DAX30-Index vor neuem Aufwärtsimpuls?

ETX Capital: Ein wichtiger Gradmesser für die Nervosität der Aktienmarktteilnehmer ist der VDAX-Index, dessen Kurs in den letzten Tagen neue Mehrjahreshochs erreichte. So konnte der VDAX gestern mit einem Stand von 27 Prozent sein vorläufiges Nervositätshoch erklimmen. Der Aufwärtstrend im VDAX ist noch voll intakt und betrachtet man den Verlauf des VDAX isoliert, dann könnte das darauf hinweisen, dass das Umfeld für die Bullen weiterhin ungünstig bleibt.
 

Doch schon gestern setzte der gesamte Aktienmarkt zu einer bemerkenswerten Erholung an. Es scheint so, als ob die Marktteilnehmer zum Wochenstart noch ein letztes Mal vor der Entwicklung im Griechenland-Poker erschreckt sind, aber schon kurze Zeit später wieder zum Tagesgeschäft übergegangen sind. Auch wenn es heute Morgen nochmals Kursrückschläge bis unter die Marke von 10.900 Punkten gab, so konnte sich das deutsche Börsenbarometer nur kurz in dieser Region halten und die Verluste zum Nachmittagshandel hin wieder wettmachen.
 

Ausgehend von der übergeordneten Chartsituation im DAX30-Index hat die wichtige Unterstützungszone zwischen den Marken von 11.000 Punkten bis 10.500 Punkten bislang gehalten. Das könnte den Bullen weiterhin Auftrieb geben. Aufgrund der geringen wirtschaftlichen Gewichtung Griechenlands innerhalb der Eurozone von nur circa zwei Prozent des BIPs und der langen Vorbereitungszeit der Institutionen auf einen Grexit, könnte die Volatilität nun wieder abnehmen.
 

Momentan könnte das Chartbild noch Zurückhaltung bei Neuengagements gebieten. Doch sollte der VDAX unter die intakte Aufwärtstrendlinie fallen, die momentan bei 21,86 Prozent verläuft, dann könnte dies als erstes Zeichen für einen bevorstehenden Bruch der oberen Begrenzungslinie des mittelfristigen Abwärtstrend im DAX30-Index gedeutet werden. Die obere Begrenzungslinie des mittelfristigen Abwärtstrends verläuft momentan bei 11.550 Punkten.
 

Die laufenden Entwicklungen rund um die Griechenland-Frage könnten den DAX30-Index kurzzeitig immer wieder in die Knie zwingen und zu schnellen Kurseinbrüchen führen, die spätestens im Bereich der wichtigen charttechnischen Unterstützungszone zum Erliegen kommen sollten. Solange die Volatilität auf dem Rückzug ist, solange könnten die Kursrücksetzer immer nur von kurzer Dauer sein. Denn mit dem EZB-Put mittels QE im Rücken und einem EUR/USD-Kurs  unterhalb von 1,15 USD könnte das fundamentale Bild für den deutschen Leitindex mittelfristig bullish bleiben.
 

Von Oliver Bossmann

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