Interview zur Neupositionierung des Daytrade Broker ViTrade mit Carsten Rößner und Matthias Albrecht

Matthias Albrecht, CEO der XCOM AG und Vorsitzender des Aufsichtsrates der ViTrade AG Zum 13. Dezember 2013 erwarb die XCOM Finanz GmbH die Anteile der flatex Holding AG an der ViTrade AG. Die biw Bank für Investments und Wertpapiere AG – ebenfalls 100%ige Tochter der XCOM Finanz GmbH – verantwortet bereits die Abwicklung der Wertpapiertransaktionen der ViTrade AG. Broker-Test.de sprach mit Matthias Albrecht, CEO der XCOM AG und Vorsitzender des Aufsichtsrates der ViTrade AG, sowie Dr. Carsten Rößner, Vorstand der ViTrade AG und Leiter des Geschäftsbereichs Institutioneller Wertpapierhandel der XCOM AG, über die sich daraus ergebende Neuerungen und Vorteile für die Kunden der ViTrade AG.

Herr Albrecht, was hat Sie dazu bewogen, die ViTrade AG zu kaufen? Was versprechen Sie sich davon?

Matthias Albrecht: Die ViTrade AG bietet Profi-Anlegern maßgeschneiderte Lösungen in vielen Bereichen – vom Short-Selling bis zum außerbörslichen Handel. Das Unternehmen hat 2013 gezeigt, dass Anleger ihm vertrauen. Denn trotz Umsatz-Rückgang an vielen Marktplätzen, engeren Margen und der stets zunehmenden Regulierung konnte es sich behaupten. Nicht zuletzt sind es neben dem Produktangebot auch die individuelle Betreuung von Anlegern und die attraktiven Konditionen für Trader, die uns überzeugt haben, das Unternehmen in die XCOM AG zu integrieren. Es werden sich weitere Kostenvorteile ergeben, die wir natürlich auch an die Anleger weitergeben können.

Wie wird die Zusammenarbeit der XCOM Finanz AG, der ViTrade AG und der biw Bank AG genau aussehen?

Albrecht: Der Profi-Trader Bereich hat sich in einem enormen Maße weiterentwickelt.
Wer heute auf die Bedürfnisse von professionellen Anlegern eingehen möchte, der muss vor allem drei Dinge anbieten:

  • Einfache und verständliche Bedienstruktur
  • Eine vertrauensvolle Bank sein
  • Eine exzellente IT im Hintergrund


Genau dieses Dreigespann beschreibt unsere Aufstellung:

  • Die XCOM AG bringt ihre Erfahrung aus der IT für Banken ein
  • Die biw Bank AG ist eine vertrauenswürdige deutsche Mittelstandsbank
  • Die ViTrade AG die Plattform für Profitrader

Dr. Carsten Rößner, Vorstand der ViTrade AG und Leiter des Geschäftsbereichs Institutioneller Wertpapierhandel der XCOM AG Herr Rößner, was sagen Sie zu dem Verkauf der ViTrade AG an XCOM?

Carsten Rößner: Ich begrüße die Übernahme der Anteile und sehe den Erwerb als folgerichtigen Schritt für die zukünftige Ausrichtung aller beteiligten Gesellschaften auf die Bedürfnisse von Profi-Tradern. Die Unternehmen arbeiten ja bereits seit vielen Jahren erfolgreich zusammen, damit bot sich die Integration mehr als an. Die XCOM AG hat die ViTrade AG seit ihrer Gründung in 2010 auf der Softwareseite unterstützt und hat auch bereits den Vorgänger, E*Trade, beraten.

Die XCOM kennt Prozesse, Wertpapierhandelssysteme und Technik von ViTrade im Detail. Damit ergeben sich auch für die Anleger in Zukunft neue Möglichkeiten, denn nun sind wir in der Lage, noch anspruchsvollere Anwendungen im High-End-Segment des Wertpapierhandels anzubieten.

Und auch die biw als Abwicklungsbank ist in die operativen Prozesse der ViTrade bereits eng eingebunden. Dies gewährleistet flexible,individuelle, kosteneffiziente und qualitativ hochwertige Angebote für Trader in einem immer stärker regulierten Umfeld.

Was wird sich für Ihre Kunden ändern? Welche Neuerungen wird es geben?

Rößner: Für unsere anspruchsvollen Bestandskunden im Bereich Professional Trading wird sich hinsichtlich Service und strategischer Ausrichtung nichts ändern, unsere bekannten Partner bleiben die XCOM AG und die biw AG. Die ViTrade AG wird in enger Kooperation mit ihnen das Leistungsangebot hinsichtlich mobiler Endgeräte und Ereignis-gesteuertem Handeln erweitern:

Mit dem für Ende 1. Quartal 2014 vorgesehenen neuen Release für unser High End-Tool HTX werden wir eine App für mobile Endgeräte des Herstellers Apple (iPhone, iPad) platzieren. Eine Beta-Phase startet im Januar 2014.
Für das neue Release ebenfalls geplant sind neue sogenannte, Ereignis-gesteuerte Ordertypen, die Kunden bei der Umsetzung intelligenter Handelsstrategien unterstützen, ohne dass sie selbständig programmiertwerdenmüssen.

