Aktie im Fokus: Deutsche Bank – Zurück zu altem Glanz?

CMC Markets: Dass sich die Deutschen Bank unter Führung von Christian Sewing in den vergangenen drei Jahren an der Börse besser als ihre europäischen Konkurrenten entwickelt hat, ist für Anleger sicher nur ein schwacher Trost.

Denn wer sich nicht im Zuge des Corona-Crashs für weniger als fünf Euro von der Aktie getrennt hat, liegt immer noch zehn Prozent hinten und hat bis auf ganze 11 Cent für 2018 auch keine Dividenden bekommen.

Nun aber, da die unfallanfällige Credit Suisse die Rolle der Skandalbank übernommen hat, hat Deutschlands größtes Geldhaus gar die Chance, als Einäugiger unter den Blinden Europas wieder zum Branchenprimus zu avancieren.

Deutsche Bank mit starkem ersten Quartal

Die heute vorgelegten Zahlen zumindest können sich mehr als sehen lassen. Dank eines brummenden Kapitalmarktgeschäfts ist die Deutsche Bank stark ins laufende Jahr gestartet.

Der Vorsteuergewinn konnte auf 1,6 Milliarden Euro gesteigert werden, unter dem Strich steht mit einer Milliarde Euro ein Ergebnis nach Steuern, was noch einmal 50 Prozent über den schon hohen Erwartungen liegt. Das Investmentbanking sticht dabei besonders heraus, das Gewinnwachstum liegt bei 134 Prozent.

Auch die Kosten sind im Plan und konnten erneut um ein Prozent auf 5,6 Milliarden Euro gesenkt werden. Und mit endlich sinkenden Belastungen durch Rechtsstreitigkeiten und geringeren Kreditausfällen könnte sogar für das Gesamtjahr 2021 ein Gewinn herausspringen.

Mit den hohen Einnahmen aus dem Investmentbanking gewinnt die Deutsche Bank die notwendige Zeit, ausfallende Kredite abzufedern und in einer Phase noch sehr lange tiefer Zinsen schneller wieder aus der pandemiebedingten Delle herauszukommen.

 


 

Skandale mal ohne die Deutsche Bank

Aus den beiden Unfällen der Branche konnten sich die Frankfurter zur Abwechslung mal heraushalten – eine durchaus respektable Entwicklung. Durch den Zusammenbruch des geheimnisvollen Family-Office Archegos Capital, das hochgradig fremdfinanzierte Wetten auf Aktien abschloss, wurde die Credit Suisse ordentlich durchgeschüttelt. Der Deutschen Bank ist es gelungen, ihr Engagement vorher zu reduzieren, ohne Verluste zu erleiden.

Auch bei der Pleite der Greensill Bank standen die Schweizer als Leidtragende im Mittelpunkt, sind hier allerdings nicht die einzige Bank, die von der Implosion betroffen sein dürfte. Auch die Deutsche Bank und die Commerzbank könnten in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn der Einlagensicherungsfonds wieder aufgefüllt werden muss.

Investmentbanking füllt die Kasse der Deutschen Bank

Im Fokus der am Mittwoch veröffentlichten Quartalszahlen standen zudem die anhaltenden Bemühungen der Deutschen Bank, Marktanteile im Handel mit Anleihen zurückzugewinnen, die mögliche Fusion und Vergrößerung in der Vermögensverwaltung DWS und die Fähigkeit, die Erträge durch die Auflösung von Rückstellungen für faule Kredite zu steigern.

Zum jetzigen Zeitpunkt kann sich die Deutsche Bank auf ihre Dealmaker und Trader verlassen, um Gewinne zu generieren. Deutschbanker, die Unternehmen dabei helfen, Übernahmen zu orchestrieren und Geld an den Finanzmärkten zu beschaffen, haben ihre Kollegen an den Schaltern im abgelaufenen Quartal in den Schatten gestellt.

Dennoch ist dieses Geschäft traditionell kleiner als das Marktgeschäft und die Deutsche Bank hat es wie ihre europäischen Konkurrenten nicht geschafft, an die Erträge der fünf größten US-Banken heranzukommen.

Rückstellungen könnten aufgelöst werden

Gleichzeitig sind die Unternehmens- und Privatkundenabteilungen gezwungen, Geld für eine mögliche zeitlich verschobene Insolvenzwelle und jede Menge fauler Kredite zu bunkern.

Sollte die wirtschaftliche Erholung allerdings weiter besser als erwartet von statten gehen, könnten künftige Einnahmen für die Bank entstehen, wenn die Reserven wieder freigegeben werden. Das würde den Gewinn in einer Zeit stützen, in der es noch viele offene Fragen gibt, was das Comeback der Weltwirtschaft nach der Pandemie angeht.

Die Dynamik des Infektionsgeschehens vor allem in den Schwellenländern und das langsame Tempo bei den Corona-Impfungen in Teilen der Welt trüben die generell positive Grundstimmung etwas.

Optimisten sehen bereits den Turnaround

Ob die positive Entwicklung der Bankaktien in den vergangenen Wochen von den leicht steigenden Zinsen am Rentenmarkt abhängt oder weil sich die schlimmsten Befürchtungen hinsichtlich der Insolvenzen angeht, noch nicht bewahrheitet haben, lässt sich nicht abschließend sagen.

Allerdings sind die Kursverluste der Bankaktien durch den Corona-Crash auch eine Chance für Anleger, da nun auch die schlechtesten alle bereits eingepreist sein könnten. Der Optimist sieht bei der krisengeschüttelten Deutschen Bank den Turnaround geschafft.

Die schlechten Jahre könnten vorüber sein und der einstige Branchenprimus sich zwar noch am Anfang, aber zumindest wieder auf dem sehr langen Weg zurück zu altem Glanz befinden. Geduld dürfte also auch bei dieser Aktie die wichtigste Tugend eines Anlegers sein.

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