehr als 225 Prozent zugelegt, von 143 auf rund 490 US-Dollar.
Im Zuge des rasanten Aufstiegs verzeichnete Nvidia erstmals eine Marktkapitalisierung jenseits der Billionen-Dollar-Marke und könnte bald sogar in die Top 5 der wertvollsten Unternehmen aufsteigen – wenn die Nachfrage nach KI-Lösungen nicht nachlässt.
Zwar sieht es derzeit nicht danach aus, immerhin nimmt die Zahl neuer Modelle und Anwendungen weiter zu. Dennoch wäre es nicht das erste Mal, dass der Wind an der Börse schneller dreht als gedacht.
Dass Trends so schnell gehen können, wie sie gekommen sind, musste der Chip-Hersteller im Jahr 2022 selbst erfahren, als die Nachfrage nach Grafikkarten für das Krypto-Mining schlagartig zurückging.
Geschichte muss sich nicht wiederholen und es sieht danach aus, als sei bei Nvidia noch Luft nach oben für kräftiges Wachstum, doch wird sich der Grafikkartenhersteller zumindest langfristig neuen Herausforderungen stellen müssen.
Nvidia sichert sich Partnerschaft für KI-Wachstum
Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von über 30 für 2023/2024 ist Nvidia nicht die günstigste Aktie. Doch die blanke Kennziffer muss nicht zwangsläufig heißen, dass es mit den Kurssteigerungen vorbei ist.
Schließlich liefert das Unternehmen regelmäßig gute bis sehr gute Quartalsergebnisse – im jüngsten Quartal (per 30.7.) steigerte es den Gewinn pro Aktie um 150 Prozent (von 0,83 auf 2,09 Dollar).
Zudem spielen die derzeitigen Entwicklungen der KI-Branche Nvidia auf absehbare Zeit in die Karten. Zwar sind die Nutzerzahlen des Chatprogramms ChatGPT, das den Trend Anfang des Jahres ausgelöst hatte, Berichten zufolge im Sommer um zehn Prozent gefallen.
Es steht noch nicht fest, wie tief die Kooperation mit dem Suchmaschinenriesen, der zuletzt seinen eigenen ChatGPT-Konkurrenten namens Bard ins Rennen schickte, ausfallen wird. Wahrscheinlich ist aber, dass es erst der Anfang einer langen Liste an Partnerschaften sein dürfte.
Nvidia profitiert dabei von zwei wesentlichen Entwicklungen.
Nvidia hat einzigartige Stellung im Wachstumsmarkt für KI
Erstens: Längst ist KI nicht mehr nur auf Smartphones und PCs unterwegs, sondern begegnet uns alltäglich auch in anderen technischen Systemen, vor allem im Straßenverkehr. Seien es Fahrassistenzsysteme oder automatisiertes Fahren, Künstliche Intelligenz ist aus modernen Autos kaum wegzudenken.
Andere Bereiche wie die Industrie, Medizin, Agrarwirtschaft und Bildung wollen zunehmend maschinelles Lernen integrieren, der Hunger nach neuer Hardware dürfte auf lange Sicht zunehmen.
Das erwartete Wachstum lässt sich ersten Studien zufolge auch in Zahlen ausdrücken. So geht das Wirtschaftsprüfungsunternehmen PwC davon aus, dass KI-Lösungen bereits im Jahr 2030 einen Wert von rund 15,7 Billion US-Dollar erwirtschaften könnten.
Auch wenn solche Zahlen erst einmal hoch klingen, die Halbleiter-Industrie und das Web 2.0 haben gezeigt, wie viel Potenzial technische Revolutionen – zu denen die gerade beginnende KI-Welle zweifelsohne gehört – bereithalten.
Zweitens: Noch immer schafft es kein anderer Hersteller Nvidia bei der Herstellung und Nutzung von AI-Chips das Wasser zu reichen.
Konkurrenten wie AMD, die im klassischen Grafikkartensegment Nvidia die Stirn bieten, planen zwar hauseigene AI-Chips, spielen im Bereich Künstlicher Intelligenz derzeit aber keine Rolle.
Erste Startups basteln ebenfalls an – zumindest auf dem Papier konkurrenzfähigen – Produkten. Bis diese serienreif sind, dürfte allerdings noch Zeit vergehen.
Handelskrieg könnte Umsatz belasten
Es spricht vieles dafür, dass Nvidia einen Teil seiner goldenen Zeiten noch vor sich hat. Doch wo viel Licht ist, ist auch etwas Schatten. Langfristig muss sich Nvidia einigen Herausforderungen stellen: Zum einen werden immer mehr Hardwarehersteller auf den Markt für maschinelles Lernen drängen.
Darüber hinaus belastet der Handelskrieg zwischen den beiden Supermächten USA und China nach wie vor den Tech-Sektor. Die USA haben Nvidia bereits im September vergangenen Jahres untersagt, Teile seiner Hochleistungschips an chinesische Unternehmen zu verkaufen.
Auch wenn der Markt die Spannungen des China-Geschäfts bereits zu großen Teilen eingepreist haben dürfte, könnte der Handelskrieg das Geschäft des amerikanischen Herstellers zukünftig weiter belasten.
Vieles spricht für den Tech-Riesen
Insgesamt betrachtet befindet sich Nvidia trotz der herausfordernden Aspekte in einer vielversprechenden Position. Der steigende Bedarf an intelligenten Maschinen in verschiedenen Branchen und die Dominanz im AI-Chip-Markt sind starke Faktoren für das zukünftige Wachstum von Nvidia.
Die langfristigen Herausforderungen, wie der Wettbewerb von Hardwareherstellern und geopolitische Spannungen, sollten von Anlegern sicherlich berücksichtigt werden, aber die Geschichte hat gezeigt, dass innovative Unternehmen Wege finden, sich anzupassen und zu florieren.
Zumal auch die prognostizierten Wachstumsraten bei Nvidia nach wie vor beachtlich sind: Die Analystenschätzungen gehen von diesem auf das kommende Geschäftsjahr mit einer Steigerung beim Umsatz von knapp 50 Prozent aus (von 54,6 Mrd. auf 81,2 Mrd. Dollar).
Der Aktienkurs lässt sich auf die kommenden Monate zwar nicht seriös hervorsagen, es wäre aber nicht das erste Mal, dass eine Aktie nach einer starken Wachstumsphase noch Luft nach oben hat.
Branchengrößen wie Apple, Tesla und Microsoft haben in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt, dass nach kurzen Bremsern mit einer Kursrally noch nicht Schluss sein muss.
Anleger sollten Nvidia daher nicht abschreiben, sondern weiter im Blick behalten.
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