Einfach Dartpfeile werfen – die Geschichte der ETFs

Börsengehandelte Indexfonds (ETFs) sind noch eine sehr junge Anlageidee. Die Geschichte der passiven Investmentstrategien beginnt jedoch schon im Jahr 1900, als der französische Mathematiker Louis Bachelier die langfristige Bewegung von Aktienkursen untersuchte. Er konnte in seiner Studie nachweisen, dass die Chancen, besser zu sein als der Markt, genau bei 50 Prozent liegen. Ein halbes Jahrhundert später griff der US-Ökonom und spätere Nobelpreisträger Harry M. Markowitz diesen Ansatz wieder auf: sein Aufsatz „Portfolio Selection“ begründete die moderne Portfoliotheorie. Diese Theorie machte erstmals nicht die Maximierung der Rendite, sondern die Minimierung des Risikos zum entscheidenden Faktor bei der Geldanlage. Ausschlaggebend für die Performance eines Portfolios ist demnach weniger die Auswahl einzelner Titel, als vielmehr die Kombination der verschiedenen Marktpositionen.

Aus der Portfoliotheorie entstehen passive Investmentfonds

Im Jahr 1967 stellten Redakteure von Forbes ein Aktien-Portfolio zusammen, indem sie 28 Dartpfeile auf die Kursseiten der New York Times warfen. Nach 17 Jahren konnten die Dart-Spieler eine jährliche Rendite von 9,5 Prozent verzeichnen – und lagen damit ungefähr gleichauf mit dem amerikanischen S&P 500-Index. 1971 entstand aus der Idee von Samsonite jr., Sohn des berühmten Kofferfabrikanten und Schüler von Markowitz, der erste Indexfonds für institutionelle Investoren. Er bildete die damals 1.500 an der New York Stock Exchange gelisteten Einzelwerte ab. Fünf Jahre später legten John Bogle und Burton Malkiel mit der Investmentgesellschaft Vanguard den ersten indexbasierten Fonds für Privatanleger auf. Der „Vanguard 500“ wurde mit seiner unschlagbar günstigen Kostenstruktur und einem Volumen von 100 Milliarden US-Dollar zum größten Investmentfonds der Welt.

Bis Privatanleger in Deutschland von den Vorteilen von ETFs profitieren konnten, mussten sie sich lange gedulden. Erst im April 2000 startete der ETF-Handel hier zu Lande. Mittlerweile sind ETFs zu einer beliebten Anlageform geworden. Im Oktober 2009 hat die Zahl der an der Deutschen Börse gehandelten Indexfonds mit 500 einen weiteren Meilenstein erreicht.

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