Consorsbank-Jahresbilanz: Tesla toppt alles und Zinsanlagen boomen

Consorsbank: Zuversicht war zuletzt ein rares Gefühl in Deutschland. In einer Umfrage von Infratest Dimap für die ARD aus dem September gaben nur 14 Prozent der befragten Erwachsenen an, dass die Verhältnisse in Deutschland Anlass zur Zuversicht geben.

81 Prozent indes nannten Beunruhigung als ihr vorherrschendes Gefühl.

Die Werte dürften sich seitdem nicht nachhaltig verändert haben, sind doch die Rahmenbedingungen nicht unbedingt besser geworden.

Und was macht die Börse?

Der Dax konnte sich auf der Zielgeraden des Jahres zu einem neuen Allzeithoch aufschwingen. Klar, an der Börse wird die Zukunft gehandelt.

Zudem bröckeln gerade die Zinsen wieder und machen die Anlage in Wertpapiere attraktiver.

Doch so recht wollen Stimmung und Kurse nicht zusammenpassen.

Wie haben sich die Anleger im abgelaufenen Jahr in diesem Umfeld positioniert? Bei welchen Aktien griffen sie so, was wiederum stand auf der Verkaufsliste? Konnten sie unterm Strich ein Plus im Depot verbuchen? Und inwieweit haben sie ihre Vermögen in sichere Zinsanlagen umgeschichtet?

Der Jahresrückblick der Consorsbank gibt Aufschluss. Basis der Auswertung sind rund 1,6 Millionen Depots privater Kundinnen und Kunden der Bank.

 

Trotz schlechter Stimmung: die Käufe überwogen

Aller Krisen und Stimmungstiefs zum Trotz: das Jahr 2023 war ein „Kauf-Jahr“ für Wertpapiere.

Der Anteil der Buy-Trades übertraf mit 56 Prozent den der Sell-Trades mit einem Anteil von 44 Prozent deutlich.

Beim dahinterliegenden Volumen fiel die Differenz nicht ganz so groß aus. Hier übertraf das Kaufvolumen mit einem Anteil von 52 Prozent das Verkaufsvolumen mit 48 Prozent knapper.

Unterm Strich durften sich die Anleger im Jahr 2023 über ein Plus von 8,80 Prozent in ihren Wertpapierdepots freuen.

Nach einem deutlichen Minus im Vorjahr ein erfreuliches Ergebnis, denn trotz der hohen Inflation bedeutet das einen realen Ertrag auf die Ersparnisse.

Die Teuerungsrate lag laut Statistischem Bundesamt durchweg darunter, nämlich zwischen dem höchsten Wert von 8,70 Prozent im Januar und dem niedrigsten von 3,20 Prozent im November.

Den Dax konnten die Anleger indes nicht schlagen. Der legte von Anfang Januar bis Ende November um rund 15 Prozent zu.

Der intensivste Handelstag des Jahres war der 13. März. Die Anzahl der Trades lag an diesem Datum beim Vierfachen des schwächsten Handelstages, dem 23. November.

Treiber für die vielen Käufe und Verkäufe im März waren die Schließungen der Silicon Valley Bank und der Signature Bank in den USA, die sich mit Krypto-Geschäften und Start-up-Finanzierungen überhoben hatten.

Der 13. März war der erste Handelstag nach dem offiziellen Aus für die beiden Geldinstitute.

 

Tesla toppt alle

Die begehrteste Aktie des Jahres war die des Elektroauto-, Batterie- und Solaranlagenherstellers Tesla. Und das mit großem Abstand.

Die Summe, die in Käufe der Aktie floss, übertraf die des Zweitplatzierten Allianz um fast 80 Prozent.

Im Vorjahr hatte der deutsche Versicherungskonzern noch an der Spitze des Rankings gelegen vor Tesla.

Ein Investment in Tesla hat sich gelohnt. Wer zu Beginn des Jahres eingestiegen war, konnte seinen Einsatz zwischenzeitlich mehr als verdoppeln.

Kräftig investiert wurde auch in die Deutsche Bank und die Commerzbank.

