Credit Suisse Group erzielt Reingewinn von CHF 1,2 Mrd. im zweiten Quartal 2008

Alle drei Divisionen profitabel; Reingewinn (verwässert) pro Aktie von CHF 1.12

Starker Neugeldzufluss im Private Banking: Netto-Neugelder von CHF 17,4 Mrd.

Gutes Ergebnis im Investment Banking; geringfügige Netto-Wertminderungen von CHF 22 Mio.

Risikopositionen im zweiten Quartal 2008 nochmals deutlich reduziert: im Bereich Leveraged Finance um 31% und bei Geschäftshypotheken um 22% gegenüber dem Ende des ersten Quartals 2008 bzw. um 76% und 58% gegenüber dem Ende des dritten Quartals 2007

Starke BIZ-Kernkapitalquote nach Basel II von 10,2% per 30. Juni 2008

Die Credit Suisse Group erzielte im zweiten Quartal 2008 einen Reingewinn von CHF 1.215 Mio. gegenüber CHF 3.189 Mio. im zweiten Quartal 2007. Der Nettoertrag (Kernergebnis) belief sich im zweiten Quartal 2008 auf CHF 7.830 Mio. Dies entspricht einem Anstieg von 159% gegenüber dem ersten Quartal 2008, jedoch einem Rückgang um 33% gegenüber dem zweiten Quartal 2007. Der verwässerte Reingewinn pro Aktie betrug CHF 1.12 im zweiten Quartal 2008. In der entsprechenden Vorjahresperiode hatte er CHF 2.82 betragen.

Brady W. Dougan, Chief Executive Officer, sagte: «Das erfreuliche Quartalsergebnis widerspiegelt die hohe Ertragskraft und die Widerstandsfähigkeit unseres integrierten Geschäftsmodells sowie die wirksame Kosten- und Risikokontrolle der Bank. Das Wealth Management entwickelte sich sehr gut, während wir im Investment Banking in Anbetracht des schwierigen Umfelds ein gutes Ergebnis erzielten. Seit Beginn der Kreditkrise haben wir erfolgreich unsere Risikopositionen reduziert.»

Weiter sagte er: «Unsere gesamte Branche befindet sich in einem tief greifenden Wandel. Die Credit Suisse ist in einer ausgezeichneten Position, um davon zu profitieren und Marktanteile zu gewinnen. Unsere konservative Refinanzierung und unsere sehr solide Kapitalbasis geben der Credit Suisse im aktuellen Umfeld einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Die starken Neugeldzuflüsse im Private Banking und die wachsende Anzahl von Kundenbeziehung in anderen Geschäftsbereichen zeigen das grossen Vertrauen, das Kunden der Credit Suisse entgegenbringen. Das Marktumfeld dürfte sich kurz- bis mittelfristig nicht verbessern. Daher agieren wir in unserem Geschäft weiterhin vorsichtig.»

Segmentsergebnisse

Private Banking

Das Private Banking, das die Bereiche Wealth Management und Corporate & Retail Banking umfasst, erzielte im zweiten Quartal 2008 ein Ergebnis vor Steuern von CHF 1.220 Mio. Dies entspricht einem Rückgang von 12% gegenüber dem zweiten Quartal 2007.

Das Wealth Management erzielte im zweiten Quartal 2008 ein Ergebnis vor Steuern von CHF 830 Mio. Dies entspricht einem Rückgang um 17% gegenüber dem starken zweiten Quartal 2007. Der Nettoertrag verringerte sich um 4%. Den höheren wiederkehrenden Erträgen standen rückläufige transaktionsabhängige Erträge gebenüber. Der Geschäftsaufwand stieg um 5%. Diese Zunahme ist überwiegend auf die strategischen Investitionen in den globalen Ausbau des Geschäfts zurückzuführen. In diesem Zusammenhang rekrutierte die Credit Suisse weltweit 120 Privatkundenberater. Die Gewinnmarge vor Steuern lag bei 36,4% im zweiten Quartal 2008 gegenüber 42,0% in der entsprechenden Vorjahresperiode.

