Factor Investing – mit Datenanalyse zur Rendite

AXA IM: Bewertung, Qualität, niedrige Volatilität und Marktstimmung – das sind vier Faktoren, die jedem Investor bekannt vorkommen sollten. Sie bilden die Grundlage des sogenannten Factor Investing, also eines Anlagegrundsatzes, der auf Basis bestimmter Faktoren in Aktien investiert.

Nach Ansicht von Gideon Smith, Europa-CIO von AXA IM Rosenberg Equities, enthalten Faktoren Informationen über den zukünftigen Erfolg eines Unternehmens. „Bewertung und Qualität helfen uns, stabile, unterbewertete Unternehmen zu finden. Und Faktoren wie Marktstimmung können dazu beitragen, Unternehmen zu identifizieren, die hohes Wachstum und Erfolge erwarten lassen“, so Smith.

Die Kunst beim Factor Investing sei es, eben diese Informationen deuten zu können. Dabei verlassen die Rosenberg-Experten sich nicht allein auf Fundamentaldaten, sondern greifen auf unterschiedliche Modelle künstlicher Intelligenz zurück.

Research als Basis
„Die erste Voraussetzung für erfolgreiches Factor Investing ist, dass es aktiv und researchorientiert ist, da es Erträge über die Rendite einer – meist effizienten – Marktbenchmark erwirtschaften muss“, erläutert Smith. Jeder Faktorstrategie gehe ein Versprechen voraus, etwa eine Wertentwicklung über der Benchmark, höhere Dividenden oder weniger Konjunktursensitivität.

Ein Beispiel für ein Faktorportfolio sei die beliebte Low-Volatility-Strategie. Es verspricht unterdurchschnittliche Kursvolatilität – durch die Auswahl von Aktien, die im Schnitt weniger schwanken. „Um solche Grundlagen in Faktoren zu überführen und dann diversifizierte Portfolios zusammenzustellen, sind Investmentkompetenz, fundierte Analysen und korrekte Daten unumgänglich“, so der Experte.

Fundamentaldaten und Statistik
Um beispielsweise die zukünftige Aktienkursvolatilität zu prognostizieren, müsse mitunter vorausgesehen werden, wie erfolgreich oder erfolglos ein Unternehmen sein wird. Dies geschieht Smith zufolge mithilfe von Fundamentaldaten. „Doch zweifellos ist auch eine gewisse Modellierungskompetenz nötig.

Wie schwer zukünftige Unternehmenserfolge zu prognostizieren sind, sieht man am Beispiel von Next, einem britischen Einzelhandelsunternehmen, dessen Kursvolatilität 2016 und 2017 deutlich gestiegen ist. Next litt unter der höheren Inflation aufgrund der Pfundschwäche nach dem Brexit-Referendum. Hinzu kamen Sektorverschiebungen; es wurde weniger Bekleidung gekauft“, erläutert Smith.

 

 

Volatilitätssprünge sind dem Experten zufolge nur schwer zu antizipieren und alles andere als linear. Empirische Modelle, die auch mit ungewöhnlichen nichtlinearen Ergebnissen fertig werden, können hier Abhilfe schaffen. Rosenberg nutzt dazu zwei unterschiedliche Algorithmen: künstliche neuronale Netze und das Random-Forest-Modell.

Während erstere mithilfe von plausiblen Inputvariablen eine bestimmte Entwicklung vorhersagen, erweist sich zweiteres als sehr effizient, wenn es darum geht, in großen Datenmengen wichtige Zusammenhänge herauszufiltern. „Mit dieser Form des maschinellen Lernens können wir Aktien finden, bei denen Volatilitätssprünge zu erwarten sind. Darauf schließen wir sie aus den niedrigvolatilen Portfolios aus, um beste Ergebnisse zu erzielen.“

Maschinelles Lernen als Ergänzung
Die Analyse auf Basis dieser Techniken habe bereits zu einer deutlichen Verbesserung gegenüber einem einfacheren linearen Modell geführt. „In Backtests erwies sich das naive Modell bei der Prognose extremer Erträge in 73 Prozent aller Fälle als richtig. Mit den Techniken des maschinellen Lernens ließ sich die Quote auf 86 Prozent steigern, also um 13 Prozentpunkte“, berichtet Smith.

