EUR/USD Analyse: Dollar stark politisch unter Druck

Admiral Markets: Eine derartige Situation konnte sich Donald Trump wohl kaum vorstellen, als er die Abschaffung von Obamacare in sein Wahlprogramm mitaufgenommen hat: Die Abschaffung des von Republikanern stark umstrittenen Gesundheitsprogramms wird aus den eigenen Reihen torpediert.

Der Druck auf Trump wird somit immer größer, denn nach den Wahlen müssen die Taten folgen. Die politische Elite der Vereinigten Staaten scheint aber mit allen Mitteln die Reformen des nicht weniger umstrittenen US Präsidenten blockieren zu wollen.

Ob so oder so, Trump muss die Kosten in den Griff bekommen, und somit können wir gespannt bleiben, welche Maßnahme des ideenreichen Trumps als nächsten auf dem Programm stehen wird. Solange aber haben die Investoren weniger Vertrauen in den Dollar.
 

Nun aber zu unserer Technischen Analyse:

 

Rückblick

EUR/USD  bewegte sich zu Beginn unseres Betrachtungszeitraums, am Mittwoch der letzten Handelswoche, im Bereich der 1,1470/1,1460. Er notierte damit über dem Niveau fünf Handelstage zuvor. Der EUR machte zwar am Mittwoch den Versuch über die 1,1470/80 zu kommen, scheiterte aber.

Er setzte im Nachgang dieses Versuchs an die 1,1391 zurück und konnte sich von hier aus wieder über die 1,14000 schieben. Am Donnerstagmorgen ging es erneut unter die 1,1400, wobei der EUR das Tief des Vortags unterschritt und sich erst bei 1,1370 stabilisieren konnte.

Es dauerte dann bis Freitagnachmittag bis der EUR es schaffte sich deutlicher zu erholen und sich von der 1,14000 abzusetzen. Er konnte sich bis zum Freitagabend in den Bereich der 1,1460/70 schieben.

Zu Wochenbeginn konnte sich der EUR, nach einem kurzen Rücksetzer an die 1,1433, wieder bis in den Bereich der 1,1480 schieben. Im Frühhandel zu Dienstagmorgen kam es dann zu einer dynamischen Impulsbewegung an und über die 1,1500.

Im Laufe des Dienstags konnte sich der EUR weiter festigen und am Nachmittag bis in den Bereich der 1,1583 laufen. Von hier aus ging es im späteren Handel dann etwas abwärts, wobei sich der EUR bis in den späten Handel über der 1,1350 stabilisieren konnte.
 

Das Hoch im Betrachtungszeitraum lag deutlich über dem der Vorperiode. Der EUR hat sich seit Monaten wieder über die 1,1500 schieben und dort auch festsetzen können. Zu wesentlichen Rücksetzern ist es im Betrachtungszeitraum nicht gekommen. Die 1,1400 wurde zwar unterschritten, konnte aber kurzfristig wieder zurückerobert werden.

Das Tief der letzten fünf Handelstage lag auch deutlich über dem Wert der Vorperiode. Die Range lag mit 213 Pips über dem Wert fünf Handelstage zuvor und über dem Jahresdurchschnitt.
 

Wir hatten in unserem Setup auf der Oberseite erwartet, dass der EUR mit dem Überschreiten der 1,1574/76 weiter bis in den Bereich der 1,1585/87 laufen könnte. Diese Bewegung hat sich am Dienstagnachmittag eingestellt, das Anlaufziel wurde um 2 Pips verfehlt.

Die Rücksetzer sind mit dem Unterschreiten der 1,1383/80 nicht ganz an unsere nächste Anlaufmarke bei 1,1368/65 gelaufen. Auch hier haben 2 Pips gefehlt. Damit hat das Setup übergeordnet gut gegriffen.
 

