Iran-Krieg lässt deutsche Anleger bislang relativ kalt – keine Flucht aus Aktien

Seit dem 28. Februar 2026 läuft eine groß angelegte Militäroperation der USA und Israels gegen den Iran. Dies führte zwischenzeitlich zu erheblichen Kurskapriolen an den Finanz- und Rohstoffmärkten. Ungeachtet dessen zeigten sich die deutschen Anleger in den ersten zwei Wochen nach Ausbruch des Konflikts erstaunlich gelassen. Eine Flucht aus Aktien infolge der Kampfhandlungen war bislang nicht zu beobachten.

Gleichwohl kam es zu einigen Anpassungen der Portfolios. Das sind die Ergebnisse einer Auswertung des Anlegerverhaltens von mehr als 450.000 flatex-Kunden, die nach Abschluss der ersten beiden Handelswochen im März durchgeführt wurde.

 

Cash-Quote nur leicht höher

Betrachtet man, wie das Geld der Kunden angelegt ist, so fällt auf, dass sich die Cash-Quote in den ersten beiden Wochen nach Kriegsausbruch kaum erhöht hat. So stieg sie von Ende Februar bis zum 13. März 2026 lediglich um 0,3 Prozentpunkte von 6,6 auf 6,9 Prozent.

Der Großteil der Gelder ist weiterhin in Wertpapieren investiert, wobei Aktien und ETFs mit einem Anteil von fast 89 Prozent dominieren. Das investierte Anlagevolumen bei Aktien nahm im Betrachtungszeitraum um lediglich knapp drei Prozent ab, was zum allergrößten Teil den reduzierten Kursniveaus geschuldet sein dürfte.

 

 

„Die deutschen Anleger haben infolge der Iran-Krise nicht die Nerven verloren, was gerade auch unter dem Aspekt des langfristigen Vermögensaufbaus zu begrüßen ist. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Panikverkäufe infolge weltpolitischer Krisen oft keine gute Idee waren. Sogar der Zollschock von US-Präsident Donald Trump im vergangenen Frühjahr war an den Aktienbörsen relativ schnell wieder wettgemacht. Was bei der Geldanlage am Ende zählt, sind nicht kurzfristige Schwankungen, sondern langfristige Ergebnisse.“
– Tobias Spreiter, Head of flatex

 

Erhöhte Handelsaktivität

Auch wenn keine Flucht aus Risikoanlagen zu beobachten war, untätig blieben die deutschen Anleger nicht. Mit 745.000 Wertpapiertransaktionen zeigten die flatex-Kunden ein im Schnitt klar erhöhtes Transaktionsniveau. Zum Vergleich: das Monatsmittel über die letzten 12 Monate hinweg beträgt rund 1,18 Mio. Trades. Die erste März-Hälfte hat damit schon etwa 63 Prozent der Durchschnittsanzahl erreicht.

Dazu Spreiter: „In volatilen Marktphasen nimmt die Handelsaktivität in der Regel zu. Insbesondere erfahrene Trader setzen in solchen Perioden verstärkt auf kurzfristige Kurstrends.“

 

Rohstoffaktien auf der Verliererseite – Ausnahme Öl und Gas

Die flatex-Analyse liefert auch Informationen darüber, zu welchen Umschichtungen es innerhalb des Aktiensegments gekommen ist. Zu den größten Verlierern in den ersten beiden März-Wochen gehört der Bereich Rohstoffe (ohne Öl und Gas).

Spreiter: „Rohstoffe wie Aluminium, Eisen oder Stahl sind konjunkturabhängig, auf den Aktien entsprechender Anbieter lasten somit Sorgen über eine Abschwächung der Weltwirtschaft. Zudem gilt die Produktion von Industriemetallen als besonders energieintensiv, sodass entsprechende Unternehmen mit höheren Kosten rechnen müssen.“

Interessant: Obwohl Gold und Silber gemeinhin als Krisenwährungen bekannt sind, hatten vor allem Edelmetall-Aktien in den ersten zwei März-Wochen verhältnismäßig mit die größten Einbußen an deutschem Anlegerkapital.

Die nach Gewinnmitnahmen Ende Januar wieder anziehende Rallye im Februar fand so mit Kriegsausbruch ein jähes Ende: Förderunternehmen wie First Majestic Silver, Rio Tinto und Barrick verloren zweistellig (s. Tabelle 3) – deutlich über die eigentlichen Kursverluste hinaus. Ebenso auf der Verliererseite befanden sich deutsche Industriewerte wie ThyssenKrupp (-20%) und die Hochtief AG (-12%).

 

US-Tech und deutsche Substanz bleiben wichtige Depotbausteine

Zu den Gewinnern des Nahost-Konflikts gehören eindeutig Aktien aus dem Bereich Öl und Gas. In diesem Segment stieg das investierte Volumen um acht Prozent. Dieser Zuwachs ist allerdings zum Teil auch auf die deutlichen Kursgewinne der Ölkonzerne zurückzuführen. Dasselbe gilt auch für US-Tech-Schwergewicht Palantir mit seinem Kundenstamm teils aus dem Militärbereich.

Insgesamt zeigte sich der Technologiesektor relativ stabil (+1 % des investierten Vermögens) und bleibt mit 21-prozentigem Anteil an der deutschen Allokation nach wie vor die beliebteste Branche. Daneben bleibt auch die Präferenz der Anleger für deutsche Qualitätsaktien wie Allianz, Münchener Rück oder Rheinmetall (s. Tabelle 2) ungebrochen.

Für Spreiter keine Überraschung: „Das Anlegerverhalten legt nahe, dass deutsche Substanzwerte vor allem als Stabilitätsanker für das Aktienportfolio gesehen werden, während die Erwartungen bei den KI-Konzernen auf der Chancenseite vermutet werden. Mit ihnen soll das Renditepotenzial im Depot erhöht werden.“

 

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