DAX startet müde in die Woche – nun soll’s die EZB wieder richten

FXCM?Ein Feiertag in den USA bedeutet in der Regel auch nahezu Stillstand am Frankfurter Börsenparkett. So startet der Deutsche Aktienindex DAX müde und unspektakulär in die neue Handelswoche und damit auch in den Börsenmonat September. Positiv hervorzuheben ist, dass sich der Index nahe der 9.500-Punkte-Marke stabilisieren kann, nachdem er am Freitag einen kurzen Schwächeanfall erlitt. Mit dieser Ruhe allerdings könnte es jederzeit schlagartig vorbei sein – besonders dann, wenn die Lage in der Ost-Ukraine durch die potenzielle Invasion russischer Truppen militärisch eskaliert.?
 

Allerdings gewöhnen sich die Anleger mehr und mehr an die immer wieder neuen und eigentlich auch beängstigenden Berichte im Ukraine-Konflikt sowie an die zunehmend rauere und schärfere Rhetorik des russischen Präsidenten Putin. Zwar halten sie sich mit Käufen zurück, sie stoßen aber auch keine größeren Aktienpakete ab. Noch hält sie die Spekulation, die Europäische Zentralbank würde es schon an diesem Donnerstag mit einem Anleihekaufprogramm in großem Stil richten, bei Laune. Immerhin hat Mario Draghi in Jackson Hole den Weg dafür in aller Deutlichkeit bereitet. 
 

Dass er diesen Worten allerdings schon so zeitnah Taten folgen lassen wird, darf bezweifelt werden. Nach dem umfangreichen Paket im Juni und der Ankündigung eines ABS-Aufkaufprogramms, um die Kreditvergabe an den privaten Sektor anzukurbeln, wird die Notenbank nicht jetzt schon wieder nachlegen. Sie wird die Türen für alles weit offen lassen, was aber am Ende nicht reichen könnte, um die negativen Einflussfaktoren auf die Börse aus geopolitischer Sicht zu kompensieren. Eine daraus resultierende Enttäuschung und der dann höchstwahrscheinlich folgende, nachhaltige Bruch der Marke von 9.400 Punkten könnten eine erneute Abwärtsbewegung in Richtung Jahrestief einleiten.

 

von Jens Klatt

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