Der Kurssturz aus anderer Perspektive

DWS InvestmentsNur ein Monat! Es ist nur rund einen Monat her (19. Februar), dass der S&P 500 sein Rekordhoch bei 3.393 Punkten erreichte. Es ist nur rund einen Monat her (24. Februar), dass der US-Präsident, per Twitter bekanntgab, dass die USA den Virus weitgehend unter Kontrolle hätten und der Aktienmarkt anfinge, gut auszusehen.

Die dramatischere Fehleinschätzung Trumps betrifft das Virus. Die USA ließen Wochen der Vorbereitung verstreichen und leiden nun unter einer besonders rapiden Verbreitung des Virus.

Mit der Fehleinschätzung bezüglich des Aktienmarktes liegt der US-Präsident zumindest nicht allein. Von seinem Höchststand hat der S&P 500 in der Spitze 30,25 Prozent abgegeben. Ein hoher Wert, ohne Frage. Und mit großer Wahrscheinlichkeit könnte er sich noch erhöhen. Doch wie steht es um diesen Kurssturz verglichen mit den großen Marktkorrekturen der vegangenen 35 Jahre?

Wie unser “Chart of the Week” zeigt, reicht der prozentuale Verlust noch nicht ganz fürs Treppchen aus, aber der dritte Platz ist in unmittelbarer Reichweite. Für den ersten Platz müsste der Index noch einmal rund 40 Prozent verlieren und bei 1.450 Punkten landen. Wir gehen davon aus, dass der jetzigen (noch sehr jungen) Korrektur diese Ehre verwehrt bleiben sollte.

 


 

Man kann sich einem Markteinbruch aber auch anders nähern. Indem man schaut, wie lange der Index gebraucht hat, um jenen Zuwachs aufzubauen, den die Korrektur vernichtet hat. Oder anders gesagt: Wie viele Monate des Sparens waren angesichts der Korrektur für die Katz’?

Nun, der jetzige Stand des S&P 500 wurde erstmals im März 2017 erreicht – 37 Monate Kursanstieg sind somit dahin. Inklusive Dividenden wäre es der September 2017. Der Rekord liegt jedoch bei 154 Monaten, die man in der Finanzmarktkrise 2007 bis 2009 verlor.

Wie sieht es beim Dax aus? Da sind wir nun beim Stand vom Mai 2013 angelangt. Allerdings beinhaltet der Dax ja Dividenden. Für den Kursindex des Dax, ebenso wie für den Euro Stoxx 50 und den FTSE 100, sieht es deutlich  düsterer aus: Da muss man bis in die Jahre 1997/1998 zurückblicken, um die heutigen Stände erstmals zu sehen.

Drei Beobachtungen liegen auf der Hand:

  1. US-Aktien liefen in den letzten Jahren deutlich besser als europäische.
  2. Es gab schon schlimmere US-Korrekturen.
  3. Aus 1. und 2. könnte sich ein höherer weiterer Korrekturbedarf der US- gegenüber Europas Aktien ergeben.
  4. Für europäische Aktien sind Dividendenerträge ein wichtigerer Bestandteil der Gesamtrendite als für US-Aktien.
*Angezeigt wird das Datum des Kurstiefs, sowie das Datum, an dem dieser Indexstand zum ersten Mal erreicht wurde; Quellen: Refinitiv, DWS Investment GmbH; Stand: 18.03.2020

*Angezeigt wird das Datum des Kurstiefs, sowie das Datum, an dem dieser Indexstand zum ersten Mal erreicht wurde; Quellen: Refinitiv, DWS Investment GmbH; Stand: 18.03.2020

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