Unsicherheit über Italien belastet Finanzmärkte

Bankenverband: Die Sorge der Anleger über einen drohenden Konflikt Italiens mit der Europäischen Union (EU) angesichts der Verschuldungspläne Roms hat am Freitag die Finanzmärkte und den Euro belastet. Der italienische Bankenindex fiel zeitweise um bis zu 5,3 Prozent und damit auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Wochen.

Die Aktien der italienischen Banken Banco BPM, UBI Banca und UniCredit brachen zeitweise um bis zu 7 Prozent ein. Die Risikoaufschläge für die zehnjährigen italienischen Anleihen zogen im Gegenzug um 18 Basispunkte auf 3,08 Prozent an.

EU-Kommissar Pierre Moscovici mahnte Italien heute zu einer vernünftigen Ausgabenpolitik. Die Schulden des Landes blieben seiner Meinung nach “explosiv”, sagte Moscovici. Die EU-Kommission habe kein Interesse an einem Konflikt mit Italien. “Aber wir haben auch kein Interesse daran, dass Italien die Regeln nicht akzeptiert und seine Schulden nicht reduziert.”

Die italienische Regierungskoalition hatte sich Donnerstagabend auf ein Defizitziel für 2019 in Höhe von 2,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes geeinigt. Börsianern zufolge dürfte Italien damit für lange Zeit ein kritisches Thema an den Finanzmärkten bleiben.

“Alle, die auf eine moderate Neuverschuldung gehofft haben, werden jetzt bitter enttäuscht”, sagte Fondsmanager Thomas Altmann vom Handelshaus QC Partners. “Wenn Italien in diesem Tempo neue Schulden anhäuft, muss die Frage nach der langfristigen Schuldentragfähigkeit gestellt werden.” Italien muss den kompletten Haushaltsentwurf 2019 bis zum 15. Oktober bei der EU-Kommission und der Eurogruppe einreichen.

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