Gute Aussichten für Aktienmärkte

  • US-Wirtschaft läuft rund
  • Keine harte Landung für China
  • Konjunkturaufschwung in Europa Globale
  • Unternehmensgewinne steigen

Die diesjährige positive globale Wirtschaftsentwicklung beschränkt sich nicht auf einzelnen Regionen oder auf bestimmte Wachstumstreiber. Und einiges spricht dafür, dass der Trend anhält.

"Die Konjunktur ist nicht heiß gelaufen, ernsthafte Inflationssorgen sind nicht in Sicht und das finanzielle Ungleichgewicht innerhalb der Länder ist überschaubar", sagt Steven Bell, Chefvolkswirt bei BMO Global Asset Management.

Auch wenn die historische Performance keine Garantien für die künftige Entwicklung bietet: Die Analyse ähnlicher Szenarien aus den vergangenen 50 Jahren deutet darauf hin, dass die aktuell positive Wirtschaftslage das Investitionsumfeld auch künftig beflügelt.

Zwar hat US-Präsident Trump seit seinem Amtsantritt für einigen Trubel gesorgt. Dennoch befindet sich die US-Wirtschaft in einer guten Verfassung. Die Inflation bleibt moderat, zumal sich die Mieten, die mehr als ein Drittel des Verbraucherpreisindex ausmachen, stabilisiert haben.

Dies bedeutet – in Kombination mit leicht steigenden Löhnen –, dass die Federal Reserve sehr wahrscheinlich die Zinsen im Dezember leicht erhöhen wird. Deutlichere Anstiege werden für 2018 erwartet, wenn auch in bescheidenem Tempo.

"Dies könnte durchaus die Märkte bremsen. In unserem zentralen Szenario dürfte dies aber eher eine sanfte Brise als ein rauer Sturm sein", bemerkt Bell.

Dies gilt grundsätzlich auch für China, dessen Wirtschaftswachstum sich verlangsamt hat. Dafür gibt es zwei Gründe. Erstens: Das Arbeitskräfteangebot hat seinen Höhepunkt bereits hinter sich, was insbesondere an der Ein-Kind-Politik der Volksrepublik liegt.

Zweitens ist die Produktivität zurückgegangen. Genau wie Japan und Korea hat das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von 7.000 US-Dollar den Übergang zu einer langsameren Wachstumsrate signalisiert.

„Wir glauben aber nicht, dass China eine harte Landung bevorsteht Wir erwarten für die nächsten Jahren ein Wachstum von rund fünf Prozent – dies ist deutlich unter den acht Prozent, die in der Vergangenheit erzielt wurden“, sagt Steven Bell.

Die europäische Wirtschaft ist hingegen auf Wachstumskurs. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Europa steht vor der Beendigung seiner Sparmaßnahmen, die neben einer massiven monetären Expansion zu einem anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung geführt hat. Derzeit deutet nichts auf einen Abschwung in Europa hin.

Einen Wermutstropfen gibt es dennoch: Großbritannien. Die Verhandlungen über den Rückzug aus der Europäischen Union (EU) erweisen sich als schwierig, und unabhängig vom Ergebnis steht das Land vor einer herausfordernden Phase der Anpassung an das Leben außerhalb des Binnenmarktes.

Wie sieht es mit den globalen Unternehmensgewinnen aus? Derzeit liegen sie deutlich über den historischen Durchschnittswerten. Dies dürfte in nächster Zeit auch so bleiben. Das schwache Zinsniveau treibt weiterhin die Aktienmärkte, auch wenn es bald moderate Zinserhöhungen geben sollte.

Die Unternehmenssteuern sind niedrig und in Ländern wie den Vereinigten Staaten und Frankreich tendenziell rückläufig. „Für 2018 rechnen wir mit einem Anstieg der Unternehmensgewinne. Dies bietet ein gutes Umfeld für steigende Aktienkurse“, erläutert Bell. Dies gelte jedoch weniger für die Anleihen. „Hier erscheint ein Großteil des Marktes bereits überbewertet“, so der Experte.

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