Jeder Vierte will nicht heiraten

Deutsches Institut für Altersvorsorge: Egal ob beim Hausbau, Mietvertrag oder bei Versicherungsverträgen – Paare sind in vielen Bereichen benachteiligt, wenn sie nicht verheiratet sind. Das Risiko der Verliebten ist hoch. Sie brauchen daher Vollmachten, Vereinbarungen oder sehr viel Vertrauen. Ein Umstand, den viele Bundesbürger gern abgeschafft sähen.

So möchten 41 Prozent der Deutschen vor dem Gesetz eheähnlich mit ihrem Partner zusammenleben, ohne tatsächlich heiraten zu müssen. Das ermittelte eine Online-Umfrage von YouGov, die der Lebensversicherer Swiss Life in Auftrag gab.

Doch warum scheut jeder Vierte eigentlich die Ehe? Mehr als die Hälfte der jungen Menschen zwischen 25 und 34 Jahren geben die Beibehaltung der eigenen Freiheit als Grund an. 42 Prozent der Befragten möchten ihre Selbstbestimmung nicht aufgeben. Jeder vierte Jüngere findet eine Hochzeit hingegen einfach zu traditionell.

Viele Paare möchten den Studienergebnissen zufolge selbst entscheiden, ob sie sich trauen lassen oder nicht. Dabei wollen sie ihren Entschluss nicht an gesetzliche und steuerliche Vorteile knüpfen. Dennoch fühlen sich vorrangig die Jüngeren mit 62 Prozent durch die Entscheidung gegen eine Ehe finanziell benachteiligt.

 

Unverheiratete Paare haben höhere Kosten
Die Schwierigkeiten Unverheirateter beginnen bereits beim Zusammenleben. Wer zu seinem Partner zieht, wird oft nur vom Vermieter mit aufgenommen. Durch die Aufnahme in die Wohnung wird er aber nicht Mietvertragspartei. Bei Streit oder Trennung kann der mietende Partner den anderen also einfach rausschmeißen.

Was passiert in solchen Fällen dann mit den ganzen Möbeln und Elektrogeräten? Auf einmal werden ehemals Verliebte sehr genau. Die Küche sollte bei Auszug doch bitte anteilig ausgezahlt werden. Welche Familie gab noch mal etwas zur Couch dazu? Wer hatte den Fernseher mit in die Wohnung gebracht?

Nicht zu vergessen ist auch das gemeinsame Auto.

Nicht selten gehört es plötzlich nur noch dem eingetragenen Fahrzeughalter.

 


 

Wer auf vertragliche Vereinbarungen in der Partnerschaft verzichtet, darf sich bei der Trennung nicht selten auf solch einen Rosenkrieg freuen.

 

Schriftliche Vereinbarungen treffen
Paare sollten daher während der Beziehung schriftliche Vereinbarungen treffen, um bei Trennung solche Streitigkeiten zu verhindern. Ebenso bedarf es einer Vorsorgevollmacht bzw. einer Patientenverfügung, damit der nicht eheliche Lebensgefährte im Krankheitsfall Entscheidungen für den anderen treffen darf und überhaupt von den Ärzten Auskünfte erhält.

Auch ein Testament sollte bei Unverheirateten nicht fehlen. Ansonsten erben jeweils die näheren Verwandten das Vermögen und nicht der Partner, mit dem man mitunter das ganze Leben verbracht hat.

Mit gemeinsam abgeschlossenen Versicherungspolicen wie Haftpflicht-, Hausrat- und Rechtsschutzversicherung können weitere Kosten minimiert werden.

Bei einem durchschnittlichen Einkommen sparen Paare damit bis zu 150 Euro im Jahr.

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