Banken, Speicherchips, Lateinamerika: Schwellenländeraktien auf Wachstumskurs

Seit Ende Februar 2025 hat der MSCI EM Index eine Rendite von 42,9% in US-Dollar erzielt, verglichen mit 21,0% für den MSCI World Index und 17,9% für den S&P 500. Im Jahr 2025 war der Dollar in der ersten Jahreshälfte deutlich schwach, legte dann aber in der zweiten Jahreshälfte gegenüber anderen globalen Währungen zu.

Diese Entwicklung – zusammen mit einem offenbar weniger volatilen politischen Umfeld in den USA – wirft die Frage auf, was das Jahr 2026 bringen könnte.

 

Extrem hohe Kursgewinne bei ostasiatischen Speicherchipherstellern

Die Performance der Schwellenländer wurde durch sich verbessernde Fundamentaldaten in allen Regionen und Sektoren angetrieben, wobei die Kursgewinne weit über die mit KI verbundenen Lieferketten hinaus auch die Rohstoffmärkte und Finanzmärkte erreichten.

Zweifellos trug der KI-Komplex wesentlich zu den starken Renditen des letzten Jahres bei. Führende Halbleiterhersteller in Taiwan und Korea verzeichneten extrem hohe Kursgewinne. Angesichts des knappen Gleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage sowohl bei Foundry- als auch bei Speicherchips besteht weiterhin erhebliches Potenzial, dass sich dieser Trend fortsetzt.

Darüber hinaus erzielte der MSCI Latin America in den elf Monaten eine Rendite von 63,9% in US-Dollar, der MSCI South Africa eine Rendite von 76,6% und der MSCI Eastern Europe eine Rendite von 61,1%. Es handelt sich also um eine breit angelegte Rallye der Schwellenländer, die sich nicht nur auf KI-bezogene Lieferketten beschränkt.

 

Starkes Umsatzwachstum bei Banken und Lebensversicherern

Die Zusammensetzung der Renditen spiegelt die Dynamik früherer Haussephasen in den Schwellenländern wider, wobei rohstofforientierte Länder mit Leistungsbilanzdefiziten, Segmente mit höherem Beta und Kapitalmarktgeschäfte auf eine stärkere Aktivität und Rentabilität reagierten.

Rohstofforientierte Länder mit Leistungsbilanzdefiziten (Lateinamerika, Südafrika), die in früheren Aufwärtszyklen stark abgeschnitten haben, verzeichnen wieder eine sehr robuste Performance. Innerhalb der defensiveren Märkte mit Leistungsbilanzüberschüssen übertreffen die höher Beta-sensitiven Märkte die übrigen: Der MSCI UAE legte um +27,6% zu gegenüber +4,0% beim MSCI Saudi Arabia; der MSCI Korea stieg um +138,7% gegenüber +57,8% beim MSCI Taiwan – jeweils in US-Dollar gerechnet über die vergangenen elf Monate.

Wie in früheren Rallyes verzeichnen kapitalmarktorientierte Unternehmen in den Schwellenländern – etwa Börsenbetreiber, Investmentbanken, Brokerhäuser, Lebensversicherer und Vermögensverwalter – in der Regel ein sehr starkes Umsatz- und Gewinnwachstum, getragen von höheren Handelsvolumina und einer insgesamt lebhafteren Marktaktivität.

 

Lateinamerika übergewichtet

Während der Phase der US-Dollar-Schwäche von September 1985 bis Dezember 1988 entwickelten sich asiatische Aktien, die damals den Großteil der Schwellenmärkte ausmachten, sehr stark. Auch während der US-Dollar-Schwäche von Mai 2002 bis Mai 2008 und erneut von März 2009 bis Mai 2013 entwickelten sich die Schwellenmärkte sehr stark.

Vor nur einem Jahr begann der US-Dollar zu fallen, und Aktien aus Schwellenländern erzielten erneut eine Outperformance gegenüber ihren Pendants aus den Industrieländern. Ein schwächerer Dollar, relative Aktienbewertungen, Kapitalflüsse, eine historisch attraktive Positionierung und die Geschichte deuten darauf hin, dass diese Phase der Outperformance der Schwellenländer möglicherweise noch in ihren Anfängen steckt.

Wir bauen das Portfolio nicht auf Basis einer reinen Richtungswette auf. Gleichzeitig behalten wir die historische Erfahrung dieser Anlageklasse im Blick, und unser Prozess führt uns zu jenen Segmenten, die sowohl gut laufen sollten als auch aktuell gut laufen.

Wir bleiben deutlich übergewichtet in den lateinamerikanischen Märkten mit einer Präferenz für Brasilien und Mexiko sowie übergewichtet in Südafrika und den VAE. Zudem halten wir substanzielle Positionen in kapitalmarktorientierten Unternehmen, die von einer verstärkten Umlenkung von Ersparnissen und Finanzaktivitäten in Richtung Schwellenländer profitieren. Darüber hinaus sind wir signifikant in Gold und Halbleitern engagiert. Derzeit sehen wir in dieser Anlageklasse zahlreiche attraktive Opportunitäten.

 

Marktkommentar von James Syme, Senior Fundmanager bei J O Hambro

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