Fast zwei Drittel der Deutschen fordern baldige Wende in der Zinspolitik

Jeder zweite Bundesbürger ist besorgt wegen der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Das ist ein Ergebnis des aktuellen Vermögensbarometers, eine repräsentative Umfrage, die der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV), heute in Berlin vorgestellt hat.

75 % der Befragten haben dabei angegeben, dass ihnen die aktuellen politischen Entwicklungen Sorgen hinsichtlich der Sicherheit ihrer Ersparnisse bereitet. Bei mehr als der Hälfte beziehen sich diese Sorgen auf die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank.

Dies ist mit 53 % der Nennungen der mit Abstand größte Einzelwert. Fast zwei Drittel der Befragten haben zudem angegeben, dass sie eine baldige Zinswende für wichtig oder sehr wichtig halten.

"Es ist jetzt wirklich an der Zeit, dass diese Sorgen von den Notenbankern gehört werden", sagte DSGV-Präsident Georg Fahrenschon auf einer Pressekonferenz anlässlich der Vorstellung des Vermögensbarometers.

Von der Sitzung des EZB-Rats am 26. Oktober erwarte Fahrenschon deutliche Signale: "Ich wünsche mir klare Aussagen darüber, wie ab Januar 2018 die Anleihekäufe vermindert werden sollen, damit der Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes endlich in Sicht kommt."

Wichtig sei, dass diese ersten Signale nicht nur geldpolitisch, sondern auch wirtschafts- und finanzpolitisch zu einem Durchbruch führen. Auf der Ebene der Bundespolitik müssten deshalb zudem flankierend wachstumsstärkende Vorhaben bei den laufenden Koalitions-verhandlungen beschlossen werden.

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