warnt Notenbanken vor einer überstürzten Zinserhöhung
Angesichts der wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Krieges hat der Internationale Währungsfonds (IWF) die Notenbanken zum umsichtigen Handeln aufgefordert. Es gelte zwar eine Inflationsspirale infolge anhaltender Energiepreisschocks durch eine mögliche Straffung der Geldpolitik zu verhindern, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa vor Beginn der Jahrestagung von IWF und Weltbank Anfang kommender Woche in Washington.
Zugleich müsse aber darauf geachtet werden, inwieweit sich die Wirtschaft durch den Nahost-Krieg abschwäche. Falls die Waffenruhe im Iran-Krieg halte und der Ölpreisschock nur von kurzer Dauer sei, könnten die Währungshüter die Zinsen bei einem nur leichten Anstieg der Inflation stabil halten. Das würde dann wie eine Lockerung der Geldpolitik wirken.
Voreilige Reaktion befürchtet
Die IWF-Chefin warnte die Notenbanken vor einer überstürzten Zinserhöhung, nur weil sie auf die Inflation nach der Corona-Pandemie zu spät reagiert hätten. „Seien Sie wachsam, konzentrieren Sie sich auf die Rahmenbedingungen, denn wenn Sie vorzeitig und unnötig straffen, verpassen Sie dem Wachstum einen Dämpfer“, sagte sie.
Es müsse vermieden werden, dass aus einem Angebotsschock ein Angebots- und Nachfrageschock wird. Die kurzfristigen Inflationserwartungen seien zwar gestiegen, die langfristigen jedoch nicht. Im Mittelpunkt der Frühjahrstagung werde die Aufgabe stehen, wie der Schock durch den Nahost-Krieg bewältigt werden könne, sagte Georgiewa.
Der IWF stelle sich auf Anfragen über Finanzhilfen im Volumen von 20 bis 50 Milliarden US-Dollar (17 bis 43 Milliarden Euro) ein. Keiner wisse, wie die Zukunft aussehe, „was wir aber wissen, ist, dass das Wachstum langsamer sein wird – selbst wenn der neue Frieden von Dauer ist“, betonte Georgiewa. Im Januar hatte der IWF für 2026 ein globales Wachstum von 3,3 Prozent prognostiziert.
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