Gold: Ausblick bis 2027 – drei Szenarien sind jetzt möglich!
Im Januar 2026 verzeichnete Gold den größten monatlichen Anstieg seit September 1999, bevor es im März 2026 den stärksten monatlichen Absturz seit Juni 2013 hinnehmen musste. Daher war das erste Quartal des Jahres 2026 für das Edelmetall außergewöhnlich ereignisreich.
Gold befindet sich auf dem Weg zu einem neuen, höheren „Steady State“ bzw. Gleichgewichtszustand, gestützt durch eine sich verbreiternde Anlegerbasis. Chinesische Versicherungsgesellschaften, indische Pensionsfonds und Emittenten digitaler Assets wie Tether stellen relativ neue Nachfragequellen dar. Gleichzeitig haben die Zuflüsse in Gold-ETFs (börsengehandelte Fonds) sowohl in China als auch in Indien im vergangenen Jahr deutlich zugenommen.
„Die Phase bis zur Herstellung dieses neuen Gleichgewichts dürfte weiterhin von Schwankungen geprägt sein. Allerdings gibt es auch Andeutungen, dass sich der Goldpreis letztendlich auf einem höheren Niveau einpendeln könnte. Für langfristig orientierte Anleger können Phasen der Volatilität daher eher Chancen statt Risiken bieten“ meint Nitesh Shah, Leiter für Rohstoff- und Makro-Research für Europa bei WisdomTree, in einem aktuellen Kommentar.
Konsensszenario
Während die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen wohl kaum noch weiter steigen dürften, rechnen Prognostiker mittelfristig mit einer moderaten Abschwächung des US-Dollars infolge struktureller Belastungen wie des wachsenden Zwillingsdefizits.
Bullenszenario
Die Inflation steigt infolge der Energiekrise und anhaltender Lieferkettenprobleme auf 4%, während zugleich die Anleiherenditen trotz einer zurückhaltenden Federal Reserve weiter zulegen. Der US-Dollar würde dabei stärker abwerten als im Konsensszenario, wobei der DXY zusätzlich rund 7% verlieren könnte. Sollte die Fed trotz hoher Inflation auf eine Straffung verzichten, dürfte Gold als Schutz vor Fiatgeld-Entwertung deutlich an Attraktivität gewinnen.
Bärenszenario
Es gelingt der Federal Reserve, die Inflation durch höhere Leitzinsen wieder auf 2% zu senken, allerdings zulasten des Wirtschaftswachstums. Die restriktivere Geldpolitik würde den US-Dollar deutlich stärken und gleichzeitig die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen auf etwa 3,5% drücken. In diesem Umfeld dürfte der Goldpreis auf 4.600 bis 4.650 US-Dollar je Unze zurückfallen und damit ungefähr das Niveau von Anfang 2026 erreichen.
Fazit
„Der Goldpreis hat zu Beginn des Jahres 2026 starke Schwankungen verzeichnet. Die Erweiterung der Anlegerbasis dürfte zu einem Übergang hin zu einem höheren Gleichgewichtszustand beitragen.“
– Nitesh Shah, Leiter für Rohstoff- und Makro-Research für Europa bei WisdomTree
Der Experte resümiert: „Selbst im Konsensszenario erreicht der Goldpreis auf Schlusskursbasis wieder ein Allzeithoch und übertrifft die bisherigen Spitzenwerte, wenn man den kurzlebigen Tageshöchststand vom Januar 2026 ausschließt.“
Gold Chart
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