Wer hier zu den Kurstiefs im Jahresverlauf kaufte und den Höhepunkt für den Verkauf erwischte, konnte mit beiden Titeln mehr als 30 Prozent Gewinn einfahren.

Das höchste Verkaufsvolumen unter allen gehandelten Aktien im Jahr 2023 entfiel ebenfalls auf Tesla und die Allianz, wobei Tesla auch hier mit großem Abstand das am stärksten verkaufte Papier war.

Da verwundert wenig, haben doch vermutlich zahlreiche Anleger angesichts der Kursentwicklung bei Tesla ihre satten Gewinne zwischendurch gesichert.

 

Top-10 Aktien nach Kaufvolumen

Rang
Unternehmen
ISIN
1
TESLA
US88160R1014
2
ALLIANZ
DE0008404005
3
DEUTSCHE BANK
DE0005140008
4
COMMERZBANK
DE000CBK1001
5
MERCEDES-BENZ
DE0007100000
6
NVIDIA
US67066G1040
7
RHEINMETALL
DE0007030009
8
VOLKSWAGEN
DE0007664039
9
BAYER
DE000BAY0017
10
AMAZON
US0231351067

Stand: 30.11.2023

 

 

Top-10 Aktien nach Verkaufsvolumen

Rang
Unternehmen
ISIN
1
TESLA
US88160R1014
2
ALLIANZ
DE0008404005
3
NVIDIA
US67066G1040
4
DEUTSCHE BANK
DE0005140008
5
COMMERZBANK
DE000CBK1001
6
AMAZON
US0231351067
7
MERCEDES-BENZ
DE0007100000
8
VOLKSWAGEN
DE0007664039
9
RHEINMETALL
DE0007030009
10
APPLE
US0378331005

Stand: 30.11.2023

 

US-Tech-Werte und ETFs auf den MSCI World Index dominieren Sparpläne

Wertpapiersparpläne waren auch 2023 wieder sehr gefragt bei den Consorsbank-Kunden. Insgesamt legten diese 424.000 neue Sparpläne an.

Je Kunde, der sich für eine neue regelmäßige Anlage in Wertpapiere entschied, waren das 3,50 im Durchschnitt.

Am beliebtesten waren dabei Aktiensparpläne. Sie verdrängten im Vergleich zum Vorjahr ETF-Sparpläne auf den zweiten Platz.

Deutlich abgeschlagen auf Rang drei landeten Sparpläne auf gemanagte Fonds. Sie machten nur 4,40 Prozent aller neu angelegten Sparpläne aus.

 

Stand: 30.11.2023

Stand: 30.11.2023

 

Die Rangliste der zehn beliebtesten Aktien für Sparpläne wird von US-Werten dominiert, allen voran den Tech-Riesen Microsoft und Apple. Mit der Allianz schafft es nur ein deutscher Wert in die Top-10.

Der Champion bei den Einzelkäufen Tesla taucht unterdessen nicht in der Spitzengruppe auf. Scheinbar sehen die Anleger darin keinen Wert, der für eine langfristige, regelmäßige Anlage geeignet ist.

Bemerkenswert ist der vierte Rang für Realty Income bei den Aktien-Sparplänen. Im Ranking der beliebtesten Aktien nach Kaufvolumen landet das Immobilienunternehmen, das in den USA Gewerbeimmobilien vermietet, nämlich nur auf Platz 96.

Möglicherweise lockte die Anleger die Besonderheit, dass Realty Income monatlich eine Dividende an seine Anleger ausschüttet und so der regelmäßigen Investition auch ein stetiger Ertragsfluss gegenübersteht.

 

Top-10 neu angelegte Aktien-Sparpläne

Rang
Unternehmen
ISIN
1
MICROSOFT
US5949181045
2
APPLE
US0378331005
3
COCA-COLA
US1912161007
4
REALTY INCOME
US7561091049
5
AMAZON
US0231351067
6
ALLIANZ
DE0008404005
7
NVIDIA
US67066G1040
8
LVMH
FR0000121014
9
BERKSHIRE HATHAWAY
US0846707026
10
MCDONALDS
ISIN US5801351017

Stand: 30.11.2023

 

Bei den ETF-Sparplänen setzten die Anleger überwiegend auf eine breite thematische und regionale Streuung ihrer Investitionen.

