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DAX30-Index – Zwischen Saisonalität und Unsicherheit

ETX Capital: Der DAX30-Kurs tendiert seit Tagen in einer engen Range zwischen den Marken
von 10.800 Punkten bis 10.600 Punkten. Im Tageschart des deutschen
Börsenbarometers ist zu sehen, dass es den Marktteilnehmern entweder an Mut
oder an einem ausschlaggebenden Impuls fehlt, den Kurs nachhaltig über die
charttechnisch wichtige Widerstandszone um die Marke von 10.800 Punkten zu
hieven. Es scheint so, als wäre den Bullen nach der US-Wahl und der
anschließenden Rallye der Treibstoff für weitere Höhenflüge ausgegangen.

Noch ist für viele Investoren schwer abzuschätzen, was die Präsidentschaft
von Donald Trump, vor allem auf mittlere Sicht, für die US-Märkte bedeutet
und so könnten sich viele immer noch in Zurückhaltung üben. Auf Seiten der
Bullen steht nach wie vor die Saisonalität, denn kurz vor und nach dem
Jahreswechsel könnten sowohl institutionelle als auch private Anleger unter
Druck stehen, ihre geparkten Gelder zu investieren.
 

Für Trader stellt sich die Situation ebenfalls nicht einfach dar, denn das
Risiko eines Fehlausbruchs auf der Oberseite ist groß und niemand will
wieder auf dem falschen Fuß erwischt werden, so wie es am 25.10.2016 der
Fall war, als der DAX30-Index einen klassischen Fehlausbruch auf der
Oberseite der breiten Seitwärtsrange hinlegte.

Die Bären und kurzfristigen Shorties könnten sich mit dem Wissen in Stellung
gebracht haben, dass nach wie vor Unsicherheit darüber herrscht, wie es in
den USA wirtschaftspolitisch weitergeht. Denn sollte ein Trump'sches
US-Konjunkturprogramm kommen, dass in Infrastruktur und Verteidigung
investiert, gepaart mit einer isolationistischen Politik, dann würden die
Zinsen steigen. Diese Aussicht könnte die US-Aktienmärkte, und damit den
DAX30, auf dem Boden halten oder gar in einen Bärenmarkt führen.

Ein mögliches Fazit in der jetzigen Situation könnte sein, dass es für
Investoren besser ist abzuwarten, was die neue US-Wirtschaftspolitik mit
sich bringt. Auch auf die Gefahr hin, eine Jahresendrallye zu verpassen.
Denn ein weiter wie bisher wird es mit dem neuen US-Präsidenten, nach den im
Wahlkampf getroffenen Aussagen, nicht geben können.

Für Trader könnte sich momentan die Short-Seite anbieten. Hier spricht das
gute Chance-/Risiko-Verhältnis für einen spekulativen Trade. Denn sollte der
Kurs an der charttechnischen Widerstandszone um die Marke von 10.800 Punkten
erneut abprallen, dann wäre das nächste Kursziel die untere Begrenzung der
Range der letzten Monate, die bei 10.190 Punkten verläuft. Ein möglicher
Stopp einer kurzfristigen Short-Strategie könnte bei der runden
11.000-Punkte-Marke gesetzt werden.

Von Oliver Bossmann

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