Divergierende Notenbankkurse spalten die Märkte


BMO Asset Management
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Die Sorgen rund um den Brexit und andere potenzielle Risiken für die Weltwirtschaft schwächen sich langsam ab. Dennoch bleiben die globalen Fundamentaldaten schwach, was die Notenbanken zu weiteren geldpolitischen Maßnahmen bewegen könnte. Gleichzeitig wird die

US-amerikanische Zentralbank (Fed)

wohl an ihrem Kurs der schrittweisen Zinserhöhung festhalten. „Durch die divergierenden Geldpolitiken der Notenbanken entsteht eine immer größere Kluft zwischen den Vereinigten Staaten und dem Rest der entwickelten Länder“, erklärt Janelle Woodward, President und Portfoliomanagerin bei der Institutional Fixed Income Boutique Taplin Canida & Habacht (TCH) unter dem Dach von BMO Global Asset Management. Die Expertin erklärt, wie sich diese Entwicklung in den kommenden Monaten auf die globalen Anleihemärkte auswirken könnte.


Positiver Ausblick für US-Wirtschaft bietet Rückenwind für Zinswende

Obwohl die US-Konjunkturdaten weiterhin schwanken, ist die Ausgangsbasis für Investoren Woodward zufolge weiterhin förderlich. „Zwar impliziert die Preisentwicklung der Fed-Funds-Futures, dass die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung durch die Fed im zweiten Halbjahr nur bei etwa 36 Prozent liegt. Allerdings verkündete die Notenbank, dass sich die kurzfristigen wirtschaftlichen Risiken reduziert hätten“, so die Anleiheexpertin. So hätten sich beispielsweise die Arbeitsmarktdaten jüngst verbessert. Gleichzeitig hätte die Notenbank in ihrem Juli-Statement allerdings davor gewarnt, dass die Inflation auf kurze Sicht auf niedrigem Niveau verharren könne. „Der nächste Zinsschritt ist jedoch nur eine Frage der Zeit. Die Fed ist die einzige Notenbank in den entwickelten Ländern, die in Sachen Geldpolitik behutsam zur Normalität zurückkehrt“, so Woodward. Vor diesem Hintergrund geht sie von einer positiven Entwicklung von hochqualitativen US-Anleihen aus.


Weitere Lockerungen durch Europäische Zentralbank und Bank of England

Aufgrund der steigenden wirtschaftlichen Risiken für die britische Wirtschaft nach dem EU-Referendum beschloss die Bank of England nach sieben Jahren Anfang des Monats erstmals einen Kurswechsel und senkte den Leitzins auf 0,25 Prozent. Darüber hinaus verkündete sie die Wiederaufnahme des ihres Wertpapierankaufprogramms. Doch auch in Gesamteuropa waren die Wirtschaftsdaten zuletzt schwach. „Im ersten Halbjahr lag das gesamteuropäische Wachstum gerade einmal bei 0,3 Prozent – obwohl zuvor 0,6 Prozent erwartet wurden. Und auch in Sachen Inflation gibt es keine nennenswerte Verbesserung“, berichtet Woodward. Diese Faktoren sprächen dafür, dass die Europäische Zentralbank in ihrer Sitzung im September weitere geldpolitische Lockerungen beschließen könnte.


Bank of Japan enttäuscht den Markt

Im Rahmen der globalen Maßnahmen gegen schwaches Wachstum, seien Japans Bemühungen derzeit wohl einzigartig. Bei ihrer letzten Sitzung kündigte die Bank of Japan ein Konjunkturprogramm in Höhe von umgerechnet 265 Milliarden US-Dollar an. Dazu zieht Woodward folgenden Vergleich: „In Relation zum jeweiligen jährlichen Bruttoinlandsprodukt entspricht dieses Paket in etwa dem Konjunkturprogramm der USA nach der Krise von 2008.“ Dennoch blieben die Maßnahmen der Bank of Japan konstant hinter den Erwartungen des Marktes zurück. „Auch Hoffnungen am Markt, die Bank of Japan würde den Ankauf japanischer Staatsanleihen ausweiten oder den Einlagezins senken, wurden zuletzt enttäuscht“, so die Expertin.

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