Modernere Techniken der Dateninterpretation können dem Experten zufolge also einen traditionelleren, eher fundamentalen quantitativen Modellansatz verbessern. „Wir meinen, dass die Anwendung solcher Techniken zu neuen Erkenntnissen führen kann, wenn es keinen etablierten ökonomischen Rahmen für statistische Zusammenhänge gibt. Allerdings muss der Analyst akzeptieren, dass die Daten den statistischen Modellzusammenhang festlegen“, so Smith.

Wichtig sei daher Transparenz bei der Nutzung und die Pflege dieser Techniken. „Die genannten Modelle sind durch öffentliche Code-Bibliotheken leicht zugänglich, aber ihre Interpretation und ihr Nutzen für Vermögensmanagement- und Altersvorsorgesysteme müssen klar sein. Erst dann ist eine praktische Anwendung möglich“, schließt der Experte.

DAX Analyse: Zweite Verkaufswelle rollt los

Insgesamt schwache Quartalszahlen sowie Prognosekürzungen haben dem DAX-Index zuletzt merklich zugesetzt und Anfang Juli eine Korrektur eingeleitet. Nach einem ersten Verlaufstief um 12.300 Punkten…

DAX legt Rückwärtsgang ein – Wall Street unterbricht Rekordjagd

Ein Ausbruch über 12.500 Punkte ist – das muss man für den Moment festhalten – dem Deutschen Aktienindex nicht gelungen. Im Gegenteil Aktuell kommt der Markt seiner Unterstützung bei 12.318 Punkten…

Bis zu 0,5% Zinsen p.a. mit dem neuen Mehr.Flex.Konto von NIBC Direct

NIBC Direct bringt pünktlich zum Sommerbeginn ein interessantes neues Produkt auf den Markt Das Mehr.Flex.Konto.Die kostenlosen Konten Flex30, Flex60 und Flex90 sind eine gute Möglichkeit, das Ersp…

EURUSD Analyse: Trübe Konjunkturaussichten

Für die Investoren war gestern der ZEW Index sehr enttäuschend. Dieser hat sich weiter verschlechtert, was auf eine weitere Eintrübung der Konjunktur in Deutschland hindeutet. Damit verfestigt sich…

Und wieder zögern die Anleger

Immer dieses Abwarten zum Handelsbeginn. Auch am Mittwoch hat sich das Muster der vergangenen Tage an der Frankfurter Börse wiederholt. Trotz Wall-Street-Hochs, US-Zinshoffnung und Entspannung in S…

Bitcoin fällt unter 10.000 USD – wie geht es weiter?

Der Bitcoin-Kurs befindet sich seit Ende Juni in einer volatilen Korrekturphase. Gestern rutschte die Kryptowährung um rund 1.400 USD nach unten. Wie geht’s weiter nach dem Mini-Crash?Kam es noch a…

GBP/USD: Das Drama nimmt seinen Lauf

Am Dienstag setzte das britische Pfund seinen Schwächeanfall ungebremst fort und sank zum Dollar auf den niedrigsten Stand seit April 2017. Dabei unterschritt das Cable die Schlüsselunterstützung i…

AUDUSD mit Rallypotential bis 0,72000 USD

AUSUSD notiert erneut am alten Trend hoch. Ein neuer Trend hat Potential. Silber ist ebenfalls extrem bullisch, während sich die kurzen deutschen Zinsen eher bärisch zeigen. AUDUSD erneut im Widers…

Aktie im Fokus: Daimler – negativer Kurstrend

Die Aktie des DAX-Konzerns Daimler notierte am 02. Januar 2019 bei 44,51 Euro auf einem hier für die Analyse relevanten Verlaufstief. Danach bildete das Wertpapier am 23. April 2019 bei 60,00 Euro …