Hohe Inflation: EZB vor möglicher Zinserhöhung im September
Die Europäische Zentralbank (EZB) wird Insidern zufolge auf ihrer nächsten Ratssitzung im September die Zinsen anheben.
Das sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen laut heutigen Berichten der Nachrichtenagentur Reuters. Die EZB lehnte eine Stellungnahme ab.
Angesichts einer Inflationsrate von knapp 3 Prozent und steigender Energiepreise halten die Notenbanker den Zeitpunkt für einen weiteren Zinsschritt offenbar für gekommen. Zugleich verweisen sie den Angaben nach auf die robuste Wirtschaft in der Eurozone.
Diese zeige, dass die Maßnahmen zur Eindämmung der Inflation die Konjunktur bislang nicht übermäßig belasteten.
Schnabel plädiert für höhere Zinsen
Unterdessen hat sich EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel ganz offen für höhere Leitzinsen zur Eindämmung der Inflationsrisiken ausgesprochen.
Beim aktuellen Leitzins sei es unwahrscheinlich, dass die Inflation mittelfristig auf das anvisierte Ziel zurückkehre, sagte Schnabel in einem heute veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg.
„Daher wird eine weitere Straffung erforderlich sein.“
Nach Ansicht von Schnabel ist eine Zinserhöhung zudem notwendig, um „frühzeitig zu verhindern, dass Zweitrundeneffekte auftreten“.
Dabei könnten steigende Energiekosten die Produktion von Waren verteuern und dadurch den Inflationsdruck weiter erhöhen.
Eine zu späte Zinserhöhung könne zudem dazu führen, dass danach eine noch stärkere Straffung der Geldpolitik notwendig wird, warnte die EZB-Direktorin.
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