Vorsicht vor Brief-Phishing: Gefälschte Bankpost im Umlauf – so können Sie sich schützen!

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher kennen Phishing-Angriffe aus ihrem digitalen Alltag: betrügerische E-Mails, SMS oder Messenger-Nachrichten, die nicht vom vorgetäuschten Absender stammen und häufig auf gefälschte Internetseiten führen.

In den vergangenen Monaten beobachten Banken, dass eine andere bekannte Betrugsmasche zurückkehrt: Brief-Phishing.

Dabei versenden Kriminelle täuschend echt aussehende Schreiben per Briefpost.

Sie erwecken den Eindruck, von einer Bank oder einem anderen vertrauenswürdigen Unternehmen zu stammen. Mit Künstlicher Intelligenz (KI) und professionellen Gestaltungsprogrammen können Betrüger Logos, Schriftarten, Formulierungen und Layouts sehr überzeugend nachahmen.

Die Briefe wirken auf den ersten Blick authentisch. Sie unterscheiden sich kaum von echter Bankpost. Ziel der Täter ist es, Empfängerinnen und Empfänger zu einer Handlung zu verleiten: Sie sollen persönliche Daten preisgeben, eine betrügerische Telefonnummer anrufen oder andere sicherheitsrelevante Aktionen ausführen.

 

So gehen Betrüger vor

Kriminelle versenden Briefe im Namen einer Bank. Häufig sollen Empfängerinnen und Empfänger einen QR-Code scannen, um ihre Daten zu bestätigen, ihre Zugangsdaten aktualisieren, neue AGB oder Sicherheitsbedingungen akzeptieren, sich wegen eines angeblich ablaufenden Kontos, Sicherheitsverfahrens oder einer dringenden Sperre telefonisch melden.

Besonders gefährlich: Manche Briefe enthalten eine Telefonnummer.

Am Telefon meldet sich angeblich eine Bankmitarbeiterin oder ein Bankmitarbeiter.

Tatsächlich landen Anruferinnen und Anrufer jedoch bei den Betrügern.

Diese versuchen, vertrauliche Daten oder Freigaben für Überweisungen zu erhalten.

 

So schützen Sie sich

Geben Sie niemals PINs, TANs oder persönliche Zugangsdaten weiter. Ihre Bank fragt diese Daten nicht ab. Scannen Sie keine QR-Codes aus unerwarteten Schreiben.

Dahinter kann sich eine täuschend echt wirkende Betrugsseite verbergen. Kontaktieren Sie im Zweifel ihre Bank, bevor Sie reagieren. Nutzen Sie ausschließlich die offiziellen Kontaktwege Ihrer Bank.

Verwenden Sie die Telefonnummer von der offiziellen Website oder aus der Banking-App, nicht aus unerwarteten Schreiben.

Prüfen Sie den Inhalt kritisch.

Zeitdruck, Drohungen oder die Aufforderung, sofort zu handeln, sind typische Warnsignale für Betrugsversuche.

Analyse der Broker-Test.de Redaktion

Die aktuelle Warnung des Bankenverbands vor dem sogenannten Brief-Phishing zeigt, dass Betrugsmaschen keineswegs nur im digitalen Raum stattfinden. Während viele Verbraucherinnen und Verbraucher inzwischen für verdächtige E-Mails und SMS sensibilisiert sind, setzen Kriminelle nun verstärkt wieder auf den analogen Kanal: die klassische Briefpost. Für Anlegerinnen und Anleger, die ihre Konten und Depots online verwalten, ist dies ein relevanter Hinweis, denn gefälschte Schreiben können den Zugang zu sensiblen Finanzdaten oder Freigaben für Überweisungen eröffnen.

 

Warum die Masche jetzt gefährlicher wird

Der entscheidende Kontext liegt in der technologischen Entwicklung.

Die Briefe unterscheiden sich damit kaum von echter Bankpost. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass selbst aufmerksame Empfängerinnen und Empfänger auf die Aufforderungen reagieren – sei es das Scannen eines QR-Codes, das vermeintliche Aktualisieren von Zugangsdaten oder der Rückruf unter einer angegebenen Telefonnummer.

Besonders kritisch ist die Kombination aus Brief und Telefon: Wer die im Schreiben genannte Nummer wählt, landet nicht bei der Bank, sondern direkt bei den Tätern. Diese versuchen, vertrauliche Daten oder Überweisungsfreigaben zu erhalten.

Der psychologische Hebel bleibt dabei klassisch: Zeitdruck, Drohungen und die Aufforderung zum sofortigen Handeln.

 

Brief-Phishing im Überblick
Einordnung für Bank- und Depotkunden
Chancen
  • Frühzeitige Sensibilisierung durch die Warnung
  • Klare Handlungsregeln (offizielle Kontaktwege nutzen)
  • Betrug erkennbar an typischen Warnsignalen
  • Banken fragen PINs und TANs grundsätzlich nicht ab
Risiken
  • KI macht Fälschungen kaum unterscheidbar
  • Briefpost wirkt vertrauenswürdiger als E-Mail
  • QR-Codes führen auf gefälschte Seiten
  • Telefonkontakt landet direkt bei Tätern
Quelle: Bankenverband / eigene Einordnung. Keine Anlageberatung.

 

 

Konkrete Schutzmaßnahmen für Anleger

Die zentralen Empfehlungen sind einfach, aber wirksam. Anlegerinnen und Anleger sollten niemals PINs, TANs oder persönliche Zugangsdaten weitergeben, da ihre Bank diese Daten nicht abfragt. QR-Codes aus unerwarteten Schreiben sollten nicht gescannt werden, weil sich dahinter täuschend echte Betrugsseiten verbergen können.

Für Rückfragen gilt: ausschließlich offizielle Kontaktwege nutzen, also die Telefonnummer von der offiziellen Website oder aus der Banking-App – nie aus einem unerwarteten Brief.

Disclaimer & Risikohinweis
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