Das Corporate & Retail Banking erzielte im zweiten Quartal 2008 ein Ergebnis vor Steuern von CHF 390 Mio. Dies entspricht einer Zunahme um 3% gegenüber dem zweiten Quartal 2007. Der Nettoertrag stieg gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode um 2%. Die Auflösung von Kreditrückstellungen betrug CHF 5 Mio. Im zweiten Quartal 2007 hatte insbesondere der Abbau einer einzelnen Position zu Auflösungen von CHF 28 Mio. geführt. Der Geschäftsaufwand ging gegenüber dem zweiten Quartal 2007 um 2% zurück. Dem höheren Personalaufwand standen der geringere Sachaufwand und ein geringerer Kommissionsaufwand gegenüber. Die Gewinnmarge vor Steuern lag bei 39,5% im zweiten Quartal 2008 gegenüber 39,2% im zweiten Quartal 2007.

Investment Banking

Das Investment Banking fand im zweiten Quartal 2008 zur Profitabilität zurück und verzeichnete ein Ergebnis vor Steuern von CHF 281 Mio. gegenüber dem Rekordergebnis von CHF 2.502 Mio. im zweiten Quartal 2007. Der Nettoertrag verringerte sich gegenüber dem zweiten Quartal 2007 um 50%, stieg jedoch gegenüber dem Vorquartal deutlich an. Trotz des anspruchsvollen Marktumfelds erzielten viele Geschäftsbereiche gute Ergebnisse. Der im Jahresvergleich gesunkene Ertrag ist grösstenteils auf einen branchenweiten Volumenrückgang im Neugeschäft, insbesondere in den Bereichen strukturierte Produkte und Leveraged Finance, zurückzuführen. Diese Bereiche hatten im zweiten Quartal 2007 noch ausserordentlich hohe Volumina verzeichnet. Im Nettoertrag des Investment Banking sind auch Netto-Wertminderungen von CHF 22 Mio. aus den Bereichen Leveraged Finance und strukturierte Produkte enthalten. Das Ergebnis wird zudem belastet durch einen Fair-Value-Verlust von CHF 503 Mio. auf Fremdkapital der Credit Suisse infolge engerer Kredit-Spreads.

Der Anleihenhandel verzeichnete im zweiten Quartal 2008 einen deutlichen Ertragsrückgang gegenüber der Vorjahresperiode. Dazu beigetragen haben die erwähnten Netto-Wertminderungen und die geringen Volumina im Neugeschäft. Die Erträge aus dem weltweiten Geschäft mit Zinsprodukten verringerten sich ebenfalls deutlich. Diesem Rückgang stand eine Ertragszunahme bei der Verbriefung von Privathypotheken und im Geschäft mit erstklassigen Schuldnern in Europa gegenüber. Die Erträge aus dem Aktienhandel verringerten sich gegenüber dem zweiten Quartal 2007, hauptsächlich aufgrund geringerer Erträge im Aktieneigenhandel und im Geschäft mit Wandelanleihen. Dem Rückgang standen ein nahezu rekordhohes Ergebnis im Bereich Prime Services und ein sehr gutes Ergebnis im Cash-Equities-Geschäft gegenüber. Auch das Geschäft mit Aktienderivaten verzeichnete ein gutes Ergebnis. Anleihen- und Aktienhandel wurden durch den erwähnten Fair-Value-Verlust auf Fremdkapital der Credit Suisse negativ beeinflusst – nach Fair-Value-Gewinnen im ersten Quartal 2008. Die Erträge aus dem Emissions- und Beratungsgeschäft sind angesichts branchenweit rückläufiger Marktaktivitäten gegenüber dem ersten Quartal 2007 gesunken. Der Geschäftsaufwand verringerte sich um 32%. Der Rückgang ist überwiegend auf einen geringeren Personalaufwand infolge tieferer leistungsbezogener Personalkosten aufgrund rückläufiger Erträge zurückzuführen.

