EUR/USD-Analyse: Erwartungen an die Fed könnten zu groß sein

Admiral Markets: In Anbetracht der eher mageren Statistiken könnte man annehmen, dass der Euro eine Verschnaufpause gegenüber dem US-Dollar bekommt. Viele Marktteilnehmer gehen davon aus, dass der US-Dollar seine Stärke im Rahmen der anstehenden Zinsentscheidung der Fed noch entfaltet. Doch die Märkte erwarten diese Entscheidung nicht erst seit gestern und somit könnte die Zinserhöhung bereits eingepreist sein. Sollte die Fed den Zinsschritt erneut verschieben, könnte der Euro weiter auf Abstand zur Parität gehen. Wir beobachten die Situation weiter.
 

Nun kommen wir zu unserer Technischen Analyse:

Chart


Rückblick

Der EUR/USD notierte am Mittwochfrüh, zu Beginn unseres Betrachtungszeitraums, im Bereich 1,0630. Noch am Mittwoch fiel er kurzfristig unter die 1,0600, konnte sich zum Handelsende hin aber erneut über diese Marke schieben. Am Donnerstag ging es dann, auch mit Blick auf die bevorstehende EZB-Entscheidung, sukzessive abwärts. Der EUR/USD markierte am frühen Nachmittag sein Wochentief bei 1,0520. Bereits vor der EZB-PK zog der EUR/USD dann aber kräftig an. Die Dynamik verschärfte sich, als klar wurde, dass die EZB deutlich hinter den Erwartungen geblieben war. Das Währungspaar gewann innerhalb von kurzer Zeit 450 Pips hinzu und markierte im späteren Donnerstagshandel sein Wochenhoch bei 1,0979. Dieser Anstieg wurde nicht wie oft in der Vergangenheit gleich wieder abverkauft, sondern konsolidiert. Der EUR/USD fiel am Freitag zwar unter die 1,0900, konnte sich aber bereits bei 1,0850 stabilisieren und erneut über die 1,0900 laufen. Die Konsolidierung setzte sich zu Begin n der W o che fort, wobei der EUR/USD übergeordnet zwar unter die 1,0880 gefallen ist, sich aber über der 1,0800 halten konnte.
 

Das Hoch des Betrachtungszeitraums lag fast 300 Pips über dem des vorangehenden. Der EUR/USD hat die 1,1000 am Donnerstag nur knapp verfehlt. Das Tief lag allerdings verdächtig nahe an der 1,0500. Der EUR/USD konnte sich genau an der Unterstützung stabilisieren und dann deutlich erholen. Damit hat er sich innerhalb von nur wenigen Stunden wieder auf das Niveau von Anfang November geschoben. Im späten Dienstagshandel wurde die Marke 1,0900 zurückerobert.
 

Wir hatten in unserem Setup erwartet, dass der EUR/USD bis Donnerstag seitwärts laufen könnte, wobei er nicht wesentlich über die 1,0630/40 beziehungsweise 1,0660/70 steigen sollte. Dieses Szenario hat sich eingestellt. Der EUR/USD kam bis Donnerstag nicht wesentlich weiter als bis zur 1,0640. Die Erholung am Donnerstag fiel deutlich stärker aus als erwartet. Der EUR/USD hat es in den letzten Handelstagen aber nicht geschafft, sich über der 1,0900 festzusetzen. Das Setup ist somit aufgegangen.
 

Wochenhoch*: 1,0979 Vorwoche 1,0689 Wochentief*: 1,0520 Vorwoche 1,0557 Wochen-Range*: 459 Pips 132 Pips

*Betrachtungszeitraum 02.12.2015 bis 08.12.2015
 

Wie könnte es weitergehen?

Euro-WS: 1,0873…1,0911/34/52/70…1,1041…1,1106/37/88…1,1213/55/74 Euro-US: 1,0803…1,0712…1,0599/74/40/26…1,0463…1,0373

Weitere Widerstände/Unterstützungen können dem Chart entnommen werden

  •  
  • Box-Bereich: 1,1615 bis 1,0373
  • Tagesschlusskurs-Marken: 1,0952 und 1,0680
  • Intraday-Marken: 1,0936 und 1,0804
  • Range: 1,2409 bis 1,0237
     

Euro-Chart 

Während es zu Beginn der vergangenen Handelswoche noch so ausgesehen hatte, dass der EUR/USD weiter abrutschen könnte, fand am Donnerstag ein Befreiungsschlag statt – nicht mehr und nicht weniger. Zwar hat sich der EUR/USD über die 1,0770 geschoben und dort festgesetzt, er ist jedoch auf der Oberseite bisher nicht wesentlich über die 1,0880 hinausgekommen. Da die Fed in der kommenden Handelswoche über eine etwaige Zinserhöhung entscheiden wird, wäre für die nächsten Handelstage eine ausgeprägte Seitwärtsbewegung denkbar. Wir gehen übergeordnet aber nicht davon aus, dass der EUR/USD in den kommenden fünf Handelstagen ein größeres Potenzial auf der Oberseite hat.
 

Das folgende Szenario wäre möglich:
Der EUR/USD  könnte auf der Oberseite versuchen, sich über der 1,0900 festzusetzen. Kommt es in diesem Bereich nicht zu Rücksetzern, so wäre denkbar, dass der EUR die 1,0930/40 beziehungsweise das Hoch der Vorwoche anläuft und bestätigt. Wenn es der EUR/USD über die 1,0970/80 schafft, hätte er auch das Potenzial, die 1,1000 anzulaufen und möglicherweise zu überwinden. Relevante Anlaufziele wären dann die 1,1030/40 und die 1,1075/80, wobei wir nicht davon ausgehen, dass es in den kommenden fünf Handelstagen zu nachhaltigen Notierungen über 1,1050 kommen wird. Ein Tagesschluss über 1,0952 wäre ein Hinweis darauf, dass der EUR/USD die Anlaufziele über 1,1000 erreichen könnte.
 

Die Rücksetzer könnten zunächst bis in den Bereich der 1,0800/1,0790 reichen. Sollte das Währungspaar sich hier nicht stabilisieren, so kämen die Anlaufziele 1,0770/60 und 1,0730/20 in den Blick. In diesem Bereich könnte es sich stabilisieren und erholen. Ein Unterschreiten der 1,0700 sollte nur kurzfristigen Charakter haben, da ein Tagesschluss unter 1,0680 den Weg in Richtung 1,0620/10 beziehungsweise 1,0590 frei machen könnte. Wir erwarten eine deutlich kleinere Wochen-Range als im letzten Betrachtungszeitraum.
 

Übergeordnete erwartete Tendenz im Betrachtungszeitraum: seitwärts/abwärts
 

Die wichtigen Veröffentlichungen der nächsten sieben Tage:

11.12.2015 – US-Einzelhandelsumsätze (Nov.) 15.12.2015 – Dt. ZEW-Konjunkturerwartungen (Dez.) 16.12.2015 – Verbraucherpreisindex der Eurozone (Nov.) 16.12.2015 – USA: FOMC-Wirtschaftswachstumsprognose 16.12.2015 – Fed-Zinsentscheid
 

von Jens Chrzanowski

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