Gold: Quantitative Easing für das Volk – Goldkauf für 5.000 Dollar je Unze

Bernstein Bank: Rätselhaftes Gold: Selten sprach mit der Flutung des Marktes durch frisch gedrucktes Geld so viel für das Metall. Indexfonds kaufen, Zentralbanken kaufen. Dennoch kommt der Preis nicht recht voran. Doch was nicht ist, kann ja noch werden.

Zumal Guggenheim Investments eine interessante Idee in den Ring geworfen hat: Den massiven Ankauf von Gold durch die Federal Reserve – ein Quantitative Easing für das Volk. Wir beleuchten die Hintergründe.

Fonds melden neue Rekorde bei Gold
Die Lobbygruppe World Gold Council (WGC) hat gerade beeindruckende Zahlen gemeldet: Die Bestände an Gold bei Indexfonds haben auf der ganzen Welt im Mai einen neuen Rekordstand erzielt. Insgesamt kauften Exchange Traded Funds (ETF) in den ersten fünf Monaten des Jahres 154 Tonnen dazu – in den Tresoren ruhen nun 3.510 Tonnen. In diesem Jahr sind schon 33,7 Milliarden Dollar zu den ETF geflossen, damit wurde der bisherige Rekordwert aus 2016 übertroffen.

In Nordamerika liegen die Bestände ebenfalls auf einem Allzeithoch.

Hier kauften Fonds bis dato 102 Tonnen ein und sitzen damit laut World Gold Council auf 1.736 Tonnen – die Reserven überstiegen damit das bisherige Hoch aus dem Dezember 2012.

Das „Wall Street Journal“ meldete jüngst einen Goldrausch in New York: In den Kellern der New York Mercantile Exchange ruhe der Rekordstand von 29,7 Millionen Feinunzen – drei Viertel davon seien in den vergangenen drei Monaten eingetroffen.

 


 

Fondsbestände laufen den Preisen voraus
Vielleicht sind die Fonds ein wichtiger Indikator für bullishe Gold-Bugs: Wenn wir uns diesen Chart anschauen, dann sehen wir, dass die Bestände bei Indexfonds meist dem Goldpreis vorausliefen. Und damit ist es nur eine Frage der Zeit, bis Gold in Dollar ein neues Allzeithoch markiert.

Zumal auch die Notenbanken weiter ihre Bestände aufstocken – sie hatten bis April 142 Tonnen eingekauft. Was zwar weit unter den 650 Tonnen aus den ersten vier Monaten 2019 lag – so hat Russland inzwischen sein Kaufprogramm eingestellt. Aber: Bei China vermuten Experten eine hohe Dunkelziffer. So hatte Peking den siebten Monat in Folge keine Daten an den Internationalen Währungsfonds geliefert.

Interessanterweise stach bis April die Türkei hervor – sie stockte ihre Reserven um fast 39 Tonnen auf 524 Tonnen auf. CFD-Trader, die in der türkischen Lira investiert sind, sollten dies als Hinweis in Bezug auf die weitere Entwicklung der Devise sehen:

Offenbar hat sich Ankara mit Gold gegen den Verfall der Lira gehedged.

 

Das spricht für Gold
Gemäß dem WGC 2020 Central Bank Survey will ein Fünftel der Zentralbanken ihre Goldbestände in den kommenden zwölf Monaten aufstocken. Die Gründe: Der globale Shutdown im Zuge von Covid-19, neue Spannungen zwischen China und den USA sowie die steigende Arbeitslosigkeit in der westlichen Welt.

Last, but not least haben die Notenbanken frisches Geld in den Markt gepumpt, wie noch nie.

Tatsächlich hat ja gerade die Federal Reserve signalisiert, dass sie wohl bis Ende 2022 das gegenwärtige Zinsniveau von nahezu null Prozent beibehalten wird.

