Marktkommentar: China senkt Wachstumserwartungen

XTB: Die Wall Street hatte am Montag Schwierigkeiten ihren Erholungskurs fortzusetzen. Der S&P 500 konnte im Intraday-Handel trotz einer höheren Eröffnung seine Gewinne nicht halten und unterschritt am Nachmittag den psychologisch wichtigen 2.800 Punkte-Bereich. Die Rallye von 2019 basierte hauptsächlich auf den Hoffnungen eines Deals zwischen den USA und China und die verhaltenen Reaktionen am Montag auf die neuen Nachrichten zeigen, dass der Markt bereits einen großen Teil eingepreist haben könnte.

Bisher waren wir einem Deal noch nie näher und die Aktien, die den Entwicklungen in Schwellenländern und China ausgesetzt waren, performten bisher am besten. Die Strategen von der UBS sind jedoch der Meinung, dass der Handelsstreit mit einer durchschnittlichen Unterbewertung von 10% verbunden ist und daher noch Luft nach oben besteht.

Derzeit scheinen die Marktteilnehmer auf mehr Details zu einem “endgültigen Waffenstillstand” zu warten.

Ein vielversprechender Deal könnte an den weltweiten Aktienmärkten weiteres Aufwärtspotenzial freisetzen. Andererseits würde ein solch verbessertes Gesamtbild der Fed mehr Spielraum für Zinserhöhungen bieten. Ben Kumar, Vermögensverwalter von Seven Investment Management in London verweist, zudem auf die Möglichkeit, dass US-Präsident Donald Trump als nächstes den europäischen Handel ins Visier nehmen könnte.

 

 


 

 

Heute gab Ministerpräsident Li Keqiang beim Nationalen Volkskongress Chinas in Peking seine neuen Prognosen für das Jahr 2019 bekannt. Nach einem BIP-Anstieg von 6,5% im Vorjahr soll die Konjunktur zwischen 6% bis 6,5% wachsen, wobei die untere Grenze das schwächste Ergebnis in drei Jahrzehnten darstellen würde.

Das Haushaltsdefizit gemessen am BIP wurde auf 2,8% festgelegt (2018: 2,6% von 2018).

Des Weiteren kündigte China Steuerkürzungen in Höhe von 298 Mrd. USD an, u.a. durch eine Senkung von 3% der Spitzengruppe der Mehrwertsteuer. Peking ist bemüht der weiter drohenden Verlangsamung entgegenzuwirken und die Wirtschaft wiederzubeleben. Alicia Garcia Herrero, Chefökonomin für den asiatisch-pazifischen Raum bei Natixis SA in Hongkong, sagte zwar, dass dies kurzfristig gute Nachrichten für den Markt seien, warnte aber auch davor, dass mittelfristig der Verschuldungsgrad Chinas ansteigen würde.

Die asiatischen Aktien hatten aufgrund der niedrigen Wachstumserwartungen aus China während der heutigen Sitzung mit Rückgängen zu kämpfen, während die Futures der drei großen US-Aktienindizes wenig verändert etwas oberhalb des gestrigen Schlusskurses notierten.

Die Gemeinschaftswährung leidet derzeit unter den schwachen Daten sowie der USD-Stärke. Die EUR-Bullen wurden diese Woche entmutigt auf eine Erholung oberhalb der 1,14er-Marke zu setzen, da seit Montag beim EURUSD eine erneute Annäherung an die 1,13 zu beobachten ist. Diese Marke diente in den vergangenen Monaten immer wieder als Anlaufstellen, wobei das Paar an einem nachhaltigen Durchbruch scheiterte.

 


 

Im heutigen frühen Handel wird der Rückgang fortgesetzt, daher könnte in naher Zukunft ein Test anstehen. Der DE30 verzeichnete zu Beginn der Handelswoche einen Verlust von etwas mehr als 100 Punkte und prallt im D1-Chart vom 200er EMA ab. Die gesamten Rückgänge sind auf die Kursentwicklungen am späten Nachmittag zurückzuführen.

Der seit Anfang 2019 anhaltende Trend bleibt intakt, allerdings könnte dieser in Frage gestellt werden, wenn in den nächsten Handelsstunden die Hürde bei 11.600 Punkten nicht zurückerobert werden kann.

 

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