GBP/USD: Und was ist mit dem Pfund?

Aus aktuellem Anlass wollen auch wir uns kurz mit dem Thema “Wikileaks” befassen. Enthüllungen zum Thema Irak und vor allem zur US-Diplomatie brachten Wikileaks in kürzester Zeit auf die rote Liste. Mittlerweile versucht man an allen Stellen die Verbreitungsmöglichkeiten von Wikileaks einzuschränken oder gar Wikileaks ganz einzustampfen. Besonders von Seiten der US-Regierung wird hier alles unternommen, Wikileaks beinahe “platt” zu machen. Wikileaks-Leitwolf Assange ist mittlerweile zum Staatsfeind Nr.1 avanciert und hat Osama Bin Laden abgehängt. Ihm wird nun eine Straftat vorgeworfen, vermutlich wird sie ihm angedichtet, um ihn offiziell ausschreiben zu können – Assange ist mittlerweile untergetaucht und wird über Interpol gesucht. Aber was ist geschehen? Was ist Wahrheit und was Dichterei? Wir alle kennen den Spruch – betroffene Hunde bellen, oder?

Konspiratives? Lug und Trug oder doch einfach nur die Wahrheit?

Innerhalb der letzten Monate sind via Wikileaks beeindruckende Geschichten an die Öffentlichkeit geraten. Diese Geschichten sind eigentlich einfach zu gut und zu genial, so dass es einem schwer fällt an diesen Publikationen zu zweifeln. Aber was hat dies nun mit Währungen zu tun oder gar mit dem Devisenhandel? Nun, hier geht es auch um ein Stück weit Medienmacht. Denn wer die Medien macht, der hat Macht. Wenn Sie jetzt einmal die internationale Presse durchforsten, so werden Sie eine Reihe von Artikeln und Berichten zur Schuldenkrise in Europa finden. Interessanterweise sind die meisten Artikel und Berichte von anglo-amerikanischen Zeitungen, Sendern usw., die immer wieder auf die verzwickte Situation rund um das Thema Schuldenkrise und auf die “Missgeburt” Euro hinweisen. Gerade seit dem Thema “Irland” sind besonders häufig solche Geschichten zu lesen. Doch der Euro hält sich weiter relativ stark und kann sich über der Marke von 1,3000 stabilisieren.

Sterling als Wahl oder Qual?

Das britische Pfund konnte sich zwar nicht komplett von der Abwärtsspirale bei EUR/USD abkoppeln, jedoch hat man vergleichsweise milde Abgaben zu verzeichnen. Vom Hoch am 04.11.2010 bei 1,6299 ging es bis 1,5483 am 30.11.2010 immerhin knapp 800 Pips bergab, bei EUR/USD waren es jedoch mehr als 1300 Pips. Betrachtet man die Schuldenstandsquote in Großbritannien, so fragt man sich jedoch, warum das Land nicht schon viel stärker in den Sog der europäischen Schuldenkrise gezogen wurde. Ist es nun ein Vorteil oder ein Nachteil noch die eigene währung behalten zu haben. Im Vergleich zu den letzten Jahren notiert das Pfund zum Euro vergleichsweise schwach, zum US-Dollar pendelt es sich beinahe langsam auf einen Mittelwert von 1,57 ein. Kurzfristig waren 1,70 angelaufen worden, das Tief lag um rund 1,42.

Pfund trotz allem überbewertet

Fundamental betrachtet ist das Pfund jedoch noch überbewertet. Die Investoren haben in den letzten Monaten mehr die Qual als die Wahl. Wo sollen sie ihre Gelder parken? Was ist im Vergleich zu Euro, US-Dollar und Yen die Alternative? Von der Zinslage kann das Pfund derzeit auch nicht unbedingt punkten – 0,50% Leitzins sind im Vergleich zu Euro, kanadischem Dollar, Aussie und Kiwi nichts besonderes. Daran allein kann es folglich nicht liegen. Es ist wohl hauptsächlich der Finanzstandort London und die Tatsache, dass hier zusammen mit New York mehr als die Hälfte des täglichen Devisenhandelsaufkommens durch die Systeme läuft.

Hohe Schulden auch in UK

Anders kann man sich keinen Reim darauf machen, warum das Pfund noch vergleichsweise stabil erscheint. Hohe Schulden und weitere Belastungen durch Irland und etwaig auch noch durch zukünftige Problemkinder, wie Portugal oder Spanien, lasten auch auf dem Pfund. Die Briten sind durch ihr Pfund nicht von ihrer Leistungspflicht durch die EU-Bände befreit. Bei Irland haben sie sich am EU-Rettungstropf für Irland wie alle anderen beteiligen müssen und bilateral nochmals Hilfsgelder eingeplant. Britischen Banken droht durch den Totalausfall mit Irland der Supergau, da sie insgesamt mit ca. 140 Milliarden Pfund Exposure in Irland belastet sind. Sie sehen folglich, welche Belastungen die britische Wirtschaft auszubügeln hat. Der einzige Vorteil ist jedoch, dass die Briten es selbst in der Hand halten und direkt Maßnahmen schnüren können, Direktiven kommen sofort im Markt an. Grossbritannien spricht nicht wie Brüssel mit z.B. zehn verschiedenen Stimmen und hat acht verschiedene Meinungen. Wenn der Markt eines nicht mag, so sind es Uneinheitlichkeiten und Verwirrungen, Fakten werden meist positiv in den Märkten eingepreist, Gerüchte und “Kuddelmuddel” meist durch die Märkte abgestraft. Vergessen wir jedoch nicht die Medien. Wenn es genug Geschichten über Euro und Schuldenkrise gibt und eine Sättigung eintritt, steht schnell wieder der US-Dollar auf der Agenda. Und es bleibt dann auch nur eine Frage der Zeit, bis das Thema Schuldenkrise über Japan in die USA zurückkommt.

Was sagt die Charttechnik?

Zum Zeitpunkt der Analyse kostet GBP/USD 1,5617.

GBP/USD generiert für den Freitag als Handelstag folgende Unterstützungen und Widerstände auf Basis des Tages-Chartbilds:

S1/S2/S3 1,5511/1,5432/1,5353 und R1/R2/R3 1,5669/1,5748/1,5827

GBP/USD handelt zum Zeitpunkt der Analyse mit einem RSI von 38,8064 Punkten im neutralen Bereich.

Wir wünschen allen FX-Tradern und FX-Interessierten ein erholsames Wochenende und einen erfolgreichen Start in die neue FX-Handelswoche!

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