 


 

Guggenheim fordert Gold-QE durch die Fed
Und damit wären wir bei einem äußerst interessanten Thema: Vielleicht muss die Federal Reserve bald verstärkt Gold kaufen, um den Dollar zu stützen und um endlich Inflation zu erzeugen. Diesen unorthodoxen Schritt forderte jüngst Scott Minerd, Global Chief Investment Officer von Guggenheim Investments – „the Fed should unleash a massive Fed gold purchase program that could echo a Depression-era effort that effectively boosted the U.S. economy.“

 

Goldkauf für 5.000 Dollar je Unze
Soll heißen: Die Fed sollte Gold zu einem weit höheren Preis als das aktuelle Marktniveau einkaufen – vielleicht zu 5.000 Dollar je Unze. Diese Art der monetären Expansion würde sich nicht wie das Quantitative Easing nur innerhalb des Bankensektors abspielen. Sondern direkten Einfluss auf die Haushaltskasse der Gold Bugs in aller Welt nehmen – und damit die erwünschte Wirkung auf die Inflationserwartungen erzielen.

Denn die Verbraucher auf der Welt können laut dem Guggenheim-Experten mit obskuren Anleihen oder den Auswirkungen eines Null- oder Negativzins gar nichts anfangen – daher bleibe der Effekt der währungspolitischen Schritte auf den Finanzmarkt beschränkt. Mit Gold dagegen hätten Sparer überall auf der Welt Erfahrung.

Und daher dürften andere Notenbanken weltweit einem solchen Schritt folgen, zeigte sich Minerd sicher.

 

Break the Glass
Der Experte argumentierte, letztlich bleibe der Fed nur dieses Mittel. Denn alle anderen Werkzeuge würden stumpf werden: Der Markt preise schon jetzt einen Nullzins für die nächsten fünf Jahre ein. Zudem sei die Aussicht, in einem neuen, regulären QE frisches Kapital anzulocken, angesichts des amerikanischen Multi-Billionen-Dollar-Defizits gering.

Auch sei ein Negativzins ein herber Schlag für die US-Banken. Aktienkäufe seien ebenfalls ein politisches Risiko. Damit müsse die Fed als ultima Ratio das Glas zerbrechen – soll heißen, die Scheibe vor dem Notfallmelder einschlagen.

 

Dollar im Risiko
Denn irgendwann werde angesichts der monetären Expansion der Dollar in Gefahr geraten: „With the Fed going all-in on financing the government deficit, the U.S. dollar could be at risk to negative speculation of its status as the dominant global reserve currency. Investing in gold may help offset this trend. The accumulation of gold as a reserve asset historically has been seen as a responsible policy response in periods of crisis.“

Gold könne also als Underlying die Sicherheit für den Greenback bieten.

 


 

Gold-QE hilft den Verbrauchern direkt
Nur durch solch einen unorthodoxen Schritt könne die Fed zudem endlich eine moderate Inflation von 2 bis 3 Prozent herbeiführen – was die Schuldenlast im Laufe der Zeit verringern und zudem die Löhne der Mittelschicht steigern würde. Soweit der Experte von Guggenheim.

Wir meinen: Ein solches „Quantitative Easing für das Volk“ wäre in der Tat eine enorm interessante Idee. Aktuell bleibt viel Billiggeld bleibt bei den Banken hängen oder bei Zombie-Firmen, die sich über Anleihen am Leben halten. In der Realwirtschaft profitieren nur wenige Firmen oder Häuslebauer sowie Handwerker von Niedrigzinsen.

Ein massiver Goldkauf dagegen würde Millionen Gold-Bugs reichmachen – und sie zu Shopping, Reisen und Investitionen verführen. Unnötig zu erwähnen, welche Folgen ein Gold-QE für den Goldpreis hätte – the sky is the limit. Die Bernstein-Bank wird die Angelegenheit für Sie im Auge behalten – wir wünschen erfolgreiche Investments!

 

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