Abwärtsrisiko an den Kreditmärkten steigt

Muzinich & Co: Die Wende an den Kreditmärkten kommt näher. Zumindest liefert die Kombination aus Makro- und Kreditereignissen in diesem Jahr ein deutliches Indiz dafür, dass der weltweite Kreditzyklus auf seine Schlussphase zusteuert. Abweichungen in der Steuer- und Geldpolitik sowie die sich wandelnde internationale Handelslandschaft erhöhen das Downside-Risiko für Investoren.

 

In den Vereinigten Staaten haben zwar viele Unternehmen von Präsident Donald Trumps Steuerreform profitiert und auch die Binnennachfrage wurde so kurzfristig stimuliert. Doch eine fehlende Reaktion der Angebotsseite (langfristige Produktivität) verhindert, dass sich der Kreditzyklus in den USA fortsetzt.

Obwohl von vielen Unternehmen positive Wachstumsprognosen zu erwarten sind, könnte sich die US-Konjunktur 2020/2021 zudem spürbar abschwächen, da die positiven Effekte der Steuersenkungen abklingen dürften. Ferner könnten aggressive US-Handelszölle – insbesondere gegen China – 2019 auf der globalen Wirtschaft und insbesondere auf den USA selbst lasten.

In Europa sieht die wirtschaftliche Lage sogar noch etwas schwächer als in den Vereinigten Staaten aus. Das Wirtschaftswachstum dürfte sich in diesem Jahr auf unter 2 Prozent verringern. Der Haushalt sowie der Verschuldungspfad Italiens bereiten ebenfalls Sorge. Zudem sind europäische Renditen niedrig und die Spread-Ausweitung, die während der ersten Jahreshälfte 2018 beobachtet wurde, entschädigt Investoren nicht vollständig für die Risiken im Euroraum. Die unbekannten Auswirkungen des Endes der ultralockeren Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB) tragen ebenfalls zur allgemeinen Verunsicherung bei.


 

Aus Kreditperspektive ist alles in allem jedoch nicht mit negativen kreditspezifischen Ereignisrisiken zu rechnen. Die Anzahl der Defaults befindet sich auf einem historisch betrachtet sehr niedrigem Niveau, gleiches gilt für die Leverage Ratios. Mit dem nahenden Zyklusende kommt nun allerdings auch eine psychologische Komponente ins Spiel, die wahrscheinlich zu einer steigenden Volatilität und zu Liquiditätsengpässen führen wird.

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