Iran-Konflikt: Vier unterschiedliche Szenarien und ihre Gewinner und Verlierer
Matthew Ryan, Head of Market Strategy bei Ebury, bewertet die möglichen Entwicklungen im Iran-Konflikt und deren Auswirkungen auf Devisenmärkte, Energiepreise und die globale Wirtschaft.
1. Schnelle Entspannung würde den US-Dollar unter Druck setzen
Zudem könnten die Ölpreise laut unseren Erwartungen innerhalb weniger Tage um 30 % oder mehr fallen. Die Energiepreise würden sich spürbar entspannen, was die Inflationsrisiken begrenzen und die Belastung für die Weltwirtschaft gering halten würde.
Die Wahrscheinlichkeit des Szenarios ist sehr gering und liegt bei unter 10%.
Gewinner & Verlierer: In diesem Szenario gibt es keine eindeutigen Gewinner und Verlierer. Denn die Energie- und Verteidigungsbranche erfährt nur einen bescheidenen Aufschwung. Die Reisebranche (Fluggesellschaften, Automobilindustrie usw.) verzeichnet nur geringfügige Einbußen und erholt sich schnell.
2. Kurzfristiger Konflikt sorgt für temporäre Volatilität
Sollte der Krieg nur wenige Wochen andauern, rechnet Ryan zunächst mit anhaltender Unsicherheit und einem stärkeren US-Dollar. Europäische Währungen würden durch steigende Energiepreise unter Druck geraten, während ölabhängige Währungen wie der kanadische Dollar und die norwegische Krone profitieren könnten. Nach einer Deeskalation dürfte sich dieses Muster jedoch rasch umkehren, da sich Angebotsschocks am Ölmarkt historisch schnell auflösen.
Die Wahrscheinlichkeit des Szenarios liegt bei 30-35% – beinhaltet eine Wahrscheinlichkeit von <10% für Szenario 1a.
Gewinner & Verlierer: In diesem Szenario gibt es keine eindeutigen Gewinner und Verlierer. Die Energie- und Verteidigungsbranche erhält einen bescheidenen und vorübergehenden Aufschwung. Die Reisebranche verzeichnet leichte Einbußen.
3. Längerer Konflikt verstärkt Druck auf Europa und globale Märkte
Ein anhaltender Krieg mit blockierter Straße von Hormus würde laut Ryan zu deutlich höherer Volatilität führen. Der US-Dollar dürfte als sicherer Hafen aufwerten, während der Euro weiter unter Druck geraten könnte. Gleichzeitig würden steigende Energiepreise die Inflation erhöhen und das globale Wachstum dämpfen, insbesondere in Europa und Asien, die stark von Energieimporten abhängig sind.
Ölpreise könnten demnach auf 120 bis 150 US-Dollar pro Barrel steigen, was die globale Inflation um 0,5 bis 1 Prozentpunkt erhöhen und das Wachstum um 0,2 bis 0,5 Prozentpunkte dämpfen würde.
Die Wahrscheinlichkeit des Szenarios liegt bei 30-35%.
Gewinner & Verlierer: Die Gewinner dieses Szenarios sind die Sektoren Energie, Verteidigung und Schifffahrt. Die Verlierer sind hingegen die Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion (Iran und seine Nachbarregionen sind bedeutende Exporteure von Düngemitteln auf Ammoniakbasis) sowie die Reisebranche (insbesondere Flugverkehr).
4. Worst-Case-Szenario birgt Risiko von Stagflation und massiven Marktverwerfungen
Die Wahrscheinlichkeit des Szenarios liegt bei 30-35%.
Gewinner & Verlierer: Die Gewinner dieses Szenarios sind neben der Energiewirtschaft (außerhalb der Golfregion) und Verteidigung die erneuerbaren Energien und die Schifffahrt (außerhalb der Straße von Hormus).
Zu den Verlierern gehören die energieabhängigen Sektoren (Luftfahrt, Automobil und Versorgungsunternehmen). Wobei die asiatische Fertigungsindustrie und Petrochemie hart getroffen würden. Zudem würden Logistik, Reise- und Luxusgüter sowie der Halbleiter- und KI-Hardware-Sektor (Katar produziert ein Drittel des weltweiten Heliums, das unverzichtbar für die Kühlung von Chips ist) darunter leiden.
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