Droht die „Finanzblase“ zu platzen?

Bernstein Bank: Der Mittwoch erwies sich als ein optimistischer Tag für Entscheidungen. In Erwartung einer Pressekonferenz der US-Notenbank versuchten die meisten Anleger zu kaufen, während sie auf Erklärungen der US-Notenbank warteten.

WTI

Lassen Sie uns versuchen, die aktuelle Marktsituation von der theoretischen Seite her zu betrachten. Die Coronavirus-Pandemie, die alle Finanzmärkte ins Chaos stürzen sollte, hat nicht funktioniert. Der US-Aktienmarkt wird weiterhin in der Nähe seiner Rekordhochs gehandelt. Warum?

Früher gab es eine Theorie, die „Minsker Moment“ genannt wurde. Der Analyst Haiman Minski sagte, wenn der Markt lange Zeit irrational wächst, wird unweigerlich ein tiefer Einbruch folgen. Solche Bewegungen gab es in den Jahren 1998 und 2008, als Marktzusammenbrüche verschiedene wirtschaftliche Faktoren auslösten.

Die US-Notenbank schüttet riesige Summen in die Wirtschaft aus. Angesichts von Nullzinssätzen und Anleiherenditen fließt das Geld direkt in Unternehmensaktien. Es ist noch nicht bekannt, was ein solcher Einstieg in die Positionen von Unternehmen für Anleger bewirken kann. Wenn es eine Verkaufskaskade gibt, die eine gewisse Welle von Marktpositionen auslöst, könnten wir den größten Verkauf an den Aktienmärkten seit 20 Jahren erleben.

 


 

Öl

Es gibt eine sehr unklare Situation auf dem Markt. Auf der einen Seite übt die Coronavirus-Pandemie, die jeden Tag an Dynamik gewinnt, Druck auf die Weltwirtschaft aus und zwingt die Anleger dazu, die Situation für die kommenden Monate zu prognostizieren, obwohl ein Impfstoff kurz vor dem Erscheinen steht, der alle retten wird. Andererseits sind die Ölreserven seit dem Höchststand vom Sommer von 1,2 Milliarden Barrel im Herbst um 150-200 Millionen Barrel gesunken.

Die Statistiken sagen das Gegenteil und lassen den Preis für WTI-Öl steigen. Am Mittwoch stieg der Ölpreis in nur einer Handelssitzung um mehr als 4% und wurde mit 40 Dollar pro Barrel gehandelt. Dies wurde erneut durch einen billigen Dollar und eine optimistische Stimmung unter den Anlegern unterstützt.

All dies sieht in der gegenwärtigen Situation großartig aus, aber jeder erinnert sich an den Einbruch im April, als der Preis der Futures nach unten ging. Das Wichtigste in dieser Situation ist zu wissen, dass das Überangebot einen Punkt erreicht, an dem die Kosten für das Chartern eines schwimmenden Lagertankschiffes ein wenig rentabel sind. Damals lag der Ölpreis bei etwa 10 Dollar pro Barrel.

Die zweite Welle des Coronavirus wird ein großes Hindernis sowohl für das Wachstum des Ölmarktes als auch für die Weltwirtschaft darstellen. Vielleicht wird die „Blase“, die bereits aufgeblasen wurde, bald platzen. Wir müssen nur noch auf den Katalysator warten.

Was erwartet uns heute?

03.30 Veränderung der Beschäftigungsquote in Australien im August
09.00 Pressekonferenz der Bank of Japan
11.00 EU-Verbraucherpreisindex seit Jahresbeginn
14.30 Anzahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in den USA

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