FXCM: Großbritanniens Wirtschaft gewinnt an Fahrt – Pfund-Rallye geht weiter

FXCM: Die Wirtschaft im Vereinten Königreich kommt wieder in Fahrt. Nach den starken Zahlen aus dem Einzelhandel zu Beginn der Woche kamen heute deutliche Impulse vom Arbeitsmarkt in Großbritannien. Lag die Arbeitslosenquote im Dezember noch bei 7,4 Prozent, fiel sie im Januar deutlich auf nur noch 7,1 Prozent. Damit übertrafen ein weiteres Mal die konjunkturellen Daten von der Insel die Erwartungen der Analysten und sorgten für einen Kurssprung im Britischen Pfund gegenüber dem US-Dollar. So langsam aber sicher tastet sich das „Cable“ wieder an die zu Beginn des Jahres schon einmal geknackte Marke von 1,66 GBP/USD heran. Und dies könnte nur ein Zwischenziel der Rally in diesem Währungspaar sein.

Auch das Sitzungsprotokoll der Bank of England konnte überzeugen. Die heimische Konjunktur sehen die britischen Währungshüter als robust an, vor allem da die Arbeitslosenquote sich stärker als prognostiziert rückläufig entwickelt. Der brachenübergreifende Beschäftigungsanstieg, allen voran im Baugewerbe und im Immobiliensektor deutet auf eine Nachhaltigkeit der Entwicklung. Zudem melden Unternehmen zunehmend freie Positionen oder äußern Absichten zeitnah verstärkt einzustellen.  
 

Märkte preisen zeitnahe restriktivere Geldpolitik ein

Nach Umfragen von Reuters rechneten Ökonomen damit, dass die Arbeitslosenquote von sieben Prozent, welche die Notenbank als relevante Schwelle für ein Einschlagen eines restriktiveren Kurses nannte, erst im Februar 2015 erreicht wird. Die jüngste Entwicklung am Arbeitsmarkt wird zu einem Umdenken führen müssen und eröffnet damit Potenzial für das Pfund. Dies bildet dann den Nährboden für verstärkte Spekulationen, die auf eine „hawkishe“  Bank of England setzen. Der Anstieg der britischen Overnight Interest Swap Rates deutet darauf hin, dass an den Märkten bereits zunehmend mit einer strafferen Geldpolitik gerechnet wird. Diese Entwicklung könnte sich fortsetzen und verleiht dem Sterling einen positiven Ausblick. Im letzten Jahr nannte die BoE das Erreichen der Arbeitslosigkeit von 7% als Bedingung für eine Leitzinserhöhung auf 0,5%. Doch die britischen Währungshüter hielten erneut fest, ein Erreichen dieser Arbeitslosenquote sei keineswegs als Garantie für eine Zinserhöhung zu sehen. Aktuell sehe die Bank of England noch nicht ausreichende Gründe für eine Zinserhöhung. Sollte die britische Wirtschaftsleistung weiterhin überzeugen, werden der Notenbank jedoch die Argumente für eine Beibehaltung niedriger Zinsen ausgehen. 
 

Die deutlich unter den Prognosewerten ausgefallene Arbeitslosenquote deutet darauf hin, dass die konjunkturelle Genesung der britischen Wirtschaft schneller vorranschreitet als gedacht. Doch eben vor diesen Gedanken warnt die Notenbank, neben dem relativen Erfolg der Arbeitmarkdaten seien noch freie wirtschaftliche Kapazitäten verfügbar und ein alleiniger Blick auf den Arbeitsmarkt sei irreführend.
 

Noch spricht die niedrige Inflation gegen eine Zinserhöhung

Gegen einen baldigen Kurswechsel in der Geldpolitik spricht auch die fallende Inflation in Großbritannien. Die Teuerungsrate auf der Insel fiel im Dezember das erste Mal seit über vier Jahren wieder auf zwei Prozent. Die Notenbank fühlt sich deshalb nicht unter Druck gesetzt, den Leitzins zu erhöhen.
 

Aussicht für das Britische Pfund: chancenreich

Aber auch wenn die Bank of England sich noch Zeit lassen wird, um an ihrer Geldpolitik zu drehen, die Markteilnehmer antizipieren bereits eine künftige Leitzinserhöhung. Die Aussicht für das Britische Pfund bleibt demnach gegen den US-Dollar oberhalb der 1,63 als sehr positiv zu bewerten. Sollte das Jahreshoch um 1,66 GBP/USD übertroffen werden, könnte der Kurs in den kommenden Monaten das Hoch aus 2011 von 1,674 anvisieren, anschließend dann das Jahreshoch 2009 von 1,704 GBP/USD. Institutionelle Spekulanten wie Vermögensverwalter, Banken, Fonds und Hedgefonds setzen bereits seit acht Wochen mehrheitlich auf eine Pfund-Stärke.

Von Niall Delventhal

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