Wochenausblick: Nervosität bleibt hoch – Berichtssaison wird zum Taktgeber

Starten wir zunächst wieder mit einem kurzen Rückblick auf die abgelaufene Handelswoche. Mit Blick auf die großen Aktienindizes lässt sich festhalten: Die Lage bleibt weiterhin angespannt.

 

DAX verliert wichtige Unterstützung

Der deutsche Leitindex DAX hat den Großteil der Woche in einer Seitwärtsbewegung verbracht und bewegte sich dabei in einer Handelsspanne zwischen rund 25.200 und 24.800 Punkten. Besonders interessant war dabei der Bereich um den gleitenden Durchschnitt der vergangenen 50 Handelstage. Dieser konnte an den Tiefpunkten zunächst verteidigt werden.

Im weiteren Wochenverlauf gelang es den Käufern jedoch nicht mehr, die Kurse dauerhaft oberhalb dieser wichtigen Unterstützung zu halten. Damit bleibt der kurzfristige technische Ausblick zunächst etwas eingetrübt.

 

 

Dow Jones bleibt im Korrekturmodus

Ein ähnliches Bild zeigte sich auch beim Dow Jones. Auch hier dominiert weiterhin eine Seitwärtsphase innerhalb des übergeordneten Aufwärtstrends. Diese Bewegung stellt aktuell die laufende Korrektur dar. Zum Wochenausklang rutschte der Index allerdings unter wichtige Zwischentiefs, was die Unsicherheit an den Märkten zusätzlich erhöht hat.

 

 

Nasdaq 100: KI-Sektor bleibt unter Druck

Etwas schwieriger präsentiert sich die Situation dagegen beim Nasdaq 100. Hier haben die Sorgen über eine mögliche Abschwächung des Wachstums im Bereich der Künstlichen Intelligenz für weiteren Verkaufsdruck gesorgt. Vor allem Halbleiterwerte sowie die großen Hyperscaler standen unter Druck und führten zur Fortsetzung des bereits laufenden Abwärtstrends.

Das zeigt deutlich, dass die Marktteilnehmer zunehmend hinterfragen, ob sich das bislang außergewöhnlich hohe Wachstumstempo in diesem Sektor auch in den kommenden Quartalen aufrechterhalten lässt.

 

 

Aus charttechnischer Sicht rückt nun insbesondere der Bereich um 28.200 Punkte in den Fokus. Sollte diese Unterstützung – beispielsweise ausgelöst durch enttäuschende Marktreaktionen auf die anstehenden Quartalszahlen großer Technologieunternehmen – nachhaltig unterschritten werden, könnte sich die laufende Korrektur deutlich ausweiten. Noch handelt es sich hierbei allerdings lediglich um ein mögliches Szenario. Entscheidend wird sein, wie die Märkte tatsächlich auf die kommenden Unternehmenszahlen reagieren.

 

Die wichtigsten Termine der kommenden Handelswoche

Werfen wir nun den Blick auf die wichtigsten Konjunkturtermine der neuen Woche.

 

Montag: ZEW-Konjunkturerwartungen

Bereits am Montag richtet sich der Fokus auf Deutschland. Um 11:00 Uhr werden die aktuellen ZEW-Konjunkturerwartungen für den Monat Juli veröffentlicht. Sie gelten als wichtiger Frühindikator für die Stimmung unter Finanzexperten und könnten Hinweise auf die weitere Entwicklung der deutschen Wirtschaft liefern.

 

Mittwoch: Rohöl-Lagerbestände im Blick

Am Mittwoch stehen die wöchentlichen Rohöllagerbestände in den USA im Mittelpunkt. Für Trader im Energiesektor gehören diese Daten regelmäßig zu den wichtigsten Impulsgebern der Woche. Nach den jüngsten Turbulenzen im Iran hatten wir wieder steigende Notierungen gesehen, und das könnte mittelfristig wieder ein Problem für die Inflationsseite werden. Denn mit dem Ausbruch über die 80 USD-Marke im WTI, hat sich der Weg für Kurszuwächse in Richtung von knapp 92,00 USD geebnet.

 

 

Donnerstag: EZB entscheidet über die Zinsen

Der Donnerstag dürfte anschließend zum wichtigsten Handelstag werden. Dann entscheidet die Europäische Zentralbank über ihre Geldpolitik. Nach den zuletzt veröffentlichten Inflationsdaten wird aktuell zwar nicht mit einer weiteren Zinserhöhung gerechnet.

Umso spannender dürfte daher die Pressekonferenz von EZB-Präsidentin Christine Lagarde werden. Besonders das Wording hinsichtlich der weiteren Zinspolitik dürfte von den Märkten genau analysiert werden. Entsprechend sollten Anleger an diesem Tag insbesondere auch das Währungspaar EUR/USD aufmerksam beobachten.

Ebenfalls am Donnerstag werden in den USA die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht.

 

Freitag: Einkaufsmanagerindizes geben neue Hinweise

Zum Abschluss der Woche stehen am Freitag schließlich die Einkaufsmanagerindizes im Mittelpunkt. Am Vormittag werden die vorläufigen PMI-Daten für das verarbeitende Gewerbe sowie den Dienstleistungssektor in Deutschland veröffentlicht. Am Nachmittag folgen anschließend die entsprechenden Daten aus den USA. Diese Zahlen liefern regelmäßig wichtige Hinweise auf die aktuelle wirtschaftliche Dynamik auf beiden Seiten des Atlantiks.

 

Berichtssaison nimmt jetzt deutlich Fahrt auf

Neben den Konjunkturdaten rückt in den kommenden Tagen vor allem die Berichtssaison immer stärker in den Mittelpunkt.

 

SAP und Deutsche Börse im Fokus

In Deutschland steht am Donnerstag insbesondere SAP im Fokus. Aufgrund der hohen Gewichtung im DAX haben die Quartalszahlen des Softwarekonzerns regelmäßig Einfluss auf den gesamten deutschen Leitindex. Die Analysten erwarten derzeit einen Gewinn je Aktie von 1,76 Euro sowie einen Quartalsumsatz von rund 9 Milliarden Euro. Ebenfalls am Donnerstag veröffentlicht die Deutsche Börse ihre Geschäftszahlen.

 

SAP Aktie Chart

 

Alphabet und Tesla

In den USA wird es vor allem im Technologiesektor spannend. Am Dienstag nach US-Börsenschluss öffnen gleich zwei Schwergewichte ihre Bücher: Alphabet und Tesla veröffentlichen ihre Quartalszahlen. Beide Unternehmen dürften die Richtung für den gesamten Technologiesektor maßgeblich beeinflussen. Ebenfalls am Dienstag berichtet GE Vernova.

 

Alphabet C Aktie Chart

 

Intel liefert wichtige Signale für den Halbleitersektor

Am Donnerstag nach Börsenschluss folgt schließlich Intel. Gerade nach der zuletzt schwachen Entwicklung vieler Halbleiterwerte wird genau beobachtet werden, welche Signale das Management für die kommenden Quartale sendet.

 

Intel Aktie Chart

 

Fazit

Die kommende Handelswoche hat das Potenzial, den weiteren Verlauf des Sommers an den Börsen entscheidend zu beeinflussen. Während die charttechnische Situation in vielen Indizes zuletzt etwas angeschlagen wirkte, dürften nun vor allem die Quartalszahlen der großen Technologiekonzerne darüber entscheiden, ob die Märkte wieder neues Vertrauen gewinnen oder die laufende Korrektur an Dynamik zunimmt.

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