  • Wochenhoch*: 1,1583 Vorwoche 1,1479
  • Wochentief*: 1,1370 Vorwoche 1,1311
  • Wochen-Range*: 213 Pips Vorwoche 168 Pips

*Betrachtungszeitraum 12.07.2017 bis 18.07.2017
 

Wie könnte es weitergehen?

  • EUR/USD-WS: 1,1570…..1,1608/45…..1,1730
  • EUR/USD US: 1,1490/28….1,1381/30….1,1298/42/05….1,1159….1,1022….1,0949/04

Weitere Widerstände/Unterstützungen können dem Chart entnommen werden

  • Box-Bereich: 1,1730 bis 1,0223
  • Tagesschlusskurs-Marken: 1,1154 und 1,1204
  • Intraday-Marken: 1,1479 und 1,1294
  • Range: 1,2355 bis 0,9631

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EUR/USD-Chart

Der EUR hat sich in den vergangenen fünf Handelstagen über die 1,1500 schieben können und damit eine weitere wichtige Hürde nehmen können. Er notiert damit so hoch wie seit 14 Monaten nicht mehr. Das Chartbild ist nach wie vor sehr bullisch zu interpretieren. Denkbar ist, dass der EUR noch bis Donnerstag etwas weiter nach Norden laufen könnte.

Die EZB Sitzung wird auf jeden Fall einen Einfluss auf die Notierungen haben. Der EUR könnte bei entsprechenden Einlassungen noch etwas weiter nach Norden laufen. Die 1,1608 oder maximal die 1,1730 wäre die Anlaufmarke, die dann im Bereich des Erreichbaren wäre.

Aber der EUR könnte auch nach unten abtauchen. Dann wären die 1,1440 und die 1,1360/30/10 die nächsten Anlaufbereiche, an denen sich auch Erholungen einstellen könnten. Rücksetzer bis 1,13310 wären unproblematisch.

Erst ein TS unter der 20 Tage Linie (im Daily) bei 1,1360 würde das Chartbild kurzfristig eintrüben. Der EUR hat sich aber in den letzten drei Handelswochen über dieser Linie etablieren können.

Zwar wartet jetzt die versammelte Anlegerschaft auf das EZB Meeting am Donnerstag, wir gehen aber nicht davon aus, dass es Neuigkeiten geben wird. Zu erwarten sind Einlassungen in Richtung des Kaufprogramms, wobei jetzt schon klar ist, dass dies auslaufen wird.

Die EZB wird sich wahrscheinlich deutlich flexibler zeigen, was das Ende des Programms angeht. Diese Informationen wurde bereits im Vorfeld gestreut, wobei einige Analysten bereits das Ende der Nullzinsphase sehen. Zinserhöhungen wird es in unseren Augen frühestens in 12 wahrscheinlich erst in 18 Monaten geben, und dann nur in sehr moderaten Schritten.

Der EUR profitiert aktuell auch von den politischen Entwicklungen in den USA. Obamacare soll jetzt abgeschafft, und durch einen völlig neuen Ansatz ersetzt werden. Dafür nimmt man sich jetzt 24 Monate Zeit. Was dann das Ergebnis sein wird, großes Fragezeichen.

Ebenso ist völlig unklar, wie es mit dem Haushalt, der Steuerreform und den damit verbundenen Erleichterungen weitergehen soll. Wir hatten ja bereits vor Wochen die Vermutung gehabt, dass sich dies noch mindestens bis Anfang 2018 hinziehen wird.

Dies mag im Anbetracht der Entwicklungen sogar eine optimistische Einschätzung sein. Es ist aber zu erwarten, dass dies genauso schwierig bezüglich der Abstimmung sein wird, wie alles andere zuvor auch.

Eine Entwicklung wird die Trump Administration aber viel früher beschäftigen. Das ist das Anheben der Schulenobergrenze. Die Liquidität des Schatzamtes reicht nach aktuellen Berechnungen noch bis Mitte August – dann müsste die Schuldenobergrenze erhöht werden. Die Obergrenze ist seit März 2017 eingefroren.