Als Einstieg geplant sind die Ordertypen OnEvent, One-Cancels-All, Next und Discretionary. Die neuen Ordertypen gehen über die bereits bekanntenParametrisierungs-Möglichkeiten hinweg und ermöglichen Kunden eine zum Teil Marktplatz-übergreifende Konfiguration (OCO/OCA, Next).

Abgerundet wird das Angebot für Ereignis-gesteuerten Wertpapierhandel durch die HTX System-Schnittstelle (HTX API), mit denen Kunden bereits heute über die Umsetzung eigener Algorithmen automatisiert Wertpapieraufträge an den von ViTradeangebotenen Marktplätzen platzieren können. Ab dem 1. April 2014 wird der algorithmische Handel an allen deutschen Börsen kennzeichnungspflichtig. Die System-Schnittstelle des Trading Tools HTX (HTX API) unterstützt bereits seit November 2013 die Kennzeichnungspflicht.

Eine für die Bestandskunden bedeutende und interessante Fortentwicklung wird es in technischer Hinsicht geben: In Kooperation mit der XCOM AG wird der Wertpapierhandel der ViTrade AG an der Frankfurter Wertpapierbörse (XETRA und Börse Frankfurt) und auch am Terminmarkt EUREX auf die Hochgeschwindigkeits-Anbindung im Colocation Center der Deutschen Börse AG umgestellt.

Was sind Ihre Ziele für dieses Jahr?

Carsten Rößner: Das Ziel für 2014 ist die Weiterentwicklung unseres Leistungsspektrums im Professional Trading. Die bereits genannten funktionalen und technischen Neuerungen sind Teil dieser Strategie. Weitere funktionale Erweiterungen für HTX und gegebenenfalls auch andere Trading-Tools sind in Planung, aber aktuell noch nicht spruchreif.

Ein weiterer Punkt ist die drohende Finanztransaktionssteuer. Auch wenn deren Ausgestaltung aktuell unklar ist, können ViTrade Kunden davon ausgehen, dass wir uns primär in ihrem Sinne zu dieser Steuer aufstellen.
 

Matthias Albrecht: Die ViTrade AG wird in Kooperation mit der biw AG im 1. Quartal 2014 eine neue Online-Bank unter dem Markennamen benk (www.mybenk.de) auf den Mark bringen.

Das Hauptmerkmal von benk werden vor allem die sehr günstigen Handelspreise sein und die Ausrichtung auf den Online- und Mobile-Markt. Es umfasst unter anderem Services aus den Bereichen Mobile Payment, Online- und Mobile-Brokerage. Außerdem können Kunden auf Cloud-Services wie Email, Kalender und Datenspeicher zurückgreifen, die mit den Sicherheitsstandards einer Vollbank ausgestattet sind. benk ergänzt das Leistungsspektrum der ViTrade AG um ein kompetitives Service-Angebot für Online-Banking und Online-Brokerage im Einstiegssegment des Wertpapierhandels.

Weshalb glauben Sie, einen weiteren Online Broker in dem ohnehin Margen-engen Retail-Segment erfolgreich platzieren zu koennen?

Albrecht: Dank hoher Automatisierung und schlanken Strukturen wird benk ein unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis anbieten. Die Konditionen sind damit in vielen Bereichen deutlich attraktiver als bei vergleichbaren Unternehmen. Dabei darf man auch nicht vergessen, dass die biw AG und ihre Partner bereits mehrfach ausgezeichnet wurden und mehr als 12 Jahre Erfahrung als Online-Bank aufweisen können.

Wie werden Sie die 2 Marken-Strategie trennen und gegenüber Ihren Bestandskunden vertreten?

Carsten Rößner: Unsere Bestandskunden genießen einen professionellen, kompetenten Service und individuelle Betreuung. Dieses Leistungsspektrum bildet den Kern unsererUnternehmensstrategie. Wir unterscheidenuns vom Einstiegssegment insbesondere durch die angebotenen Tools wie HTX oder HTX API und über die auf Professional Trading zugeschnittenen Service-Angebote im Bereich Shortselling oder Cross Border-Handel.

benk wird für die ViTrade AG ein ergänzendes Produktangebot im Retail-Markt sein. Es wird Kunden ein separates und preisgünstiges Portfolio an Web-basierten Banking-, Brokerage- und Cloud-Dienstleistungen bieten. Die Kunden werden über eine eigenständig dafür eingerichtete Hotline und ein bereits im Retail-Segment erfahrenes Support-Center betreut.
 

Herr Albrecht, Herr Rößner, vielen Dank für dieses Interview!

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