So sind ETFs, die den Verlauf des MSCI World Index abbilden, in den Top-10 mit Abstand am häufigsten vertreten.

Das aktuell heiß gehandelte Thema künstliche Intelligenz / Big Data schafft es aber immerhin auf Rang sechs der Rangliste bei den neu angelegten Sparplänen.

 

 

Top-10 neu angelegte ETF-Sparpläne

Rang
ETF
ISIN
1
XTRACKERS MSCI WORLD 1C
IE00BJ0KDQ92
2
iSHARES CORE MSCI WORLD
IE00B4L5Y983
3
XTRACKERS MSCI WORLD 1D
IE00BK1PV551
4
XTRACKERS MSCI EMERGING MARKETS 1C
IE00BTJRMP35
5
BNPP MSCI WORLD SRI
LU1615092217
6
XTRACKERS AI & BIG DATA 1C
IE00BGV5VN51
7
VANECK MORNINGSTAR DEVELOPED MARKETS DIVIDEND LEADERS
NL0011683594
8
XTRACKERS MSCI WORLD IT ETF 1C
IE00BM67HT60
9
AMUNDI IS MSCI WORLD
LU1737652237
10
VANGURAD FTSE ALL-WORLD
IE00B3RBWM25

Stand: 30.11.2023

 

In den Top-10 der beliebtesten gemanagten Fonds bei neu angelegten Sparplänen ist die Auswahl etwas diversifizierter als bei den ETFs.

Zwar landet mit dem ARERO Weltfonds auch hier ein breit streuender Fonds, der in Aktien, Renten und Rohstoffe rund um den Globus investiert, auf Rang eins.

Dahinter reihen sich dann aber Fonds ein, bei denen Technologie, Wasser und Dividenden im Fokus stehen.

 

Top-10 neu angelegte Fonds-Sparpläne

Rang
ETF
ISIN
1
ARERO DER WELTFONDS
LU0360863863
2
BGF WORLD TECHNOLOGY A2
LU0171310443
3
BNP PARIBAS DISRUPTIVE TECHNOLOGY CLASSIC CAPITALISATION FONDS
LU0823421689
4
BNP PARIBAS AQUA CC
LU1165135440
5
JPM GLOBAL DIVIDEND A USD
LU0329202179
6
JPM GLOBAL DIVIDEND A EUR
LU0714179727
7
JPM GLOBAL FOCUS A EUR
LU0210534227
8
FVS MULTIPLE OPPORTUNITIES R
LU0323578657
9
DWS TOP DIVIDENDE
DE0009848119
10
ALLIANZ ORIENTAL INCOME ERTRAG ASIAN PAZIFIC
LU1173936821

Stand: 30.11.2023

 

Vermögensanteile in Wertpapieren schrumpfen nicht zu Lasten von Zinsanlagen

Auch wenn die Zinsen auf Spareinlagen zum Jahresende schon wieder teilweise auf dem Rückzug waren, sorgten sie im Jahresverlauf für eine deutliche Verschiebung im Vermögensmix der Anleger.

So steckte zum Stichtag 30. November mehr als jeder fünfte Euro des Vermögens in Tages- und Festgeldern. Zum Jahresende 2022 lag der Anteil noch bei etwas unter 14 Prozent.

Die Verschiebung ging zu Lasten der Gelder, die auf Giro-, Verrechnungs- und Fremdwährungskonten lagen – was wenig verwundert, haben sie dort doch keinen Ertrag abgeworfen.

Der Anteil des Vermögens, der Ende November in Wertpapieren in Form von Sparplänen und Einmalanlagen investiert war, fiel mit 67 Prozent dagegen nahezu unverändert aus gegenüber dem Jahresende 2022.

 

Stand: 30.11.2023

Stand: 30.11.2023

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