2017 könnte das Jahr Europas werden

BMO Global Asset Management: "Die erste Runde der französischen Wahlen war in einer Hinsicht unauffällig: Das Ergebnis kam den Erwartungen aus den vorangegangenen Meinungsumfragen sehr nahe. Das Ausmaß der Marktreaktion jedoch zeigt, wie nervös die Anleger waren und wie sehr sie befürchtet hatten, die Wahl würde einen weiteren Schock liefern."


„Also wohin nun? Die globale Wirtschaft erholt sich stetig und der Seufzer der Erleichterung ist weit über Europa hinaus zu hören. Risikoanlagen werden einen großartigen Montag genießen können.“ „Ja, Probleme mit dem europäischen Projekt bleiben bestehen. Die Fünf-Sterne-Bewegung könnte im kommenden Jahr in Italien noch immer an Kraft gewinnen, die Arbeitslosigkeit bleibt in vielen Ländern deutlich zu hoch, und doch wurde eine ernsthafte Hürde überwunden und wir erwarten, dass europäische Aktien sich auf dieser Basis stark entwickeln werden.“
 

 

„Die Renditen für deutsche Staatsanleihen werden steigen, bleiben aber dennoch außergewöhnlich niedrig, während sich die Spreads für Anleihen von Staaten an der europäischen Peripherie verengen dürften. Der Euro hat einen Sprung nach oben gemacht, jedoch wird das Ausmaß des Anstiegs durch die Positionierung eingeschränkt werden, da noch einige große Positionen gegen den Euro stehen.“

„In den kommenden Jahren hat Europa Aussichten auf Wachstumsraten oberhalb des bisherigen Trends, bei niedrigen Zinsen und geringer Inflation. Nach einigen enttäuschenden Jahren könnte 2017 das Jahr Europas werden.“

Serge Pépin, Spezialist für europäische Aktien bei BMO Global Asset Management, ergänzt:
„Zum ersten Mal in der Geschichte der modernen französischen Politik wurden die Kandidaten der beiden etablierten Parteien, der Republikaner und der Sozialisten, bereits in der ersten Runde abgewählt. Die politische Landschaft Frankreichs hat sich radikal verändert und ist zum Spiegelbild der Wut der französischen Wähler geworden.“

„Die Nachrichten über den Ausgang der ersten Wahlrunde sind positiv für die Gemeinschaftswährung. In der Nacht legte der Euro gegenüber den wichtigsten Währungen zu und erreichte gegenüber dem US-Dollar den höchsten Stand der letzten fünf Monate. Aktien dürften heute Vormittag nachziehen. Die Finanzmärkte hätten sehr unter einem Sieg von Le Pen und Mélenchon in der ersten Wahlrunde gelitten. Zwar dürfte die Anspannung der Investoren auch in den nächsten zwei Wochen nicht nachlassen, doch mögliche negative Reaktionen an den Finanzmärkten dürften angesichts der ermutigenden makroökonomischen Daten für Europa sowie der Unterstützung durch die Geldpolitik der europäischen Zentralbank kaum Bestand haben. Den letzten Umfragen zufolge dürfte Macron mit einem Abstand von über 20% als klarer

Sieger aus der zweiten Wahlrunde hervorgehen.“
„Schwankungen an den Märkten eröffnen Chancen. Wir halten es wie Warren Buffet, der einst sagte: ,Volatilität ist der beste Freund des langfristigen Anlegers‘. Als Investoren und Fondsmanager investieren wir weder in die Politik noch in Volkswirtschaften. Wir investieren in Unternehmen – in hochwertige Unternehmen, deren Führungsspitze sich klar für den Erhalt des Kapitals einsetzt und die attraktiv bewertet sind.“

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