Die Demokraten haben hier noch eine Rechnung offen, sodass nicht davon auszugehen ist, dass dies durch gewunken wird, zumal auch Abgeordnete der Republikaner die Schuldenpolitik der USA kritisch sehen. Dies alles dürften dem EUR kurzfristig helfen, sich weiter zu erholen.
 

Zum Markt in den kommenden fünf Handelstagen:

Der EUR könnte zunächst versuchen, sich über der 1,1530 zu stabilisieren und dort zu etablieren. Gelingt dies, so könnte der EUR dann die 1,1550/52, die 1,1564/66 und dann die 1,1581/83 zu erreichen. Sollte der EUR den Bereich bei 1,1581/83 anlaufen können, so besteht hier die Gefahr von Rücksetzern, Schafft es der EUR aber, sich über die 1,1583 zu schieben, wäre der Weg an die 1,1598/1,1600 und an die 1,1608/10 frei.

Auch im Bereich der 1,1608/10 können sich Rücksetzer ausbilden. Gelingt es dem EUR, sich über die 1,1608 zu schieben, so wären die 1,1618/20, die 1,1636/38 und die 1,1647/49 die nächsten Anlaufbereiche.

Über der 1,1649 könnte er dann die 1,1661/63, die 1,1671/73 und 1,1684/86 erreichen. Mit dem Überwinden der 1,1686 hätte der EUR dann das Potential bis 1,1694/96, 1,1703/05 und dann weiter bis 1,1713/15 zu laufen. Das wäre das Maximale, was wir dem EUR in den kommenden fünf Handelstagen zutrauen würden.
 

Kann sich der EUR nicht über der 1,1530 stabilisieren, so wäre mit Rücksetzern zu rechnen die bis 1,1520/18, bis 1,1507/05 und dann bis 1,1498/96 gehen könnten. Bereits hier bestehen vergleichsweise gute Chancen der Stabilisierung und der Erholung.

Rutscht der EUR unter die 1,1496 wären die nächsten Anlaufmarken bei 1,1484/82, bei 1,1474/72 und bei 1,1464/62 zu suchen. Sollte der EUR bis 1,1466/62 zurücksetzen, bestehen hier gute Chancen auf Stabilisierung und Erholung.

Stellen sich diese nicht ein, wäre mit weiteren Abgaben zu rechnen, die bis 1,1451/49, bis 1,1437/35 und dann weiter bis 1,1425/22 und dann bis 1,1413/11 gehen könnten.

Geht es unter die 1,1411, so könnten sich weitere Rücksetzer einstellen, die bis 1,1404/02, bis 1,1395/93 und dann bis 1,1380/78 gehen könnten. Unter der 1,1378 könnten dann die 1,1363/60 angelaufen werden. In diesem Bereich bestehen gute Chancen der Erholung.

Rutscht der EUR unter die 1,1360 wären die 1,1350/48, die 1,1340/38 und die 1,1330/28 weitere relevante Anlaufmarken.
 

Übergeordnete erwartete Tendenz im Betrachtungszeitraum: seitwärts/abwärts
 

Die wichtigsten Veröffentlichungen der nächsten 7 Tage:

  • 20.07.2017 – EU: Zinsentscheid der EZB (Jul)
  • 20.07.2017 – USA: Philly Fed Herstellungsindex (Jul)
  • 24.07.2017 – DE: Herstellungs-Einkaufsmanagerindex (Jul)
  • 24.07.2017 – USA: Bestehende Veräußerungen von Eingenheimen (Jun)
  • 25.07.2017 – DE: Ifo-Geschäfsklimaindex (Jul)
  • 25.07.2017 – USA: CB Verbrauchervertrauen (Jul)
  • 26.07.2017 – USA: Verkäufe neuer US-Eigenheime
  • 26.07.2017 – USA: Bekanntmachung zum Zinssatz der FED

Weitere Analysen zu EUR/USD:

EUR/USD: 1,15-USD-Marke wackelt

 

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