Anleger schichten in Rohstoffwerte um – Tech verliert an Gewicht

Die kräftige Rallye bei Gold und Silber zum Jahresauftakt sowie der anschließende Rücksetzer haben auch in den Depots deutscher Privatanleger deutliche Spuren hinterlassen. Eine aktuelle Auswertung des Online-Brokers flatex unter rund 450.000 deutschen Kunden legt im Januar 2026 spürbare Umschichtungen aus anderen Marktsegmenten in Rohstoff- und Minenaktien nahe.

 

Rohstofftitel gewinnen an Bedeutung in Anlegerdepots

Die Auswertung kommt zu dem Ergebnis, dass das in Einzelaktien aus dem Bereich Basic Resources investierte Kapital im Januar zeitweise um 23 Prozent gegenüber Dezember 2025 angestiegen war.

Nach dem Erreichen neuer Rekordstände im Rohstoffsektor kam es in den letzten Januartagen zu einer deutlichen Gegenbewegung. Dennoch war auch zum Monatsende – also fast am Tiefpunkt des Rücksetzers – noch ein Zuwachs gegenüber Dezember um 11 Prozent zu verzeichnen. Im Jahresvergleich wird es noch deutlicher: Gegenüber Januar 2025 liegt das investierte Volumen in Rohstofftiteln um rund 124 Prozent höher.

Durch diese Entwicklung erhöhte sich der Anteil von Basic-Resources-Aktien an der gesamten Einzelaktien-Allokation der flatex-Kunden von 3,5 auf rund 5,5 Prozent. Damit überholte der Sektor beispielsweise den Bereich Health Care, der 5,4 Prozent der Kundengelder ausmachte. Den größten Anteil an der gesamten Einzelaktien-Allokation stellt wenig überraschend der Technologiesektor mit rund 20,2 Prozent beziehungsweise rund 2,5 Milliarden Euro.

 

Große Gold- und Silberproduzenten gehören zu den größten Profiteuren

Besonders prägnant zeigt sich die Umschichtung bei großen Minen- und Förderunternehmen. Unter den meistgehaltenen Einzeltiteln verzeichneten vor allem große Silber- und Goldproduzenten eine deutliche Zunahme des investierten Kapitals.

 

Tobias Spreiter, Head of flatex, erläutert die Ursachen der Rohstoffrallye: „Die anhaltende Aufwärtsbewegung bei Gold und Silber hatte ihren Ursprung in der Erwartung sinkender Zinsen, einem schwächeren US-Dollar, geopolitischen Unsicherheiten und einer weiterhin hohe Zentralbanknachfrage. Bei Silber kommt zusätzlich die große industrielle Nachfrage hinzu, etwa aus der Solar- und Elektronikindustrie. Gleichzeitig profitieren Bergbaukonzerne durch operatives Leverage häufig überproportional von steigenden Rohstoffpreisen, da ihre Förderkosten weitgehend stabil bleiben, während die Margen bei jeder Unze Gold oder Silber über dem Break-even-Punkt massiv ansteigen.“

Marktdaten deuten zudem darauf hin, dass die Rallye insbesondere gegen Ende des Preisanstiegs zunehmend spekulativ getrieben war. Demnach hat ein starker Zuwachs bei Investments in Hebelprodukte auf Gold und Silber den zuletzt beschleunigten Anstieg des investierten Volumens maßgeblich mitgetragen.

 

Tech-Titel verlieren an Gewicht

Parallel dazu ging das Gewicht des Technologiesektors im Monatsvergleich um 0,63 Prozentpunkte zurück – stärker als in jedem anderen Sektor. Besonders betroffen waren einzelne stark gehandelte Titel aus der Gruppe der Magnificent Seven, insbesondere Palantir hat deutlich Federn gelassen.

Der Rückgang ist vor allem auf gezielte Gewinnmitnahmen zurückzuführen: Anleger nutzten die zuvor starken Kurszuwächse der KI-Favoriten und Tech-Giganten, um Positionen zu reduzieren. Ein Teil des freiwerdenden Kapitals floss dabei in den zuvor genannten Rohstoffsektor sowie in heimische Substanzwerte aus dem DAX wie Siemens Energy, Bayer oder Rheinmetall.

Die Entwicklung deutet darauf hin, dass Privatanleger ihr Exposure gegenüber US-Tech-Wachstumswerten schrittweise verringern, nachdem diese über Jahre hinweg zu den stärksten Momentum-Titeln zählten.

 

Rücksetzer nach Rekordständen

Als möglicher Auslöser für die deutliche Gegenbewegung im Rohstoffsektor nach den Allzeithochs bei Gold und Silber gilt aus Marktsicht die Nominierung von Kevin Warsh als potenzieller Nachfolger von US-Notenbankchef Jerome Powell. Warsh gilt als geldpolitisch restriktiver, wodurch die Erwartungen an baldige Zinssenkungen wieder stärker in den Hintergrund rückten.

Spreiter erläutert: „Die Gründe für die Gegenbewegung sind vielfältig, doch der unmittelbare Auslöser liegt in der Neubewertung der US-Geldpolitik. Die Aussicht auf einen restriktiver ausgerichteten Nachfolger an der Spitze der US-Notenbank hat die Hoffnungen auf schnelle Zinssenkungen gedämpft und damit die Markterwartungen spürbar verschoben. Da Edelmetalle keine laufenden Erträge abwerfen, steigen bei einer strafferen Zinsperspektive unmittelbar die Opportunitätskosten gegenüber verzinsten Anlagen. Dieser Stimmungsumschwung wirkte als Katalysator für schnelle Gewinnmitnahmen, nachdem viele Investoren die vorangegangene Rallye genutzt hatten, um Risiken zu reduzieren.“

Insgesamt unterstreichen die Umschichtungen, dass sich viele Privatanleger in einer Phase erhöhter Unsicherheit breiter aufstellen und verstärkt taktische Marktchancen nutzen – wobei die jüngste Rohstoffrallye zuletzt nicht nur fundamental, sondern zunehmend auch spekulativ geprägt war.

 

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