Netto-Wertberichtigungen und Risikopositionen im Investment Banking

Im zweiten Quartal 2008 verzeichneten die Geschäftsbereiche Leveraged Finance und strukturierte Produkte geringfügige Netto-Wertminderungen von CHF 22 Mio. Die Risikopositionen wurden nochmals deutlich reduziert.

Asset Management

Das Asset Management fand im zweiten Quartal 2008 zur Profitabilität zurück und verzeichnete ein Ergebnis vor Steuern von CHF 167 Mio. gegenüber CHF 299 Mio. im zweiten Quartal 2007. Positiv zu Buche schlugen der Bewertungsgewinn von CHF 79 Mio. auf den aus Geldmarktfonds der Credit Suisse erworbenen Wertschriften sowie halbjährliche performancebezogene Erträge. Dem gegenüber standen geringere Private-Equity- und andere Anlagegewinne sowie niedrigere Erträge aus Vermögensverwaltung und Verwaltungsdienstleistungen infolge rückläufiger durchschnittlich verwalteter Vermögen und höherer Finanzierungskosten. Der Nettoertrag verringerte sich um 13% im Vergleich zum zweiten Quartal 2007. Ohne den erwähnten Bewertungsgewinn auf den aus Geldmarktfonds der Credit Suisse erworbenen Wertschriften und ohne die Private-Equity- und anderen Anlagegewinne betrug der Rückgang 8%. Der Geschäftsaufwand stieg um 3% gegenüber dem zweiten Quartal 2007. Sowohl Personalaufwand als auch Sachaufwand sind gestiegen. Im zweiten Quartal 2008 betrug die Gewinnmarge vor Steuern 22,6% gegenüber 35,1% im zweiten Quartal 2007. Vor dem Bewertungsgewinn im Zusammenhang mit Wertschriften aus eigenen Geldmarktfonds lag sie bei 13,3%. Der Fair Value der Bilanzpositionen der Credit Suisse im Zusammenhang mit den Wertschriften aus eigenen Geldmarktfonds ging im Quartal um CHF 724 Mio. auf CHF 1,5 Mrd. per Ende des zweiten Quartals 2008 zurück.

Netto-Neugelder

Das Private Banking verbuchte im zweiten Quartal 2008 Netto-Neugelder in Höhe von CHF 17,4 Mrd., wozu der Bereich Wealth Management CHF 15,4 Mrd. beisteuerte. Dies entspricht im Durchschnitt der vergangenen vier Quartale einer Wachstumsrate von 5,9%. Dazu beigetragen haben alle Regionen, insbesondere Europe, Middle East and Africa (EMEA) und Asia Pacific. Das Segment Asset Management verzeichnete im zweiten Quartal 2008 einen Netto-Vermögensabfluss in Höhe von CHF 3,8 Mrd. Die Gruppe wies per 30. Juni 2008 verwaltete Vermögen von CHF 1.411,9 Mrd. aus. Dies entspricht einem Rückgang um 13,3% gegenüber dem 30. Juni 2007 und ist vorwiegend auf ungüngstige Fremdwährungseinflüsse und negative Marktbewegungen zurückzuführen.

Integriertes Geschäftsmodell

Im zweiten Quartal 2008 erzielte die Credit Suisse Erträge von CHF 1,3 Mrd. aus divisionsübergreifenden Aktivitäten. Damit belaufen sich diese Erträge seit Jahresanfang 2008 auf CHF 2,5 Mrd.

Starke Kapitalbasis

Die Kapitalbasis der Credit Suisse Group bleibt stark. Die Gruppe wies per 30. Juni 2008 eine BIZ-Kernkapitalquote gemäss Basel II von 10,2% aus. Die Credit Suisse Group erreichte diesen Wert ohne Aufnahme von Eigenkapital und ohne Verwässerung des Aktionariats. Auch konnte die Gruppe im Berichtsquartal eine bedeutende Dividendenabgrenzung vornehmen.

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