DAX-Bullenfalle? Rücksetzer trotz 25.000er-Verteidigung

DAX-Kehrtwende: Befreiungsschlag entpuppt sich als Bullenfalle!

Der DAX lehrt den Marktteilnehmern erneut eine Lektion in Demut. Dachte man nach der beeindruckenden Performance am Mittwoch noch, die restliche Woche sei nur noch Formsache, zeigte der Leitindex am Donnerstag wieder seine unbequeme Seite. Mit einem Minus von 0,9 Prozent erlebte das Frankfurter Parkett einen herben Rücksetzer. Einziger technischer Lichtblick: Der DAX rettete sich mit 25.043,57 Punkten hauchdünn über die psychologisch wichtige 25.000er-Marke. Die Basis für einen weiteren Anstieg steht also noch, aber das Fundament wackelt gewaltig.

Kriegsangst und Tech-Abverkauf: USA verschärfen Iran-Konflikt

Der Hauptgrund für die plötzliche Nervosität kam aus Übersee. Die USA signalisierten deutliche Einsatzbereitschaft gegenüber dem Iran, was die Märkte unmittelbar in den Risiko-Modus versetzte. Die Sorge vor einer militärischen Eskalation am Wochenende ließ Anleger in sichere Häfen flüchten und drückte besonders an der Wall Street auf die Kurse. Parallel dazu geriet der Ölpreis ins Visier: Die Sorge vor Versorgungsengpässen trieb die Preise nach oben, was wiederum die Inflationsängste schürt.

Im DAX-Tableau spiegelte sich die Skepsis deutlich wider. Brenntag bildete mit einem Abschlag von 1,1 Prozent das Schlusslicht, dicht gefolgt von Adidas, die mit einem Minus von 0,9 Prozent ebenfalls zu den großen Verlierern zählten. Selbst die zuvor gefeierten Schwergewichte konnten dem Sog der geopolitischen Unsicherheit kaum etwas entgegensetzen.

Showdown am Freitag: Zahlen-Hagel und Konjunktur-Check

Mit diesem Unbehagen im Gepäck geht es nun in einen vollgepackten Wochenabschluss. Der heutige Freitag liefert eine wahre Flut an Wirtschaftsdaten, die den DAX massiv bewegen könnten. Bereits ab 8:00 Uhr stehen die deutschen Erzeugerpreise im Fokus – ein entscheidender Indikator für künftigen Inflationsdruck. Um 9:30 Uhr folgt mit dem Einkaufsmanagerindex (PMI) für Deutschland der Realitätscheck für die hiesige Industrie. Erwarten die Unternehmen volle Auftragsbücher oder droht die nächste Stagnation? Ab 10:00 Uhr ziehen die Daten der Eurozone nach.

Auch auf der Unternehmensseite brennt die Hütte: Mit BASF, Allianz, Deutsche Telekom und Puma haben gleich vier Giganten ab 7:00 Uhr in der Früh ihre Geschäftszahlen vorgelegt. Die anschließenden Pressekonferenzen werden zeigen, wie die Vorstände die Lage für 2026 einschätzen und ob die „Cashmaschinen“ der Realwirtschaft den Index stützen können.

Charttechnisches Fazit: Hängepartie an der 25.000

Charttechnisch hat der DAX durch das gestrige Reversal wieder massiv an Momentum verloren. Die Rückeroberung der 25.000 war wichtig, doch die Dynamik nach oben ist erst einmal dahin. Es bleibt abzuwarten, ob der Index diese Marke heute im Angesicht der Geopolitik und der Datenflut verteidigen kann. Sollten die Einkaufsmanagerindizes enttäuschen, droht ein erneuter Rückfall in Richtung 24.800 Punkte.

DAX Chart

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